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Materia medica · Nr. 120

Crotalus cascavella

Crot-c.

In 1.170 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Crotalus cascavella, das Gift der südamerikanischen Cascavel-Klapperschlange, wird in der Materia medica bei schweren Zerfallszuständen und bei einem sehr eigentümlichen Gemütsbild beschrieben. Kennzeichnend sind rechtsseitige Lähmungen, nicht gerinnendes Blut, bläuliche Haut und eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Berührung und einengende Kleidung. Im Gemüt stehen Todesgedanken, schreckliche Träume, das Hören von Stimmen und eine hellsichtig anmutende Wachheit nebeneinander, dazu eine tiefe Furcht vor dem Alleinsein.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben werden geschwächte, bläulich blasse Menschen mit schlechter Gewebeerholung, häufig in den Wechseljahren.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken führen Mangel an Lebenswärme und dauerndes Frieren im höchsten Grad auf, ebenso Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit und Schwermut. Daneben stehen Eile und Geschwätzigkeit. Typischerweise beschrieben wird ein Wechsel zwischen erregter Redseligkeit und apathischem Rückzug.

Gemütsbild

Furcht vor dem Alleinsein, im höchsten Grad ausgewiesenSchwermut, Traurigkeit und TeilnahmslosigkeitTodesgedanken und schreckliche TräumeWahnideen, Stimmenhören und hellsichtig anmutende WahrnehmungenGeschwätzigkeit bei gleichzeitiger EileVerwirrte Sprache

Das Gemütsbild ist bei diesem Mittel breit und deutlich ausgeprägt. Im höchsten Grad stehen die Furcht vor dem Alleinsein, eine tiefe Schwermut und zugleich Teilnahmslosigkeit; Antrieb und Anteilnahme schwinden, während die Angst bleibt. Nachts verstärkt sich die Furcht. Die Repertorien verzeichnen Wahnideen und Phantasiegebilde, das Hören von Stimmen sowie eine als Hellsehen bezeichnete Wahrnehmung, dazu Todesgedanken und im höchsten Grad schreckliche Träume; im Schlaf wird gestöhnt. Die klassische Materia medica beschreibt einen Zustand zwischen Wachen und Traum, in dem die Kranken Bilder und Stimmen erleben und über den Tod sprechen. Gleichzeitig wird eine hastige, drängende Geschwätzigkeit mit rasch wechselnden Themen und verwirrter Sprache genannt.

Ängste: Furcht vor dem Alleinsein, Nächtliche Angstzustände, Todesfurcht und Todesgedanken, Angst durch Stimmen und Trugbilder

Leitsymptome

Blutungen mit Blut, das nicht gerinnt; bläuliche Verfärbung der Haut und blaue Extremitäten; Beklemmung auf der Brust mit jagendem Puls
Rechtsseitige Lähmung, im höchsten Grad ausgewiesen; Lähmungsgefühl im Arm, Halbseitenlähmung von Arm und Bein; Pelzigsein der Hände, Unterarme und Füße mit unwillkürlichen Bewegungen und schmerzhaften Muskelkrämpfen
Kloßgefühl und Fremdkörpergefühl im Hals, Krampf der Speiseröhre, Schlucken erschwert oder unmöglich
Schwierige, kloßige Sprache bis zum Sprachverlust; Lähmung der Zunge, Zungenentzündung, blutiger Speichel
Ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Berührung und gegen Kleidung, besonders am Bauch und in der Magengegend
Kopfschmerz mit Helmgefühl oder dem Gefühl, eine Kappe zu tragen, nachts verschlimmert; äußerliches Zittern und tiefe Mattigkeit
Verschlechterung
  • Nach dem Schlaf, im höchsten Grad ausgewiesen
  • Berührung und einengende Kleidung
  • Rechte Körperseite
  • Nachts
  • In den Wechseljahren
  • Anblick von Speisen bei Appetitlosigkeit
Verbesserung
  • Lockere Kleidung und freies Liegen
  • Frische, kühle Luft
  • Gesellschaft und Zuspruch

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Brennender Durst ist in den Rubriken verzeichnet
  • Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Widerwillen gegen Speisen bereits beim Anblick
  • Feste Speisen, weil das Schlucken erschwert ist

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Blutungen mit ungenügender Gerinnung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu septischen Fieberzuständen mit Zerfall und bläulicher HautBei rechtsseitigen Lähmungen mit Sprachstörung verzeichnetBei Beschwerden in den Wechseljahren im höchsten Grad ausgewiesenBei Kloßgefühl im Hals mit Schluckbeschwerden genanntBei ängstlicher Schwermut mit Todesgedanken und schrecklichen Träumen beschrieben

Abgrenzung

Lachesis, das nächstverwandte Schlangenmittel, teilt die Geschwätzigkeit, die Verschlimmerung nach dem Schlaf und die Unverträglichkeit von Enge, ist jedoch überwiegend linksseitig und warmblütig, während Crotalus cascavella rechtsseitig und ausgeprägt frostig beschrieben wird. Crotalus horridus steht der Cascavella am nächsten, mit stärkerer Betonung von Blutungen aus allen Öffnungen und Gelbsucht bei septischen Zuständen. Naja tripudians teilt die Herzbeklemmung und die Todesgedanken, ohne die ausgeprägte Blutungsneigung. Für Crotalus cascavella spricht die Verbindung von rechtsseitiger Lähmung, Frostigkeit, Kloßgefühl im Hals und den nächtlichen Trugbildern.

Verwandte Mittel

LachesisCrotalus horridusNaja tripudiansElaps corallinusArsenicum albumStramonium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.