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Materia medica · Nr. 106

Coccus cacti

Coc-c.

In 3.079 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Coccus cacti wird aus der Cochenilleschildlaus gewonnen und gehört zu den Tierarzneien. Die Literatur beschreibt es als ausgesprochenes Hustenmittel: anfallsweiser, würgender Husten mit zähem, fadenziehendem, weißem Schleim, der am Ende des Anfalls in großen Klumpen herausgewürgt wird. Daneben steht ein zweites Wirkungsfeld an den Harnwegen mit Blasenkrampf und Steinbildung.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben; das Mittel wird nach der charakteristischen Symptomenlage gewählt.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentAuffällig ist die Unverträglichkeit von Wärme: Betroffene werden in geheizten Räumen unruhig und gereizt, an frischer Luft entspannen sie sich. Ein weitergehendes seelisches Bild ist in den Rubriken nicht belegt.

Gemütsbild

Unruhe und Gereiztheit durch die HustenanfälleErschöpfung nach den nächtlichen AttackenEmpfindlichkeit gegen warme, stickige Luft

Zum Gemüt liegen in den ausgewerteten Rubriken keine charakteristischen Angaben vor, und auch die klassische Materia medica beschreibt Coccus cacti überwiegend als körperlich wirkendes Mittel. Was sich abzeichnet, ergibt sich aus dem Beschwerdebild selbst: Die anfallsweise auftretenden, erschöpfenden Hustenattacken mit Würgen und Erbrechen machen mürbe, stören den Schlaf und führen zu einer reizbaren Erschöpfung. Kennzeichnend ist, dass Betroffene die Fenster geöffnet haben wollen und in warmen Zimmern unruhig werden. Ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild lässt sich daraus nicht ableiten.

Ängste: Beklemmung während der Hustenanfälle, Zu weiteren Ängsten liegen keine belastbaren Rubriken vor

Leitsymptome

Anfallsweiser, erschütternder Husten, der beim Erwachen und morgens einsetzt und bis zum Würgen und Erbrechen führt
Zäher, klebriger, fadenziehender, weißer bis eiweißartiger Schleim, der in großen Mengen ausgeworfen wird
Ständiges Kitzeln im Kehlkopf, ein Gefühl von Krümeln, Staub oder einem Fremdkörper im Hals mit dauerndem Schluckzwang
Deutliche Besserung des Hustens an kalter Luft und durch kalte Getränke, Verschlechterung im warmen Zimmer
Blasenkrampf mit häufigem, plötzlichem Harndrang, langem Pressen und Jucken an der Harnröhrenmündung; klassisch bei Nierenstein- und Blasensteinbeschwerden genannt
Menses mit dunklen, klumpigen Gerinnseln; zäher, fadenziehender Fluor
Verschlechterung
  • Im warmen Zimmer und durch warme Speisen
  • Beim Erwachen und morgens
  • Im Liegen und nachts
  • Durch Essen und beim Zähneputzen
  • Im Winter
Verbesserung
  • An kalter, frischer Luft
  • Durch kalte Getränke und kalte Speisen
  • Nach dem Erbrechen des Schleims
  • Im ruhigen Liegen im Bett

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kalte Getränke, die den Husten mildern
  • Frische, kühle Luft
Abneigung
  • Warme Speisen und Getränke
  • Aufenthalt in geheizten Räumen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei anfallsweisem Husten mit zähem, fadenziehendem Auswurf aufgeführtKlassisch zugeordnet zu keuchhustenartigen Zuständen mit Würgen und ErbrechenGenannt bei Kehlkopfreizung, Heiserkeit und Fremdkörpergefühl im HalsVerzeichnet bei Blasenkrämpfen und Beschwerden im Zusammenhang mit HarnsteinenAufgeführt bei klumpiger, dunkler Menstruationsblutung

Abgrenzung

Kalium bichromicum hat ebenfalls zähen, fadenziehenden Schleim, dieser ist dort jedoch typisch gelb bis grün und die Beschwerden bessern sich durch Wärme. Drosera zeigt den anfallsweisen, erschöpfenden Husten mit Würgen, aber ohne den charakteristischen weißen, glasigen Schleim und mit Verschlechterung nach Mitternacht im Liegen. Hydrastis teilt den zähen Schleim, führt jedoch stärker zu allgemeiner Schwäche und Abmagerung. Für Coccus cacti spricht die deutliche Besserung durch kalte Luft und kalte Getränke.

Verwandte Mittel

Kalium bichromicumDroseraCactus grandiflorusCantharisSarsaparilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.