Cocculus indicus, die Kockelskörner, ist in der klassischen Materia medica das große Mittel für Erschöpfung nach durchwachten Nächten und für Übelkeit durch Bewegung. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Seekrankheit, Übelkeit beim Fahren im Wagen und bei lähmungsartiger Schwäche. Typischerweise beschrieben wird ein Mensch, der sich nach langer Sorge um andere selbst aufgezehrt hat.
Konstitution
Gemütsbild
Erschöpfung durch Pflege, Nachtwachen und Sorge um andereMilde und Aufopferung bei Vernachlässigung der eigenen GrenzenBeschwerden nach Kummer und nach ÄrgerBenommenheit, Vergesslichkeit und Verlangsamungverzerrtes Zeitgefühl – die Zeit vergeht zu schnell
Cocculus wird in der Literatur mit einem Menschen verbunden, der lange über die eigene Kraft hinaus für andere da war: Nachtwachen am Krankenbett, Pflege von Angehörigen, anhaltende Sorge. Die Rubriken Kummer, Beschwerden durch und Beschwerden nach Ärger sind hochgradig vertreten, ebenso die Milde des Wesens. Nach dieser Überforderung folgt ein Zustand von Benommenheit, Gedächtnisschwäche und Abneigung gegen Sprechen – alle drei Rubriken im höchsten Grad. Klassisch beschrieben wird ein verändertes Zeitempfinden: Die Zeit scheine viel zu schnell zu vergehen. Dazu treten hysterische Zustände bis zur Ohnmacht, wie sie die Repertorien im höchsten Grad führen. Das Bild ist das einer erschöpften Empfindsamkeit, nicht einer gereizten Abwehr.
Ängste: ängstliche Sorge um die Gesundheit nahestehender Menschen, Angst während der Schwäche- und Ohnmachtsanfälle, Beklemmung bei Bewegung und beim Aufrichten, verbunden mit Schwindel
Leitsymptome
- Bewegung, Fahren, Schaukeln, Autofahren
- Schlafverlust und Nachtwachen
- nach dem Essen
- Kummer, Ärger und Gemütsbewegungen
- beim Aufrichten im Bett
- kalte Luft und Abkühlung
- ruhiges Liegen
- Wärme und warmes Zimmer
- Ruhe im abgedunkelten Raum
- Vermeidung von Bewegung und Erschütterung
Verlangen und Abneigungen
- Die Materia medica nennt zeitweiliges Verlangen nach kalten Getränken und nach Bier
- über ein durchgängiges Nahrungsverlangen liegen keine kennzeichnenden Angaben vor
- Abneigung gegen Speisen, besonders bei deren Geruch (Rubrik Grad 3)
- vollständiger Appetitverlust mit Ekel vor Nahrung (Rubriken Grad 3)
In Repertorien häufig zugeordnet
Reise- und Seekrankheit mit Übelkeit und SchwindelErschöpfungszustände nach Nachtwachen, Pflege und SchlafmangelSchwindel mit Übelkeit, verschlechtert durch Aufrichtenkrampfartige Bauchbeschwerden mit BlähungenNackensteifigkeit und HinterkopfschmerzErschöpfung und Beschwerden nach Kummer
Abgrenzung
Tabacum hat ebenfalls Reisekrankheit, dort jedoch mit Todesblässe, kaltem Schweiß und Besserung durch frische Luft und Aufdecken, während Cocculus Wärme und Ruhe braucht. Petroleum zeigt Reisekrankheit gemeinsam mit rissiger Haut und Heißhunger. Von Nux vomica unterscheidet sich Cocculus durch die Milde und die Erschöpfung, wo Nux vomica Gereiztheit und Überreizung zeigt.
Verwandte Mittel
TabacumPetroleumNux vomicaIgnatiaGelsemiumPulsatilla
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.