HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1240

Coriaria ruscifolia

Cori-r.

In 16 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Coriaria ruscifolia, der Gerberstrauch Neuseelands und Südamerikas, trägt beerenartige Früchte mit stark giftigen Samen; Vergiftungen mit ihnen sind aus beiden Erdteilen beschrieben. Die Repertorien geben davon ein klares Echo: Fast alle Rubriken dieses Mittels stehen im Gemüt und schildern Rausch, Tobsucht und Verwirrung. Das Kernthema ist ein Erregungszustand, der wie eine Trunkenheit einsetzt und in wilde Aufregung übergeht.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Das Mittel ist aus Vergiftungsbeobachtungen und nicht aus einer Konstitutionslehre hervorgegangen; ein Körperbautyp wird nicht beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas Bild ist das eines Menschen im Ausnahmezustand: laut, erregt, mit gesteigerter Kraft und ohne Zugriff auf sein Gedächtnis. Die Rubriken nennen Tobsucht, Wut, unmotiviertes Lachen und daneben Stumpfheit — eine Abfolge, wie sie von schweren Rauschzuständen bekannt ist. Ein Wesenszug im Sinne eines dauerhaften Temperaments lässt sich daraus nicht ableiten; beschrieben ist eine akute Verfassung.

Gemütsbild

Rauschartige Erregung mit Tobsucht und WutWahnsinn mit gesteigerter Körperkraft, in einer eigenen Rubrik verzeichnetUnmotiviertes LachenGedächtnisschwächeBenommenheit und Stumpfheit als GegenpolDelirium, auch in der Form des Säuferwahnsinns

Coriaria ruscifolia ist ein fast ausschließlich im Gemüt beheimatetes Mittel. Die Rubriken zeichnen eine Abfolge, die den Vergiftungsberichten folgt: Zuerst tritt ein Schwindel auf wie bei Trunkenheit, dann steigert sich der Zustand zu Erregung, lautem Lachen, Wut und Tobsucht, wobei die Kraft ungewöhnlich zunimmt und das Gedächtnis versagt. Am anderen Ende steht die Stumpfheit, in der der Erregte versinkt. Ausdrücklich verzeichnet ist auch das Delirium tremens, sodass die Literatur das Mittel in die Nähe der Rauschzustände stellt. Die Auswahl erfolgt nach dieser Zustandsbeschreibung, nicht nach einem Konstitutionsbild.

Ängste: Eigene Angstrubriken sind nicht verzeichnet, Beschrieben ist Erregung und Wut, nicht Furcht

Leitsymptome

Schwindel mit dem Gefühl, betrunken zu sein — in den Rubriken eigens verzeichnet
Erbrechen
Gedächtnisschwäche mit Verlust der Orientierung
Benommenheit bis zur Stumpfheit
Erregungszustände mit auffallend gesteigerter Körperkraft
Verschlechterung
  • Erregung und Aufregung
  • Alkoholgenuss, wie es die Zuordnung zum Säuferwahnsinn nahelegt
  • Weitere Verschlimmerungen sind nicht geprüft
Verbesserung
  • Ruhe und Abschirmung von Reizen
  • Schlaf
  • Weitere Besserungen sind in den Quellen nicht verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseverlangen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseabneigungen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Erregungszustände mit Tobsucht und WutDelirium, auch in der Form des SäuferwahnsinnsSchwindel mit dem Gefühl der TrunkenheitGedächtnisschwäche und BenommenheitErbrechen im Rahmen solcher Zustände

Abgrenzung

Bei tobsüchtiger Erregung sind Belladonna mit heißem, rotem Gesicht und weiten Pupillen, Stramonium mit Furcht und Lichtscheu sowie Hyoscyamus niger mit Schamlosigkeit und Misstrauen die ausführlich geprüften Mittel — sie sind bei entsprechendem Bild ungleich besser belegt. Beim Säuferwahnsinn werden vor allem Nux vomica, Opium und Lachesis genannt. Coriaria ruscifolia ist ein sehr kleines Mittel derselben Richtung, das nur bei genauer Übereinstimmung des Trunkenheitsgefühls mit der gesteigerten Kraft erwogen wird.

Verwandte Mittel

BelladonnaStramoniumHyoscyamus nigerOpiumNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.