HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1198

Cocainum hydrochloricum

Cocain.

In 39 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cocainum hydrochloricum, das Kokainsalz aus den Blättern des Kokastrauchs, ist in der Materia medica das Mittel der Missempfindungen unter der Haut. Höchstbewertet und geradezu bildbestimmend sind das Gefühl, als lägen kleine Fremdkörper oder Sandkörner unter der Haut, und die Empfindung von Würmern, die darunter kriechen. Dazu treten Formverzerrungen des Sehens, Ruhelosigkeit und ein Reden, das immer wieder auf denselben Gegenstand zurückkommt.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionsbild im engeren Sinne ist nicht ausgearbeitet; das Mittel wird über den Zustand erschlossen, nicht über den Körperbau. Beschrieben werden aufgedrehte, zugleich ausgezehrte Menschen mit gesteigerter Empfindlichkeit der Schleimhäute.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas Bild ist von Überreizung geprägt: Ruhelosigkeit, gesteigerte Rede, ein Verhaftetsein an einzelnen Vorstellungen. Zugleich verzeichnet das Repertorium mangelndes Selbstvertrauen bis zur Selbstherabsetzung - Aufgeregtheit und Selbstzweifel liegen dicht beieinander.

Gemütsbild

Reden, das immer nur um einen einzigen Gegenstand kreistWahnidee, mit Würmern bedeckt zu seinRuhelosigkeit und GetriebenheitMangelndes Selbstvertrauen bis zur Selbstherabsetzung

Das Gemüt von Cocainum hydrochloricum steht unter Hochspannung. Das Repertorium führt an gehobener Stelle das Reden, das bei einem einzigen Thema verharrt und nicht davon loskommt - ein Zug, der zur inneren Fixierung des Mittels passt. Daneben steht die Wahnidee, mit Würmern bedeckt zu sein: dieselbe Missempfindung, die sich körperlich als Kriechen unter der Haut zeigt, kehrt hier als Vorstellung wieder. Die Ruhelosigkeit ist in den Empfindungen ausdrücklich verzeichnet und trägt das ganze Bild. Bemerkenswert ist der Gegenzug: Trotz der Aufgeregtheit beschreibt das Repertorium mangelndes Selbstvertrauen und Selbstherabsetzung. Die Literatur zeichnet damit einen Menschen, der äußerlich beschleunigt und innerlich brüchig ist.

Ängste: Furcht, von Würmern oder Ungeziefer befallen zu sein, Innere Unruhe und Getriebenheit, die als Beunruhigung erlebt wird, Selbstzweifel und Furcht vor dem eigenen Versagen

Leitsymptome

Gefühl, als lägen kleine Fremdkörper oder Sandkörner unter der Haut - höchstbewertet und für das Mittel bezeichnend
Empfindung von Würmern, die unter der Haut kriechen; die Empfindungen liegen ausdrücklich unterhalb der Hautoberfläche
Verzerrtes Sehen: Gegenstände erscheinen in ihrer Form entstellt
Beschwerden der Augenlider, besonders der oberen Lider
Gefühl, als sei der Penis nicht vorhanden
Überempfindlichkeit von Zahnfleisch und Mund, mit wundem, wie aufgeschürftem Schmerz; verhärtete Drüsen mit dem Gefühl kleiner Fremdkörper
Verschlechterung
  • Reizüberflutung und geistige Aufregung
  • Berührung der überempfindlichen Schleimhäute
  • Ruhiges Liegen, wenn die Missempfindungen unter der Haut hervortreten
Verbesserung
  • Ablenkung und Bewegung, entsprechend der bildbestimmenden Ruhelosigkeit
  • Weitere Besserungen sind im vorliegenden Datenbestand nicht verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Speiseverlangen im Repertorium verzeichnet
  • Die Literatur beschreibt eine Herabsetzung des Hungergefühls als Wirkung der Ausgangssubstanz
Abneigung
  • Keine Speiseabneigungen im Repertorium verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Kribbeln und Missempfindungen unter der HautVorstellung, von Ungeziefer befallen zu seinSehstörungen mit FormverzerrungÜberempfindlichkeit von Zahnfleisch und MundschleimhautRuhelosigkeit mit gesteigerter RedeEmpfindungen des Fehlens von Körperteilen

Abgrenzung

Agaricus muscarius teilt das Kribbeln und die Empfindung, als lägen Eisnadeln unter der Haut, tritt aber mit den bekannten Zuckungen und der Verschlechterung durch Kälte hervor. Cannabis indica teilt die Zeit- und Raumverzerrung sowie die Formveränderungen des Sehens, zeigt jedoch das für sie kennzeichnende Auseinanderfallen von Gedanken und das Lachen. Hyoscyamus niger und Stramonium sind bei der Redseligkeit und den Wahnideen zu vergleichen; Coca als Ausgangspflanze steht dem Mittel botanisch am nächsten, ist aber deutlich milder gezeichnet.

Verwandte Mittel

Agaricus muscariusCannabis indicaCocaHyoscyamus nigerStramonium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.