Condurango ist die Rinde von Marsdenia condurango, einer Schlingpflanze der südamerikanischen Anden, die in Ecuador und Peru volksheilkundlich bei Magenleiden verwendet wurde. In der Homöopathie hat sie ein enges, aber sehr kennzeichnendes Bild: schmerzhafte Einrisse in den Mundwinkeln, brennende Schmerzen im Magen und geschwürige Veränderungen der Schleimhäute. Sie gehört zu den Mitteln, die in der Materia medica bei fortgeschrittenen Erkrankungen der Magenschleimhaut und der Brustdrüse genannt werden.
Konstitution
Gemütsbild
Kein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefertEntmutigung bei langem, zermürbendem KrankheitsverlaufMittel mit deutlich körperlichem Schwerpunkt
Für Condurango verzeichnet das Repertorium keine Gemütsrubriken. Die Substanz gelangte über die südamerikanische Volksheilkunde und einzelne klinische Beobachtungen in die Materia medica; eine breit angelegte Arzneimittelprüfung fehlt. Wer das Mittel erwägt, geht daher von den körperlichen Zeichen aus, allen voran von den Rissen in den Mundwinkeln und den brennenden Magenschmerzen. Dass ein lange bestehendes, schmerzhaftes Leiden entmutigt und die Kräfte zehrt, gehört zum Zustand, ist aber nicht als mittelspezifischer Zug belegt. Eine Ausdeutung darüber hinaus unterbleibt.
Ängste: Sorge um die eigene Gesundheit bei langem Verlauf, Weitere Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Essen, besonders Saures und Gewürztes
- Bewegung der Mundwinkel beim Sprechen, Lachen und Essen
- Berührung der geschwürigen Stellen
- Wärme und Ruhe
- Zurückhaltung beim Essen, kleine Mahlzeiten
Verlangen und Abneigungen
- Keine charakteristischen Verlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Widerwille gegen Speisen bei brennendem Magenschmerz
- Weitere Abneigungen sind nicht überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
Schmerzhafte Risse in den MundwinkelnBrennende Magenschmerzen mit ErbrechenGeschwürige Veränderungen der MagenschleimhautGeschwüre der Hornhaut mit schneidenden AugenschmerzenEinriss am AfterBegleitende Behandlung bei zehrenden Erkrankungen der Brustdrüse, wie in der älteren Literatur beschrieben
Abgrenzung
Die Materia medica stellt Condurango neben Arsenicum album, Conium maculatum und Hydrastis canadensis. Arsenicum album teilt das Brennen im Magen und die Erschöpfung, verbindet dies aber mit ausgeprägter Unruhe, Angst und dem Verlangen nach kleinen Schlucken warmen Wassers. Hydrastis canadensis zeigt zähen, gelben Schleim, Verstopfung und starke Abmagerung. Conium maculatum ist durch Drüsenverhärtungen, Schwindel beim Umdrehen im Bett und Schwäche der Beine gekennzeichnet. Das Merkmal, das Condurango von allen unterscheidet, sind die schmerzhaften Einrisse in den Mundwinkeln; wo sie fehlen, ist das Mittel selten angezeigt. Bei Rissen an Haut und Schleimhaut sind zusätzlich Acidum nitricum und Graphites zu vergleichen.
Verwandte Mittel
Arsenicum albumConium maculatumHydrastis canadensisAcidum nitricumGraphites
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.