Colchicum autumnale, die Herbstzeitlose, ist ein Liliengewächs und in der klassischen Materia medica vor allem als Gicht- und Verdauungsmittel bekannt. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei gichtigen und rheumatischen Gelenkschmerzen, bei aufgetriebenem, blähungsvollem Bauch und bei einer außergewöhnlichen Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen von Speisen. Kennzeichnend ist die Verbindung von größter Schwäche mit heftiger Reizbarkeit der Sinne.
Konstitution
Gemütsbild
extreme Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen und SinneseindrückenGedächtnisschwäche und VergesslichkeitErschöpfung mit innerem WiderwillenReizbarkeit bei größter körperlicher Schwäche
Das auffälligste Gemütszeichen von Colchicum ist die Überempfindlichkeit: Der bloße Geruch, ja schon der Anblick oder der Gedanke an Speisen kann Übelkeit auslösen; besonders genannt werden Fisch und Eier. Die Repertorien führen diese Rubriken im höchsten Grad. Daneben stehen Gedächtnisschwäche und Vergesslichkeit, eine geistige Trägheit, die mit der körperlichen Erschöpfung einhergeht. Die klassische Literatur beschreibt außerdem eine mürrische, leicht erregbare Stimmung, in der äußere Eindrücke ärgern und Schmerzen unerträglich scheinen. Insgesamt ergibt sich das Bild eines Menschen, der zu schwach ist, um die Reize seiner Umgebung zu verarbeiten.
Ängste: Angst und Unruhe während der heftigen Schmerzattacken, Furcht vor dem Anblick und Geruch von Nahrung, Beklemmung mit dem Gefühl, den Zustand nicht zu überstehen
Leitsymptome
- Anblick und Geruch von Speisen
- Bewegung und Gehen
- Berührung
- nasskaltes Wetter, Herbst
- abends und nachts
- Naseschneuzen
- Sitzen und Ruhe
- nach dem Stuhlgang
- Bücken (bei Bauchbeschwerden)
- Wärme und warmes Zudecken
Verlangen und Abneigungen
- In der Literatur werden wechselnde Wünsche genannt, die beim Anblick der Speise sofort wieder erlöschen
- zeitweise Verlangen nach Dingen, die zuvor abgelehnt wurden
- Speisen allgemein, besonders bei deren Geruch (Grad 3)
- Fisch
- Eier
- Fleischbrühe und Fett, wie die klassische Literatur ergänzt
- Durstlosigkeit trotz trockener Haut
In Repertorien häufig zugeordnet
gichtige Gelenkbeschwerden, besonders an Zehen, Händen und Knienrheumatische Schmerzen bei nasskaltem WetterBlähungskoliken und aufgetriebener BauchÜbelkeit und Erbrechen mit Nahrungsekel, auch in der Schwangerschaft in Repertorien geführtherbstliche Durchfälle mit TenesmusWasseransammlungen und Ergüsse, klassisch zugeordnet
Abgrenzung
Bryonia teilt die Verschlechterung durch jede Bewegung, hat aber großen Durst auf große Mengen und trockene Schleimhäute, wo Colchicum durstlos und geruchsempfindlich ist. Arsenicum album zeigt ebenfalls Schwäche mit Übelkeit, dabei jedoch brennende Schmerzen, Ruhelosigkeit und Besserung durch Wärme und kleine Schlucke. Veratrum album hat den Kollaps mit kaltem Schweiß und heftigem Erbrechen ohne die für Colchicum kennzeichnende Überempfindlichkeit gegen Speisengerüche.
Verwandte Mittel
Bryonia albaArsenicum albumVeratrum albumArnica montanaCarbo vegetabilisNux vomica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.