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Materia medica · Nr. 1255

Cotyledon umbilicus

Cot.

In 23 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cotyledon umbilicus, der Nabelkraut oder Venusnabel, ist ein Dickblattgewächs, das vor allem durch Clarke in die homöopathische Literatur eingegangen ist. Kennzeichnend ist eine ungewöhnliche Empfindung: als rieselten Tropfen über eine Körperstelle oder als falle ein Tropfen Wasser. Dazu treten nächtliche Ruhelosigkeit vor Mitternacht, hysterische Zustände, Herzbeschwerden und rheumatische Schmerzen. Mit 23 Rubriken ist das Bild schmal, aber charakteristisch.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben; kein festgelegter Konstitutionstyp überliefert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird eine nervöse Übererregbarkeit mit wechselnden Empfindungen und Ruhelosigkeit, besonders in den Abendstunden vor Mitternacht. Die ältere Literatur ordnet das Mittel den hysterischen Zustandsbildern zu, worunter im Sprachgebrauch der Zeit eine gesteigerte nervöse Erregbarkeit mit wechselnden körperlichen Empfindungen verstanden wurde.

Gemütsbild

nervöse Ruhelosigkeit, besonders vor Mitternachtwechselnde, schwer beschreibbare KörperempfindungenErregbarkeit, in der älteren Literatur als hysterisch bezeichnet

Das Repertorium führt Cotyledon umbilicus bei Ruhelosigkeit in der Nacht und ausdrücklich in der Zeit vor Mitternacht auf. Beschrieben wird ein Zustand, in dem der Betroffene abends nicht zur Ruhe kommt, sich hin und her bewegt und von eigentümlichen Empfindungen beunruhigt wird. Die zweite Gemütsrubrik, die ältere Bezeichnung Hysterie, meint im Sprachgebrauch der damaligen Literatur eine nervöse Erregbarkeit mit wechselnden, oft schwer einzuordnenden körperlichen Erscheinungen. Beide Angaben passen zu dem ungewöhnlichen Leitsymptom des Mittels, dem Gefühl rieselnder Tropfen. Ängste sind in der Datenbasis nicht eigens verzeichnet.

Ängste: unbestimmte nächtliche Unruhe vor Mitternacht, Weitere Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Empfindung, als rieselten Tropfen oder als falle ein Tropfen Wasser über eine Körperstelle — die am stärksten besetzte und eigentümlichste Rubrik des Mittels
Ruhelosigkeit nachts, besonders vor Mitternacht
Herzbeschwerden mit unruhigem Empfinden in der Herzgegend
Husten mit Verschlimmerung am Tage
Beschwerden in der Milzgegend
Rheumatische Schmerzen
Beschwerden der Nasennebenhöhlen
Verschlechterung
  • nachts vor Mitternacht
  • tagsüber, was den Husten betrifft
  • durch nervöse Erregung
Verbesserung
  • durch Ruhe und Ablenkung von den Empfindungen
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

eigentümliche Empfindung rieselnder Tropfen auf der Hautnächtliche Ruhelosigkeit vor Mitternachtnervöse ErregungszuständeHerzbeschwerdenrheumatische SchmerzenHusten mit Verschlimmerung am Tage

Abgrenzung

Die Empfindung fallender oder rieselnder Tropfen ist das Zeichen, an dem sich Cotyledon umbilicus von den meisten anderen Mitteln unterscheidet; sie findet sich sonst am ehesten bei Cannabis indica und Sabadilla, dort jedoch eingebettet in völlig andere Gesamtbilder. Von Ignatia amara, dem großen Mittel wechselnder und widersprüchlicher Empfindungen bei nervöser Erregbarkeit, unterscheidet es sich durch das schmale Prüfungsbild und das Fehlen des Kummerbezugs. Bei Herzbeschwerden mit nächtlicher Unruhe ist Spigelia anthelmia ausführlicher beschrieben.

Verwandte Mittel

Ignatia amaraSpigelia anthelmiaCannabis indicaSepia officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.