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Materia medica · Nr. 112

Collinsonia canadensis

Coll.

In 436 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Collinsonia canadensis, die kanadische Steinwurzel, wird in der Materia medica als Mittel der venösen Stauung im Becken beschrieben. Im Mittelpunkt stehen hartnäckige Verstopfung mit hartem, schafkotartigem Stuhl und Hämorrhoiden mit stechenden, splitterartigen Afterschmerzen. Kennzeichnend ist der Wechselbezug zwischen Mastdarmbeschwerden und Herzsymptomen sowie eine erregbare, leicht aus dem Gleichgewicht zu bringende Verfassung.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben. Beschrieben werden Menschen mit träger Beckendurchblutung und Neigung zu Stauungen, häufig sitzender Lebensweise, sowie Frauen in der Zeit von Schwangerschaft und Wochenbett.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Repertorien führen Erregung im hohen Grad, und zwar sowohl als leichte Erregbarkeit wie auch als Ursache der Beschwerden. Dazu tritt Unentschlossenheit. Beschrieben wird ein Mensch, der innerlich rasch in Aufruhr gerät, wobei die Aufregung sich unmittelbar auf Herz und Kreislauf niederschlägt.

Gemütsbild

Leichte ErregbarkeitBeschwerden, die aus Aufregung entstehenUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitInnere Unruhe mit Rückwirkung auf das Herz

Das Gemütsbild ist knapp, aber deutlich gezeichnet. Erregung steht in doppelter Weise im Repertorium: als Wesenszug der leichten Erregbarkeit und als auslösendes Moment, aus dem heraus die körperlichen Beschwerden entstehen. Klassisch beschrieben wird ein Mensch, dessen Herzklopfen und Beklemmung nach seelischer Aufregung auftreten. Daneben ist Unentschlossenheit verzeichnet, ein Zaudern zwischen Möglichkeiten. Ein umfassendes seelisches Bild mit Wahnideen oder Ängsten liegt nicht vor; das Mittel wird vorrangig nach den Beckenbeschwerden und dem Wechselspiel zwischen Mastdarm und Herz gewählt.

Ängste: Beklemmung im Zusammenhang mit Herzklopfen nach Aufregung, Über die Erregbarkeit hinaus in den Rubriken nicht näher ausgewiesen

Leitsymptome

Hämorrhoiden, auch chronische, in den Repertorien im hohen Grad geführt; äußere Knoten ausdrücklich verzeichnet
Splitterartige, durchbohrende Afterschmerzen, besonders während des Stuhlgangs
Verstopfung mit vergeblichem Stuhldrang, im Wechsel mit Durchfall; Stuhl hart, schwarz, schafkotartig
Blutung aus dem After sowie Blähungsabgang während des Stuhlgangs
Herzgeräusche und organische Herzveränderungen; Puls schnell und jagend
Wassersüchtige Schwellung der Gliedmaßen
Kopfschmerz im Gefolge von Verstopfung oder Magenverstimmung, dumpf in der Stirn, durch Druck gebessert
Krampfende und schneidende Unterbauchschmerzen vor dem Stuhlgang, dazu Schwäche der Stimme
Verschlechterung
  • Seelische Aufregung
  • Während des Stuhlgangs
  • Bei bestehender Verstopfung, auch hinsichtlich des Kopfschmerzes
  • Gehen im Freien, hinsichtlich der Schwäche
  • Während der Menstruation
Verbesserung
  • Druck auf die Stirn beim dumpfen Kopfschmerz
  • Regelmäßiger, weicher Stuhlgang
  • Ruhe nach seelischer Belastung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei chronischen Hämorrhoiden mit Afterschmerz und Blutung im hohen Grad aufgeführtBei Verstopfung mit hartem, schafkotartigem Stuhl und vergeblichem Drang verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Beckenstauung in Schwangerschaft und WochenbettBei Kopfschmerz im Gefolge von Verstopfung oder Magenverstimmung genanntBei Herzbeschwerden mit jagendem Puls im Wechsel mit Mastdarmbeschwerden beschriebenBei Juckreiz im weiblichen Genitalbereich durch Fluor aufgeführt

Abgrenzung

Aesculus hippocastanum teilt die Beckenstauung und den Splitterschmerz im After, zeigt jedoch stärker den Kreuzschmerz und das Gefühl von Trockenheit und Vollheit im Mastdarm ohne den Bezug zum Herzen. Nux vomica steht bei vergeblichem Stuhldrang mit Reizbarkeit und Folgen von Überreizung, während Collinsonia die venöse Stauung und die chronischen Knoten stärker in den Vordergrund stellt. Aloe zeigt den unsicheren Schließmuskel mit reichlichem Schleim, Collinsonia dagegen den harten, trockenen Stuhl mit stechendem Schmerz. Für Collinsonia spricht der Wechsel zwischen Mastdarm- und Herzbeschwerden nach Aufregung.

Verwandte Mittel

Aesculus hippocastanumNux vomicaAloeSulphurLycopus virginicusHamamelis virginiana

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.