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Materia medica · Nr. 116

Condurango

Cond.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Condurango ist die Rinde von Marsdenia condurango, einer Schlingpflanze der südamerikanischen Anden, die in Ecuador und Peru volksheilkundlich bei Magenleiden verwendet wurde. In der Homöopathie hat sie ein enges, aber sehr kennzeichnendes Bild: schmerzhafte Einrisse in den Mundwinkeln, brennende Schmerzen im Magen und geschwürige Veränderungen der Schleimhäute. Sie gehört zu den Mitteln, die in der Materia medica bei fortgeschrittenen Erkrankungen der Magenschleimhaut und der Brustdrüse genannt werden.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden abgemagerte, herabgekommene Menschen, bei denen die Nahrungsaufnahme erschwert ist und das Gewicht abnimmt. Trockene, rissige Haut und schlecht heilende Schleimhäute gehören zum Bild.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Temperament liegen keine breit belegten Angaben vor. Die Literatur beschreibt eine mürbe, entmutigte Verfassung bei lange bestehendem Leiden; das Mittel ist über die körperlichen Zeichen und nicht über ein Gemütsthema erschlossen.

Gemütsbild

Kein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefertEntmutigung bei langem, zermürbendem KrankheitsverlaufMittel mit deutlich körperlichem Schwerpunkt

Für Condurango verzeichnet das Repertorium keine Gemütsrubriken. Die Substanz gelangte über die südamerikanische Volksheilkunde und einzelne klinische Beobachtungen in die Materia medica; eine breit angelegte Arzneimittelprüfung fehlt. Wer das Mittel erwägt, geht daher von den körperlichen Zeichen aus, allen voran von den Rissen in den Mundwinkeln und den brennenden Magenschmerzen. Dass ein lange bestehendes, schmerzhaftes Leiden entmutigt und die Kräfte zehrt, gehört zum Zustand, ist aber nicht als mittelspezifischer Zug belegt. Eine Ausdeutung darüber hinaus unterbleibt.

Ängste: Sorge um die eigene Gesundheit bei langem Verlauf, Weitere Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Schmerzhafte Risse in den Mundwinkeln - das bekannteste und im vorliegenden Datenbestand höchstbewertete Zeichen des Mittels
Brennende Schmerzen im Magen, oft hinter dem Brustbein empfunden, mit Erbrechen nach dem Essen
Geschwürige Veränderungen der Magenschleimhaut; das Mittel ist in der Literatur bei Erkrankungen der Magenschleimhaut aufgeführt
Geschwüre im Gesicht und schlecht heilende Defekte der Haut
Geschwüre der Hornhaut mit schneidenden Schmerzen im Auge
Einriss am After mit brennendem Schmerz nach dem Stuhlgang
Verschlechterung
  • Essen, besonders Saures und Gewürztes
  • Bewegung der Mundwinkel beim Sprechen, Lachen und Essen
  • Berührung der geschwürigen Stellen
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • Zurückhaltung beim Essen, kleine Mahlzeiten

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Widerwille gegen Speisen bei brennendem Magenschmerz
  • Weitere Abneigungen sind nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Schmerzhafte Risse in den MundwinkelnBrennende Magenschmerzen mit ErbrechenGeschwürige Veränderungen der MagenschleimhautGeschwüre der Hornhaut mit schneidenden AugenschmerzenEinriss am AfterBegleitende Behandlung bei zehrenden Erkrankungen der Brustdrüse, wie in der älteren Literatur beschrieben

Abgrenzung

Die Materia medica stellt Condurango neben Arsenicum album, Conium maculatum und Hydrastis canadensis. Arsenicum album teilt das Brennen im Magen und die Erschöpfung, verbindet dies aber mit ausgeprägter Unruhe, Angst und dem Verlangen nach kleinen Schlucken warmen Wassers. Hydrastis canadensis zeigt zähen, gelben Schleim, Verstopfung und starke Abmagerung. Conium maculatum ist durch Drüsenverhärtungen, Schwindel beim Umdrehen im Bett und Schwäche der Beine gekennzeichnet. Das Merkmal, das Condurango von allen unterscheidet, sind die schmerzhaften Einrisse in den Mundwinkeln; wo sie fehlen, ist das Mittel selten angezeigt. Bei Rissen an Haut und Schleimhaut sind zusätzlich Acidum nitricum und Graphites zu vergleichen.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumConium maculatumHydrastis canadensisAcidum nitricumGraphites

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.