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Materia medica · Nr. 3634

Cladonia Rangiferina

Clad-r.

In 920 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cladonia rangiferina, die Rentierflechte, ist eine Symbiose aus Pilz und Alge und bildet in den nordischen Tundren die Winterweide der Rentiere. Homöopathisch gehört sie zu den jüngeren, klein geprüften Mitteln; sie ist in der klassischen Materia medica nicht ausgearbeitet. Die im Repertorium hinterlegten Angaben sind durchweg im niedrigsten Grad geführt und betreffen vor allem Wärmehaushalt, Nahrungsverlangen, Augen und Bauch.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben; für dieses Mittel ist kein bestimmter Körperbau überliefert.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken verzeichnen Mangel an Lebenswärme neben Hitzegefühl beim Erwachen und Verschlechterung durch Erhitztwerden, also einen schlecht geregelten Wärmehaushalt. An Allgemeinsymptomen sind ferner Ruhelosigkeit, Steifheit und Streckbedürfnis ausgewiesen; ein Gemütsbild lässt sich daraus nicht ableiten.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken keine Gemütssymptome ausgewiesenRuhelosigkeit ist als Allgemeinsymptom verzeichnetIn der klassischen Literatur nicht näher beschrieben

Zum Gemüt liegen bei Cladonia rangiferina keine Rubriken vor. Die hinterlegten Angaben beschränken sich auf Allgemeinsymptome, Nahrungsverlangen und Abneigungen sowie auf Augen-, Atem- und Bauchsymptome und sind sämtlich im niedrigsten Grad geführt. Als einziger Hinweis auf die innere Verfassung findet sich Ruhelosigkeit, begleitet von Steifheit, Schwere und einem Bedürfnis, sich zu strecken. Die klassische Materia medica behandelt dieses Mittel nicht; es stammt aus dem Umfeld neuerer Prüfungen. Eine Schilderung der seelischen Seite wäre daher an dieser Stelle nicht belegbar und unterbleibt bewusst.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Schlecht geregelter Wärmehaushalt: Mangel an Lebenswärme neben Hitzegefühl beim Erwachen und Verschlechterung durch Erhitztwerden
Augensymptome: morgens verklebte Lider, eitrige Absonderung, Trockenheit und Schwere der Lider, Bindehautentzündung
Brennen der Augen beim Lesen, Schmerz wie von Sand, Schmerz im inneren Augenwinkel, links betont, Lichtscheu
Erschwertes, oberflächliches Atmen, besonders nach Anstrengung
Gefühl von etwas Lebendigem im Bauch, Blubbern und Zusammenschnürung; Besserung durch Lockern der Kleidung
Schwere, Steifheit, taube Stellen und wundes Gefühl der Glieder; inneres Pulsieren
Verschlechterung
  • Kaltes Baden
  • Erhitztwerden
  • Enge Kleidung
  • Körperliche Anstrengung
  • Lesen, hinsichtlich der Augenbeschwerden
Verbesserung
  • Baden
  • Lockern der Kleidung
  • Strecken der Glieder

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Schokolade und Süßes, auch Zucker
  • Kalte Getränke
  • Fleisch und Eier
  • Kartoffeln und Reis
  • Knoblauch, Ingwer und Gewürze
  • Warme Speisen
Abneigung
  • Kaffee
  • Heiße Getränke
  • Tabak

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Bindehautentzündung mit verklebten Lidern und Lichtscheu aufgeführtBei Brennen der Augen beim Lesen verzeichnetBei erschwertem, oberflächlichem Atmen nach Anstrengung genanntBei Blähungsbeschwerden mit Besserung durch Lockern der Kleidung aufgeführt

Abgrenzung

Cladonia rangiferina ist klein geprüft; die Datenlage erlaubt keine belastbare Unterscheidung von den großen Mitteln. Bei den Augensymptomen mit verklebten Lidern und Lichtscheu sind die weit besser dokumentierten Mittel Pulsatilla, Euphrasia und Graphites zuerst zu prüfen. Für die Blähungsbeschwerden mit Besserung durch Lockern der Kleidung steht Lycopodium mit einem vollständigen Bild zur Verfügung. Bei diesem Mittel empfiehlt sich daher besondere Zurückhaltung und der Abgleich mit einer aktuellen Prüfungsdokumentation.

Verwandte Mittel

PulsatillaEuphrasiaGraphitesLycopodium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.