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Materia medica · Nr. 122

Croton tiglium

Crot-t.

Auch: Croto-t

In 2.908 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Croton tiglium, der Purgierkroton, ist ein drastisch wirkendes Wolfsmilchgewächs. Die homöopathische Literatur beschreibt zwei eng verbundene Wirkungsfelder: heftige, wie aus einer Röhre herausschießende Durchfälle und juckende Bläschenausschläge, vor allem im Gesicht und an den Genitalien. Kennzeichnend ist der plötzliche, gewaltsame Charakter aller Entleerungen.

Konstitution

KörperbauEin eigenständiger Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben; die Auswahl erfolgt nach der charakteristischen Symptomenlage.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentIn den Rubriken ist im Gemütsbereich vor allem Verzweiflung verzeichnet. Beschrieben werden Menschen, die durch die Heftigkeit der Beschwerden rasch erschöpft und mutlos werden.

Gemütsbild

Verzweiflung angesichts der heftigen BeschwerdenErschöpfung durch die plötzlichen EntleerungenUnruhe und Getriebenheit während der Anfälle

Das Gemütsbild ist in den Rubriken nur mit Verzweiflung belegt, und auch die klassische Materia medica behandelt Croton tiglium überwiegend als körperlich wirkendes Mittel. Der seelische Zustand ergibt sich aus dem Verlauf: Die Durchfälle setzen so plötzlich und heftig ein, dass Betroffene sich nicht mehr sicher fühlen, das Haus zu verlassen; dazu kommt ein Hautjucken, das kaum Ruhe lässt. Aus dieser Kombination entsteht eine mürbe, verzweifelte Grundstimmung. Ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.

Ängste: Beklemmung und Atemnot mit Angst, nicht liegen zu können, Zu weiteren Ängsten liegen keine belastbaren Rubriken vor

Leitsymptome

Durchfall, der plötzlich und mit großer Gewalt wie aus einem Rohr herausschießt, reichlich, gelb bis grün, wässrig oder pastenartig
Der Stuhldrang setzt unmittelbar während oder direkt nach dem Essen oder Trinken ein; schon ein Schluck Wasser kann ihn auslösen
Lautes Gurgeln und Plätschern im Bauch, als bewege sich Wasser in den Därmen
Juckende Bläschen- und Ekzemausschläge, besonders am Skrotum, an der Eichel und im Gesicht; das Kratzen bessert nur kurz und brennt nach
Gefühl, als schieße ein Wasserstrahl gegen innere Organe; ein Zug vom Brustbein bis zwischen die Schulterblätter beim Stillen
Wunde, schmerzende Brustwarzen; der Schmerz zieht beim Saugen zum Rücken durch
Verschlechterung
  • Während und unmittelbar nach dem Essen und Trinken
  • Bei heißem Wetter und im Sommer
  • Durch Obst
  • Durch Bewegung
  • Durch enge Kleidung am Hals
Verbesserung
  • Im Sitzen und in aufrechter Haltung (Atemnot)
  • Durch Ruhe
  • Vorübergehend durch Kratzen
  • Durch sanftes Reiben statt Kratzen der juckenden Haut

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Zu ausgeprägten Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
Abneigung
  • Obst, das die Durchfälle verstärkt
  • Enge Kleidung am Hals

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei heftigen, herausschießenden Durchfällen aufgeführt, auch bei KindernKlassisch zugeordnet zu Sommerdurchfällen bei heißem WetterGenannt bei juckenden Bläschenausschlägen an Skrotum und GenitalienVerzeichnet bei Gesichtsekzem mit Pusteln und BläschenAufgeführt bei wunden Brustwarzen mit zum Rücken ziehendem Schmerz

Abgrenzung

Podophyllum zeigt ebenfalls reichliche, herausschießende Durchfälle, dort liegt der Schwerpunkt jedoch morgens und die Erschöpfung nach dem Stuhl steht im Vordergrund. Rhus toxicodendron teilt den juckenden Bläschenausschlag, hat aber die kennzeichnende Ruhelosigkeit und Besserung durch fortgesetzte Bewegung. Für Croton tiglium sprechen der Auslöser Essen oder Trinken, das Gurgeln im Bauch und der Wechsel zwischen Hautausschlag und Durchfall.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronPodophyllumAloeGratiola officinalisAnacardium orientale

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.