Collinsonia canadensis, die kanadische Steinwurzel, wird in der Materia medica als Mittel der venösen Stauung im Becken beschrieben. Im Mittelpunkt stehen hartnäckige Verstopfung mit hartem, schafkotartigem Stuhl und Hämorrhoiden mit stechenden, splitterartigen Afterschmerzen. Kennzeichnend ist der Wechselbezug zwischen Mastdarmbeschwerden und Herzsymptomen sowie eine erregbare, leicht aus dem Gleichgewicht zu bringende Verfassung.
Konstitution
Gemütsbild
Leichte ErregbarkeitBeschwerden, die aus Aufregung entstehenUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitInnere Unruhe mit Rückwirkung auf das Herz
Das Gemütsbild ist knapp, aber deutlich gezeichnet. Erregung steht in doppelter Weise im Repertorium: als Wesenszug der leichten Erregbarkeit und als auslösendes Moment, aus dem heraus die körperlichen Beschwerden entstehen. Klassisch beschrieben wird ein Mensch, dessen Herzklopfen und Beklemmung nach seelischer Aufregung auftreten. Daneben ist Unentschlossenheit verzeichnet, ein Zaudern zwischen Möglichkeiten. Ein umfassendes seelisches Bild mit Wahnideen oder Ängsten liegt nicht vor; das Mittel wird vorrangig nach den Beckenbeschwerden und dem Wechselspiel zwischen Mastdarm und Herz gewählt.
Ängste: Beklemmung im Zusammenhang mit Herzklopfen nach Aufregung, Über die Erregbarkeit hinaus in den Rubriken nicht näher ausgewiesen
Leitsymptome
- Seelische Aufregung
- Während des Stuhlgangs
- Bei bestehender Verstopfung, auch hinsichtlich des Kopfschmerzes
- Gehen im Freien, hinsichtlich der Schwäche
- Während der Menstruation
- Druck auf die Stirn beim dumpfen Kopfschmerz
- Regelmäßiger, weicher Stuhlgang
- Ruhe nach seelischer Belastung
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei chronischen Hämorrhoiden mit Afterschmerz und Blutung im hohen Grad aufgeführtBei Verstopfung mit hartem, schafkotartigem Stuhl und vergeblichem Drang verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Beckenstauung in Schwangerschaft und WochenbettBei Kopfschmerz im Gefolge von Verstopfung oder Magenverstimmung genanntBei Herzbeschwerden mit jagendem Puls im Wechsel mit Mastdarmbeschwerden beschriebenBei Juckreiz im weiblichen Genitalbereich durch Fluor aufgeführt
Abgrenzung
Aesculus hippocastanum teilt die Beckenstauung und den Splitterschmerz im After, zeigt jedoch stärker den Kreuzschmerz und das Gefühl von Trockenheit und Vollheit im Mastdarm ohne den Bezug zum Herzen. Nux vomica steht bei vergeblichem Stuhldrang mit Reizbarkeit und Folgen von Überreizung, während Collinsonia die venöse Stauung und die chronischen Knoten stärker in den Vordergrund stellt. Aloe zeigt den unsicheren Schließmuskel mit reichlichem Schleim, Collinsonia dagegen den harten, trockenen Stuhl mit stechendem Schmerz. Für Collinsonia spricht der Wechsel zwischen Mastdarm- und Herzbeschwerden nach Aufregung.
Verwandte Mittel
Aesculus hippocastanumNux vomicaAloeSulphurLycopus virginicusHamamelis virginiana
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.