HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 108

Cochlearia armoracia

Coch.

In 154 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cochlearia armoracia, der Meerrettich aus der Familie der Kreuzblütler, ist ein kleines, wenig geprüftes Mittel mit scharf brennenden Empfindungen. Das Repertorium führt es vor allem bei lange bestehenden Absonderungen aus der Harnröhre und bei brennenden Schmerzen an Eichel, Harnröhrenmündung und Mastdarm. Der rote Faden ist die beißend-brennende Reizung der Schleimhäute, wie sie die scharfe Wurzel auch in ihrer Anwendung als Speise erkennen lässt.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben; das Mittel wird über seine örtlichen Symptome bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken verzeichnen Ängstlichkeit im zweiten Grad, dazu Unentschlossenheit, Traurigkeit und Beschwerden nach seelischer Erregung. Beschrieben wird eine nervöse Erregbarkeit, bei der Aufregung körperliche Beschwerden nach sich zieht. Ein ausgearbeitetes Charakterbild liegt nicht vor.

Gemütsbild

ÄngstlichkeitUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitBeschwerden nach seelischer ErregungNervöse ErregbarkeitGedrückte, traurige Stimmung

Das Gemütsbild von Cochlearia armoracia ist knapp gehalten und stützt sich auf wenige Rubriken. Am deutlichsten ist die Angst verzeichnet, daneben eine nervöse Erregbarkeit und die ausdrückliche Angabe, dass Beschwerden nach Gemütsbewegungen auftreten oder sich verschlimmern. Hinzu kommen Unentschlossenheit sowie Traurigkeit im Sinne einer gedrückten Stimmung. Da das Mittel nur unvollständig geprüft ist, sollte das Gemütsbild nicht als tragende Säule der Mittelwahl verstanden werden; die Zuordnung erfolgt in der Praxis über die örtlichen brennenden Beschwerden.

Ängste: Allgemeine Ängstlichkeit ohne näher benannten Inhalt, Beunruhigung im Zusammenhang mit lange bestehenden Harnröhrenbeschwerden

Leitsymptome

Absonderung aus der Harnröhre, ausdrücklich auch bei lange bestehendem Verlauf - im höchsten Grad der vorliegenden Rubriken verzeichnet
Brennende Schmerzen an der Eichel, vor, während und nach dem Wasserlassen; ebenso schneidende Schmerzen an gleicher Stelle
Brennen an der Harnröhrenmündung und im vorderen Abschnitt der Harnröhre beim Wasserlassen
Brennen im Mastdarm
Harnverhaltung, häufiger Harndrang und tröpfelnder, erschwerter Harnabgang
Unterdrückter Fußschweiß als auslösender Umstand für Beschwerden
Heißhunger mit gleichzeitigem Durchfall; Kolik im Bauch
Verschlechterung
  • Wasserlassen, besonders Beginn und Ende
  • Seelische Erregung und Aufregung
  • Unterdrückung des Fußschweißes
  • Nasskaltes Wetter, im Zusammenhang mit den rheumatischen Fieberzuständen
Verbesserung
  • Ruhe
  • Warme, freie Absonderung
  • Ungestörter Schlaf

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken ist ein Heißhunger verzeichnet, ohne Angabe einer bestimmten Speise
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei lange bestehenden Absonderungen aus der Harnröhre im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu brennenden Schmerzen an Eichel und Harnröhrenmündung beim WasserlassenBei Brennen im Mastdarm verzeichnetBei Harnverhaltung und tröpfelndem Harnabgang genanntBei Beschwerden nach unterdrücktem Fußschweiß aufgeführtBei umherziehenden rheumatischen Fieberzuständen beschrieben

Abgrenzung

Cannabis sativa steht ebenfalls bei brennenden Harnröhrenbeschwerden, dort jedoch mit dem kennzeichnenden Gefühl, tropfenweise Urin zu verlieren, und mit deutlicher Empfindlichkeit der ganzen Harnröhre auf Druck. Capsicum teilt das Brennen wie von Pfeffer, zeigt aber ein anderes Allgemeinbild mit Heimweh, Kälteempfindlichkeit und Frösteln nach dem Trinken. Cannabis indica und Petroselinum sind bei plötzlichem, unaufschiebbarem Harndrang zu erwägen. Für Cochlearia armoracia sprechen die Verbindung von lange bestehender Absonderung, dem Brennen genau an der Harnröhrenmündung und der Angabe unterdrückten Fußschweißes.

Verwandte Mittel

Cannabis sativaCapsicum annuumPetroselinumThuja occidentalisSiliceaMercurius solubilis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.