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Materia medica · Nr. 109

Codeinum

Cod.

In 162 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Codeinum, ein Alkaloid des Schlafmohns, steht in der Materia medica zwischen den Opiummitteln und den Nervenmitteln. Die Rubriken führen es vor allem beim Husten mit Auswurf und bei begleitenden Atembeschwerden auf, daneben bei Zuckungen, Zittern und Ruhelosigkeit. Auffallend ist die ausdrücklich vermerkte Verschlimmerung während der Schwangerschaft.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Literatur beschreibt eher nervös erregbare, reizbare Menschen mit unruhigem Schlaf.
Thermalitätwechselnd
TemperamentNervös erregbar bei gleichzeitiger Benommenheit. Die Rubriken nennen Delirium; die klassische Literatur beschreibt für die Opiumreihe insgesamt einen Zustand, in dem Betäubung und innere Unruhe nebeneinander bestehen. Geistige Anstrengung verschlimmert das Herzklopfen.

Gemütsbild

Nervöse Erregbarkeit bei gleichzeitiger BenommenheitRuhelosigkeit, besonders nachtsVerwirrte, delirante ZuständeVerschlimmerung durch geistige Anstrengung

Die Gemütsrubriken sind spärlich und nennen im Wesentlichen Delirium. Die klassische Literatur zeichnet Codeinum als Mittel eines zwiespältigen Zustands: Der Betroffene ist zugleich betäubt und innerlich unruhig, findet nachts keinen Schlaf und wird von Zuckungen und Zittern begleitet. Geistige Anstrengung verstärkt das Herzklopfen. Die Nähe zu Opium ist im Bild deutlich, doch überwiegt bei Codeinum die reizbare, wache Unruhe gegenüber der tiefen Betäubung des Hauptmittels.

Ängste: Unruhe in der Nacht ohne benannten Anlass, Beklemmung bei aussetzendem Herzschlag

Leitsymptome

Husten mit Auswurf, in den Rubriken am höchsten graduiert, dazu Begleitbeschwerden der Atmung
Reizhusten in der Nacht, kurz und abgehackt, mit rasselndem Schleim
Eitriger, reichlicher Auswurf
Krampfhafter Lidschluss, Beschwerden der Augenlider
Herzklopfen mit aussetzendem Herzschlag, verschlimmert durch geistige Anstrengung
Zuckungen und Zittern, Taubheitsgefühl der Arme, Zucken der Beine
Übelkeit, in den Rubriken der Schwangerschaft zugeordnet
Empfindung eines Rieselns wie von Tropfen und eines Drehens im Körper
Verschlechterung
  • Nachts, besonders für den Husten und die Unruhe
  • Während der Schwangerschaft, in den Rubriken eigens verzeichnet
  • Geistige Anstrengung
  • Vormittags
Verbesserung
  • Nach dem Abhusten von Auswurf
  • Ruhe und ungestörter Schlaf
  • Frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Widerwille gegen Speisen bei Übelkeit
  • In den vorliegenden Rubriken keine weiteren Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Reizhusten mit Auswurf, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtNächtlicher Husten mit AtembeschwerdenÜbelkeit während der SchwangerschaftSchlaflosigkeit mit nervöser UnruheHerzklopfen mit unregelmäßigem SchlagZuckungen und Zittern der Glieder

Abgrenzung

Opium, das Hauptmittel der Gruppe, kennzeichnet die tiefe Betäubung mit rotem, heißem Gesicht, schnarchender Atmung und Schmerzlosigkeit; Codeinum zeigt eher die reizbare, wache Unruhe mit Husten. Hyoscyamus teilt Zuckungen und Delirium, verbindet sie aber mit Misstrauen und einem trockenen Reizhusten im Liegen. Ipecacuanha steht bei Husten mit Übelkeit und rasselndem Schleim nahe, ohne die nervöse Schlaflosigkeit.

Verwandte Mittel

OpiumHyoscyamus nigerAgaricus muscariusAmmonium bromatumIpecacuanha

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.