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Materia medica · Nr. 119

Crocus sativus

Croc.

In 4.833 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Crocus sativus, der Safran, ist in den Repertorien durch zwei auffallende Züge gekennzeichnet: dunkles, zähes, fadenziehendes Blut bei jeder Art von Blutung und die Empfindung, es bewege sich etwas Lebendiges im Bauch. Im Gemüt beschreibt die klassische Materia medica einen raschen Wechsel der Stimmung — von herzlicher Zuneigung und Singen zu plötzlicher Gereiztheit. Das Mittel wird klassisch Frauenbeschwerden und Zuständen während der Schwangerschaft zugeordnet.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Literatur beschreibt vor allem Frauen mit Neigung zu Blutungen und mit lebhafter, wechselhafter Gemütsverfassung.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentAusgesprochen wechselhaft. Auf Lachen, Singen und überschwängliche Herzlichkeit folgt unvermittelt Ärger und Beleidigtsein. Geistige und körperliche Symptome lösen einander ab — ein Zug, den die Rubriken ausdrücklich nennen.

Gemütsbild

Rascher, unvermittelter StimmungswechselÜberschwängliche Herzlichkeit, küsst jedenUnwillkürliches Singen, auch im SchlafLeichtes Beleidigtsein und abendliche GereiztheitGeistige Symptome wechseln mit körperlichen

Die Rubriken zeichnen ein Bild raschen Wechsels: Lachen, Singen, Geschwätzigkeit und ein herzliches, fast zärtliches Auftreten stehen neben Reizbarkeit, Beleidigtsein und abendlichem Zorn. Kindisches Benehmen wird ebenso genannt wie unwillkürliches Singen. Die klassische Materia medica hebt hervor, dass der Übergang zwischen den Zuständen ohne erkennbaren Anlass geschieht und für die Umgebung überraschend kommt. Auffallend ist außerdem, dass Weinen die körperlichen Beschwerden verschlimmert. In der Literatur wird zudem die Wahnidee genannt, sterben zu müssen.

Ängste: Vorstellung, sterben zu müssen, Ängstliche Unruhe im Wechsel mit Ausgelassenheit

Leitsymptome

Blutungen mit dunklem, zähem, fadenziehendem Blut, das sich in langen Fäden zieht — der bekannteste Zug des Mittels
Nasenbluten mit dunklem, fadenziehendem Blut
Empfindung, als bewege sich etwas Lebendiges im Bauch oder im Magen
Gebärmutterblutungen, auch zwischen den Perioden und im Klimakterium
Beschwerden der Augen bei angestrengtem Sehen, Neigung, die Augen zu reiben und zu wischen
Ausgeprägte Schläfrigkeit mit häufigem Gähnen und tiefem Schlaf
Verschlechterung
  • Warmes Zimmer
  • Helles und künstliches Licht
  • Weinen
  • Linke Körperseite und morgens
Verbesserung
  • Frische Luft, Verlangen danach
  • Dunkelheit
  • Bewegung im Freien

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach frischer Luft
  • In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen
Abneigung
  • Abneigung gegen warme, stickige Räume
  • Unverträglichkeit von hellem und künstlichem Licht

In Repertorien häufig zugeordnet

Blutungen mit dunklem, fadenziehendem Blut, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtGebärmutterblutungen zwischen den Perioden und im KlimakteriumBeschwerden während der SchwangerschaftZustände mit raschem StimmungswechselNasenbluten

Abgrenzung

Ipecacuanha zeigt ebenfalls Blutungen, dort jedoch hellrot und mit anhaltender Übelkeit, während Crocus dunkles, zähes Blut kennzeichnet. Sabina blutet hellrot und in Schüben mit Kreuzschmerz zum Schambein hin. Ignatia teilt den raschen Stimmungswechsel, gründet ihn aber auf Kummer und Enttäuschung; bei Crocus wirkt der Wechsel spielerisch und ohne erkennbaren Anlass.

Verwandte Mittel

IpecacuanhaSabinaIgnatiaChina officinalisTarantula hispanica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.