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Materia medica · Nr. 340

Coca

Coca

In 996 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Coca wird aus den Blättern des südamerikanischen Cocastrauchs bereitet, das in den Anden traditionell gegen die Beschwerden großer Höhen gekaut wurde. Entsprechend ist das Mittel in der Materia medica eng mit der Höhenkrankheit verbunden: Atemnot und Herzklopfen beim Bergaufgehen, Schwindel und ein Gefühl, als sei ein Band um den Kopf gelegt. Beschrieben werden zudem ältere, erschöpfte Menschen sowie schüchterne, menschenscheue Naturen.

Konstitution

KörperbauDie Literatur betont weniger den Körperbau als das Lebensalter: Beschwerden alter, geschwächter Menschen sind in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Repertorien führen Schüchternheit und Befangenheit auf. Die Materia medica beschreibt dazu eine anfängliche Erregung und Redseligkeit, der Erschöpfung und Menschenscheu folgen. Charakteristisch ist ein Zustand, in dem die Kräfte künstlich über die eigene Grenze hinaus getrieben worden sind.

Gemütsbild

Schüchternheit, Befangenheit, Scheu vor MenschenErschöpfung nach vorangegangener ÜbererregungSchwindel und Benommenheit als bestimmende EmpfindungBeschwerden nach Überanstrengung der Kräfte

Im Gemütsbereich sind in den vorliegenden Rubriken vor allem Schüchternheit und Befangenheit ausgewiesen, dazu Schwindel als das Denken beherrschende Erscheinung. Die klassische Materia medica beschreibt bei Coca eine Zweiphasigkeit: zunächst gehobene Stimmung, Gesprächigkeit und das Gefühl vermehrter Kraft, danach Niedergeschlagenheit, Menschenscheu und tiefe Erschöpfung. Verzeichnet sind ferner Lichtsucht und bunte Farbtäuschungen des Sehens, die die Literatur als Ausdruck der Erregung des Nervensystems deutet. Typischerweise beschrieben wird ein Mensch, der sich zurückzieht und Gesellschaft meidet, während der Körper gleichzeitig auf jede Anstrengung mit Atemnot antwortet.

Ängste: Scheu vor Menschen und Gesellschaft, Beklemmung bei Atemnot

Leitsymptome

Atemnot beim Bergaufgehen und Treppensteigen sowie nach jeder Anstrengung; in den Rubriken ausdrücklich als Bergkrankheit aufgeführt
Schwindel, oft mit erweiterten Pupillen und Lichtsucht; bunte Farbtäuschungen des Sehens
Gefühl, als sei ein Band oder Reifen um den Kopf gelegt, besonders um die Stirn
Ohrgeräusche, Klingeln und Sausen in den Ohren
Tiefe, rauhe Stimme; Husten mit weißlichem Auswurf
Erschwertes Schlucken von Flüssigkeiten sowie Verschlechterung beim Heben der Augen
Verschlechterung
  • Bergaufgehen, Treppensteigen und körperliche Anstrengung
  • Große Höhen
  • Kalte Luft
  • Morgens
  • Nachts, hinsichtlich der Atemnot
  • Schlucken von Flüssigkeiten
Verbesserung
  • Ruhe
  • Langsames, gleichmäßiges Gehen in der Ebene
  • Frische Luft in Maßen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Fleisch
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Höhen- und Bergkrankheit mit Atemnot aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Atemnot und Herzklopfen nach AnstrengungBei Schwindel mit Ohrgeräuschen genanntBei Erschöpfungszuständen älterer Menschen verzeichnetBei Heiserkeit mit tiefer Stimme in der Literatur beschriebenBei Beschwerden nach Überanstrengung der Kräfte aufgeführt

Abgrenzung

Arsenicum album teilt die Atemnot und die Erschöpfung, zeigt aber ausgeprägte Unruhe, brennende Schmerzen und nächtliche Verschlimmerung mit Angst. Cannabis indica überschneidet sich in den Sinnestäuschungen und im veränderten Zeitgefühl, ohne die Bindung an körperliche Anstrengung und große Höhen. Coca ist im Kern das Mittel der über die eigene Kraft hinaus getriebenen Leistung mit Atemnot beim Aufsteigen; Gelsemium wird in der Literatur als Antidot geführt.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumChamomillaCannabis indicaGelsemiumCarbo vegetabilis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.