Cistus canadensis, das kanadische Ziströsschen, ist in der Materia medica das Mittel der ausgeprägten Kälteempfindlichkeit und der chronischen Drüsenleiden. Kennzeichnend ist eine Empfindlichkeit gegen die geringste kalte Luft und ein Gefühl umschriebener Kälte an einzelnen Stellen, etwa in der Nase, im Bauch, im Magen oder auf dem Kopf, oft mit dem Eindruck, als wehe dort ein Luftzug. Dazu treten harte, geschwollene Halsdrüsen, blutendes, sich zurückziehendes Zahnfleisch und aufgesprungene, rissige Hände.
Konstitution
Gemütsbild
Empfindlichkeit gegenüber geistiger AnstrengungReizbarkeit bei ErschöpfungRückzugsneigung durch die KälteempfindlichkeitSorge um den langwierigen Verlauf des Drüsenleidens
Zum Gemüt liegen in den vorliegenden Rubriken keine eigenen Einträge vor; das Bild dieses Mittels ist überwiegend körperlich ausgearbeitet. Die klassische Literatur nennt eine Verschlimmerung des Befindens durch geistige Anstrengung sowie eine gereizte, mürrische Stimmung, wie sie bei langwierigen Drüsen- und Knochenleiden häufig beschrieben wird. Kennzeichnend ist, dass die Kranken sich vor Kälte und Zugluft schützen und deshalb Aufenthalte im Freien meiden. Ein eigenständiges seelisches Bild ist in der Materia medica zu Cistus nicht ausgearbeitet, weshalb sich die Mittelwahl vor allem auf die Kälteempfindlichkeit, die Drüsenzeichen und den Zustand von Zahnfleisch und Haut stützt.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Kalte Luft und Zugluft, schon in geringem Maß
- Entblößen einzelner Körperstellen
- Geistige Anstrengung
- Kalte Waschungen
- Winterliche Witterung
- Wärme und warmes Zudecken
- Geschützter, gleichmäßig warmer Aufenthalt
- Essen
- Ruhe
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei chronischer Schwellung der Halsdrüsen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu ausgeprägter Empfindlichkeit gegen kalte Luft mit umschriebenen KälteempfindungenBei blutendem, sich zurückziehendem Zahnfleisch verzeichnetBei aufgesprungenen, rissigen Händen und Nagelbettentzündung genanntBei Trockenheit von Nase und Rachen mit Empfindlichkeit gegen eingeatmete Luft aufgeführtIn der Literatur bei langwierigen Drüsen- und Knochenleiden beschrieben
Abgrenzung
Silicea teilt die Frostigkeit, die Drüsenneigung und die Eiterungsvorgänge, zeigt aber Fußschweiß, mangelnde Durchsetzungskraft und Besserung durch Einhüllen des Kopfes. Hepar sulfuris ist ebenfalls ausgeprägt kälteempfindlich und reizbar, mit äußerster Berührungsempfindlichkeit der entzündeten Stellen. Calcarea carbonica steht bei Drüsenschwellung mit Kälte von Kopf und Füßen, mit Schweiß und träger Verdauung. Mercurius solubilis teilt Zahnfleischbluten und Drüsenschwellung, jedoch mit Speichelfluss und Empfindlichkeit gegen Wärme wie Kälte. Für Cistus spricht die Verbindung von äußerster Kälteempfindlichkeit, umschriebenen Kältegefühlen und dem Empfinden eines Luftzugs auf einzelnen Körperteilen.
Verwandte Mittel
SiliceaHepar sulfurisCalcarea carbonicaMercurius solubilisCarbo animalisKalium carbonicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.