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Materia medica · Nr. 1216

Colostrum

Colos.

In 13 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Colostrum ist die Vormilch, also die erste Milch nach der Geburt, und wird in der Homöopathie als Sarkode geführt. Das Repertorium zeichnet ein sehr eng umgrenztes Bild: Durchfälle des Säuglings- und Kleinkindalters mit sauer riechendem, gelbem oder grünlichem Stuhl. Ein Konstitutions- oder Gemütsbild ist für dieses Mittel nicht ausgearbeitet.

Konstitution

KörperbauKein eigener Konstitutionstyp beschrieben; die verzeichneten Angaben stammen fast ausschließlich aus dem Säuglings- und Kleinkindalter mit Verdauungsstörungen und Neigung zur Austrocknung.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentFür Colostrum ist kein charakteristisches Temperament überliefert. Als Sarkode ist es über die Substanz und nicht über eine ausgearbeitete Prüfung definiert. Die Bestimmung erfolgt über die Beschaffenheit des Stuhls und den Zustand des Kindes.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in der LiteraturKeine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetMittel wird über die Stuhlbeschaffenheit bestimmt

Das Repertorium führt für Colostrum ausschließlich Angaben zu Stuhl und Mastdarm, keine Gemütsrubriken. Auch die Literatur beschreibt die Sarkode ohne seelisches Bild. Was in der Praxis beobachtet wird, ist die Unruhe und Weinerlichkeit des Kindes mit Bauchbeschwerden; das sind jedoch allgemeine Begleiterscheinungen und keine mittelspezifischen Zeichen. Eine seelische Charakterisierung wäre daher nicht belegt und wird hier bewusst unterlassen. Wer Colostrum erwägt, orientiert sich am sauren Geruch, an der gelben bis grünlichen Farbe und an der wund machenden Beschaffenheit des Stuhls.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Sauer riechender Stuhl - die höchstbewertete Angabe des Mittels im Repertorium
Gelber Stuhl, ebenfalls hoch bewertet; daneben wässrig-grüne und wässrig-gelbe Entleerungen
Scharfer, wundmachender Stuhl, der die Haut am Gesäß reizt
Reichliche, wässrige Durchfälle
Durchfall des Säuglings, in den Repertorien als Cholera infantum geführt
Verdauungsschwäche im ersten Lebensjahr mit rascher Erschöpfung
Verschlechterung
  • Nach dem Stillen oder der Mahlzeit
  • Sommerliche Hitze, in der Literatur mit den Sommerdurchfällen der Kinder verbunden
Verbesserung
  • Wärme auf dem Bauch
  • In der Literatur sonst nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Durchfälle im Säuglings- und KleinkindalterSauer riechender, gelber StuhlWundmachende Stühle mit Hautreizung am GesäßVerdauungsschwäche des Säuglings

Abgrenzung

Calcarea carbonica und Rheum sind die breit ausgearbeiteten Mittel bei saurem Geruch von Stuhl und Ausdünstung des Kindes; Rheum zeichnet zusätzlich die auffällige Reizbarkeit. Chamomilla führt den grünen, zerhackten Stuhl mit heftiger Unruhe und dem Verlangen, getragen zu werden. Aethusa cynapium steht bei Milchunverträglichkeit des Säuglings mit Erbrechen geronnener Milch im Vordergrund. Lac defloratum und Lac caninum sind weitere Milchpräparate, jedoch mit ganz eigener Symptomatik. Colostrum bleibt ein Mittel schmaler Datenlage.

Verwandte Mittel

Calcarea carbonicaRheumChamomillaAethusa cynapiumLac defloratum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.