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Materia medica · Nr. 110

Coffea cruda

Coff.

In 5.093 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Coffea cruda, der ungeröstete Rohkaffee, steht in den Repertorien für einen Zustand nervöser Überreizung: alle Sinne sind geschärft, Geräusche, Gerüche und Berührung werden unerträglich, der Schlaf bleibt aus, weil die Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Klassisch wird das Mittel Beschwerden zugeordnet, die auf freudige Aufregung oder plötzliche gute Nachrichten folgen. Der typische Patient ist hellwach, ideenreich, körperlich schmerzüberempfindlich und schreit beim geringsten Schmerz auf.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt; die Literatur beschreibt vorwiegend nervös-reizbare, lebhafte Menschen mit rascher Auffassungsgabe.
Thermalitätwechselnd
TemperamentLebhaft, heiter bis ausgelassen, mit übersprudelnden Einfällen und gutem Gedächtnis. Die Reizbarkeit ist nicht gereizt-mürrisch, sondern übererregt. Nach dem Übermaß an Erregung folgt oft Erschöpfung, gelegentlich Ohnmachtsneigung.

Gemütsbild

Überreizung aller Sinne, besonders des GehörsBeschwerden durch übermäßige Freude und AufregungIdeenreichtum und ungewöhnlich waches GedächtnisRasche Umschläge zwischen Heiterkeit und Verzweiflung

Die Rubriken führen mit hohem Grad geschärfte Sinne, Empfindlichkeit gegen Geräusche, Erregbarkeit, Ideenreichtum, Heiterkeit und ausgelassene Fröhlichkeit. Ebenso deutlich sind Beschwerden durch Gemütsbewegungen, durch übermäßige Freude und durch zu viel Lachen. Die klassische Materia medica beschreibt Menschen, die vor Aufregung weder essen noch schlafen können und deren Gedanken in raschem Fluss aufeinanderfolgen. Kennzeichnend ist der plötzliche Umschlag: aus der Hochstimmung wird ohne Übergang Weinen oder Verzweiflung. Bewusstlosigkeit nach starker Gemütsbewegung ist mit hohem Grad aufgeführt.

Ängste: Furcht vor einem Schlaganfall, Reue über zurückliegendes Verhalten, Angst mit Zittern nach Aufregung

Leitsymptome

Schlaflosigkeit, weil die Gedanken hellwach weiterlaufen; sowohl vor als auch nach Mitternacht beschrieben
Außerordentliche Schmerzempfindlichkeit; kleine Schmerzen führen zu Schreien und Verzweiflung
Neuralgische Zahnschmerzen, verschlimmert durch Wärme und warme Getränke, klassisch gebessert durch kaltes Wasser im Mund
Überempfindlichkeit des Gehörs und des Geruchssinns; Musik und Schritte anderer verschlimmern den Kopfschmerz
Einseitiger Kopfschmerz wie von einem eingeschlagenen Nagel
Herzklopfen nach Erregung oder Schreck
Verschlechterung
  • Starke Gemütsbewegungen, besonders Freude
  • Berührung
  • Nachts und vor Mitternacht
  • Wärme und Wein
Verbesserung
  • Kälteanwendung im Gesicht und am Zahn
  • Ruhe und Reizabschirmung
  • Liegen im warmen Bett bei Frost

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach kaltem Wasser im Mund bei Zahnschmerzen
  • Speisebezogene Verlangen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
Abneigung
  • Abneigung gegen frische Luft
  • Unverträglichkeit von Wein
  • Verschlimmerung nach zu reichlichem Essen

In Repertorien häufig zugeordnet

Schlaflosigkeit nach freudiger Erregung, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtNeuralgische Zahnschmerzen mit Besserung durch KälteZustände außerordentlicher SchmerzüberempfindlichkeitNervöser einseitiger KopfschmerzÜbererregung bei Kindern

Abgrenzung

Nux vomica teilt die Reizbarkeit und Geräuschempfindlichkeit, ist dabei aber mürrisch, angespannt und morgens verschlimmert, während Coffea von Hochstimmung und Übererregung geprägt ist. Chamomilla zeigt ebenfalls unerträglichen Schmerz, verbunden jedoch mit Zorn, Ungeduld und dem Verlangen, getragen zu werden. Aconitum entspringt dem Schreck und der Todesfurcht, Coffea dagegen der freudigen Erregung; beide kennen die plötzliche Heftigkeit.

Verwandte Mittel

Nux vomicaChamomillaIgnatiaAconitumOpium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.