Cochlearia armoracia, der Meerrettich aus der Familie der Kreuzblütler, ist ein kleines, wenig geprüftes Mittel mit scharf brennenden Empfindungen. Das Repertorium führt es vor allem bei lange bestehenden Absonderungen aus der Harnröhre und bei brennenden Schmerzen an Eichel, Harnröhrenmündung und Mastdarm. Der rote Faden ist die beißend-brennende Reizung der Schleimhäute, wie sie die scharfe Wurzel auch in ihrer Anwendung als Speise erkennen lässt.
Konstitution
Gemütsbild
ÄngstlichkeitUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitBeschwerden nach seelischer ErregungNervöse ErregbarkeitGedrückte, traurige Stimmung
Das Gemütsbild von Cochlearia armoracia ist knapp gehalten und stützt sich auf wenige Rubriken. Am deutlichsten ist die Angst verzeichnet, daneben eine nervöse Erregbarkeit und die ausdrückliche Angabe, dass Beschwerden nach Gemütsbewegungen auftreten oder sich verschlimmern. Hinzu kommen Unentschlossenheit sowie Traurigkeit im Sinne einer gedrückten Stimmung. Da das Mittel nur unvollständig geprüft ist, sollte das Gemütsbild nicht als tragende Säule der Mittelwahl verstanden werden; die Zuordnung erfolgt in der Praxis über die örtlichen brennenden Beschwerden.
Ängste: Allgemeine Ängstlichkeit ohne näher benannten Inhalt, Beunruhigung im Zusammenhang mit lange bestehenden Harnröhrenbeschwerden
Leitsymptome
- Wasserlassen, besonders Beginn und Ende
- Seelische Erregung und Aufregung
- Unterdrückung des Fußschweißes
- Nasskaltes Wetter, im Zusammenhang mit den rheumatischen Fieberzuständen
- Ruhe
- Warme, freie Absonderung
- Ungestörter Schlaf
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken ist ein Heißhunger verzeichnet, ohne Angabe einer bestimmten Speise
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei lange bestehenden Absonderungen aus der Harnröhre im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu brennenden Schmerzen an Eichel und Harnröhrenmündung beim WasserlassenBei Brennen im Mastdarm verzeichnetBei Harnverhaltung und tröpfelndem Harnabgang genanntBei Beschwerden nach unterdrücktem Fußschweiß aufgeführtBei umherziehenden rheumatischen Fieberzuständen beschrieben
Abgrenzung
Cannabis sativa steht ebenfalls bei brennenden Harnröhrenbeschwerden, dort jedoch mit dem kennzeichnenden Gefühl, tropfenweise Urin zu verlieren, und mit deutlicher Empfindlichkeit der ganzen Harnröhre auf Druck. Capsicum teilt das Brennen wie von Pfeffer, zeigt aber ein anderes Allgemeinbild mit Heimweh, Kälteempfindlichkeit und Frösteln nach dem Trinken. Cannabis indica und Petroselinum sind bei plötzlichem, unaufschiebbarem Harndrang zu erwägen. Für Cochlearia armoracia sprechen die Verbindung von lange bestehender Absonderung, dem Brennen genau an der Harnröhrenmündung und der Angabe unterdrückten Fußschweißes.
Verwandte Mittel
Cannabis sativaCapsicum annuumPetroselinumThuja occidentalisSiliceaMercurius solubilis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.