Cinnabaris ist der Zinnober, das natürlich vorkommende Quecksilbersulfid. In der Materia medica wird es als Mittel mit deutlicher Beziehung zu den äußeren Geschlechtsorganen, den Augen und der Stirnhöhle beschrieben. Kennzeichnend sind Warzenbildungen und Geschwüre am Genitale sowie ein Kopfschmerz, der bogenförmig quer über die Stirn von einer Schläfe zur anderen zieht.
Konstitution
Gemütsbild
Schwermut, die sich nach dem Essen verstärktNiedergeschlagenheit bei langwierigen BeschwerdenIm Übrigen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Zum seelischen Bild dieses Mittels liegt sehr wenig vor. Die Repertorien führen im Kapitel Gemüt einzig eine Schwermut, die sich nach dem Essen verschlimmert. Verzeichnet sind daneben Alpträume. Die klassische Literatur beschreibt keine ausgearbeitete Charakteristik; Cinnabaris wird üblicherweise anhand seiner örtlichen Kennzeichen verordnet, insbesondere anhand der Beschwerden an Vorhaut und Eichel, der Augensymptome und des bogenförmigen Stirnkopfschmerzes. Weitergehende Angaben zum Wesen des Mittels sind in der Literatur nicht näher beschrieben.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine eigenen Angstrubriken ausgewiesen, Alpträume sind verzeichnet
Leitsymptome
- Nachts
- Berührung, besonders der Kopfhaare
- Wärme wie Kälte gleichermaßen, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
- Vor der Regelblutung
- Druck von außen auf den Kopf
- Nachmittags
- Frische Luft
- Ruhe
Verlangen und Abneigungen
- Deutlich vermehrter Appetit ist verzeichnet
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Entzündung und Reizzuständen von Vorhaut und Eichel aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Kondylomen und Feigwarzen am Genitale und am AfterBei Entzündungen der Regenbogenhaut und der Hornhaut genanntBei Kopfschmerz mit Druck in der Stirn, gebessert durch äußeren Druck, verzeichnetBei zähem Rachenschleim mit ständigem Schluckdrang aufgeführtBei Absonderungen aus der Harnröhre in der klassischen Literatur beschrieben
Abgrenzung
Mercurius solubilis teilt als Quecksilberverbindung die Neigung zu Geschwüren und Schleimhautentzündungen, zeigt jedoch nächtliche Verschlimmerung mit reichlichem, übelriechendem Schweiß, Speichelfluss und ausgeprägten Zahnbeschwerden. Thuja occidentalis wird bei Warzen und Kondylomen häufiger genannt und ist dort das umfassendere Mittel; Cinnabaris wirkt örtlich enger begrenzt auf die äußeren Geschlechtsteile. Nitricum acidum zeigt splitterartige Schmerzen und Risse an den Übergängen von Haut und Schleimhaut. Für Cinnabaris spricht der bogenförmige Stirnkopfschmerz zusammen mit den Augen- und Genitalsymptomen.
Verwandte Mittel
Mercurius solubilisThuja occidentalisNitricum acidumHepar sulphuris calcareumSabinaKalium bichromicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.