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Materia medica · Nr. 117

Convallaria majalis

Conv.

In 232 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Convallaria majalis, das Maiglöckchen, gehört zu den klassischen Herzmitteln der Materia medica. Kennzeichnend ist ein sehr eigentümliches Empfinden: als setze das Herz aus und beginne dann mit einem Sprung wieder zu schlagen. Dazu treten beengte Atmung, ein kleiner, unregelmäßiger Puls und Beschwerden, die sich beim Bergaufgehen und Treppensteigen deutlich verstärken. Ein zweiter Zug ist der Wechsel zwischen Herz- und Unterleibsbeschwerden.

Konstitution

KörperbauKein enger Typus überliefert. Genannt werden vor allem Menschen mit geschwächter Herzkraft, oft nach durchgemachten Erkrankungen, sowie Frauen, bei denen Herz- und Unterleibsbeschwerden einander abwechseln.
Thermalitätfrostig
TemperamentBeschrieben wird eine ängstliche Aufmerksamkeit für den eigenen Herzschlag: Betroffene horchen in sich hinein und erschrecken über jedes Aussetzen. Der Schlaf ist durch lebhafte, ärgerliche Träume gestört, in denen Ungeziefer vorkommt - eine der auffälligsten Angaben des Mittels. Insgesamt eine gedrückte, kraftlose Stimmung, die dem Zustand des Kreislaufs folgt.

Gemütsbild

Ängstliches Beobachten des eigenen HerzschlagsLebhafte, ärgerliche Träume, besonders von UngezieferGedrückte Stimmung mit Ohnmachtsneigung bei HerzschwächeBesserung durch angestrengtes, festes Hinschauen

Das seelische Bild von Convallaria ist eng an den Kreislauf gekoppelt. Wenn das Herz unregelmäßig schlägt, entsteht Angst; setzt es scheinbar aus, folgt Schreck und Schwäche bis zur Ohnmachtsneigung. Die Träume sind lebhaft und quälend, häufig von Ungeziefer - diese Rubrik ist im Repertorium besonders hoch bewertet und gilt als Eigentümlichkeit des Mittels. Eine ungewöhnliche Angabe unter den Besserungen ist das angestrengte, konzentrierte Hinschauen, das die Beschwerden mildert. Die Betroffenen brauchen etwas, woran sich die Aufmerksamkeit festmachen kann, um dem Kreisen um den eigenen Herzschlag zu entkommen.

Ängste: Angst um das Herz beim Aussetzen des Schlages, Angst vor dem Ohnmächtigwerden bei Schwäche

Leitsymptome

Empfindung, als setze das Herz aus und schlage dann mit einem Sprung weiter - das kennzeichnende Zeichen
Beengte, schwere Atmung, teils mit Schluchzen und lautem Atmen
Kleiner, weicher, aussetzender Puls; der Puls kann schneller sein als der fühlbare Herzschlag
Deutliche Verschlimmerung beim Bergaufgehen und Treppensteigen
Einseitiges Kältegefühl des Körpers; Hitze ohne Durst
Fülle- und Schweregefühl in der Gebärmutter, das mit den Herzbeschwerden abwechselt
Kalter Urin mit ammoniakalischem oder saurem Geruch, milchig, mit fettigem Häutchen
Verschlechterung
  • Bergauf- und Treppensteigen - eine der klarsten Angaben
  • Anheben der Arme - Beschwerden im Rippenbogenbereich
  • Anstrengung jeder Art bei geschwächtem Herzen
Verbesserung
  • Wärme
  • Angestrengtes, festes Hinschauen
  • Ruhe und Liegen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein ausgeprägtes Verlangen überliefert
Abneigung
  • Deutliche Abneigung gegen Wein

In Repertorien häufig zugeordnet

Herzbeschwerden mit unregelmäßigem, aussetzendem PulsKlappenerkrankungen des HerzensBeengung und Atemnot bei AnstrengungHerzklopfen mit AngstWassereinlagerungen bei HerzschwächeBeschwerden, die zwischen Herz und Gebärmutter wechseln

Abgrenzung

Digitalis purpurea ist das nächstliegende Vergleichsmittel: Auch dort finden sich langsamer, unregelmäßiger Puls und die Angst, das Herz stehe still, doch tritt dort die Übelkeit beim Aufrichten und der bläuliche Gesichtsausdruck stärker hervor. Crataegus wird bei Herzschwäche mit ähnlicher Erschöpfung genannt, jedoch ohne das kennzeichnende Sprungempfinden. Lilium tigrinum teilt den Wechsel zwischen Herz- und Unterleibsbeschwerden, ist aber durch das Senkungsgefühl im Becken und die innere Hast unterschieden. Spigelia zeigt heftiges, sichtbares Herzklopfen mit stechenden Schmerzen.

Verwandte Mittel

Digitalis purpureaLilium tigrinumCrataegus oxyacanthaSpigelia anthelmiaCactus grandiflorus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.