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Materia medica · Nr. 103

Cinnabaris

Cinnb.

In 1.978 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cinnabaris ist der Zinnober, das natürlich vorkommende Quecksilbersulfid. In der Materia medica wird es als Mittel mit deutlicher Beziehung zu den äußeren Geschlechtsorganen, den Augen und der Stirnhöhle beschrieben. Kennzeichnend sind Warzenbildungen und Geschwüre am Genitale sowie ein Kopfschmerz, der bogenförmig quer über die Stirn von einer Schläfe zur anderen zieht.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen mit einer Neigung zu Schleimhautentzündungen und Wucherungen im Genitalbereich.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegt nur eine Rubrik vor: Schwermut, die sich nach dem Essen verschlimmert. Ein eigenständiges Gemütsbild ist in der Literatur nicht näher beschrieben; genannt wird eine unbestimmte Niedergeschlagenheit im Rahmen langwieriger Beschwerden.

Gemütsbild

Schwermut, die sich nach dem Essen verstärktNiedergeschlagenheit bei langwierigen BeschwerdenIm Übrigen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Zum seelischen Bild dieses Mittels liegt sehr wenig vor. Die Repertorien führen im Kapitel Gemüt einzig eine Schwermut, die sich nach dem Essen verschlimmert. Verzeichnet sind daneben Alpträume. Die klassische Literatur beschreibt keine ausgearbeitete Charakteristik; Cinnabaris wird üblicherweise anhand seiner örtlichen Kennzeichen verordnet, insbesondere anhand der Beschwerden an Vorhaut und Eichel, der Augensymptome und des bogenförmigen Stirnkopfschmerzes. Weitergehende Angaben zum Wesen des Mittels sind in der Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine eigenen Angstrubriken ausgewiesen, Alpträume sind verzeichnet

Leitsymptome

Entzündung, Rötung und Schwellung von Vorhaut und Eichel mit Juckreiz und Eiterung darunter; Kondylome und harte Geschwüre am Penis
Feigwarzen und Kondylome auch im Afterbereich, im Zusammenhang mit der sykotischen Belastung beschrieben
Kopfschmerz mit Völlegefühl in Stirn und Scheitel, der durch Druck von außen gebessert wird; reißender Schmerz in der Stirn
Entzündung der Regenbogenhaut und der Hornhaut mit Trübung; Schmerzen rings um die Augen, vom inneren Winkel nach außen ziehend
Zäher Schleim im Rachen mit ständigem Schluckdrang, Trockenheit nachts
Grünlich-gelbe Absonderung aus der Harnröhre und aus dem Ohr; Drüsenschwellung in der Leiste
Verschlechterung
  • Nachts
  • Berührung, besonders der Kopfhaare
  • Wärme wie Kälte gleichermaßen, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
  • Vor der Regelblutung
Verbesserung
  • Druck von außen auf den Kopf
  • Nachmittags
  • Frische Luft
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Deutlich vermehrter Appetit ist verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Entzündung und Reizzuständen von Vorhaut und Eichel aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Kondylomen und Feigwarzen am Genitale und am AfterBei Entzündungen der Regenbogenhaut und der Hornhaut genanntBei Kopfschmerz mit Druck in der Stirn, gebessert durch äußeren Druck, verzeichnetBei zähem Rachenschleim mit ständigem Schluckdrang aufgeführtBei Absonderungen aus der Harnröhre in der klassischen Literatur beschrieben

Abgrenzung

Mercurius solubilis teilt als Quecksilberverbindung die Neigung zu Geschwüren und Schleimhautentzündungen, zeigt jedoch nächtliche Verschlimmerung mit reichlichem, übelriechendem Schweiß, Speichelfluss und ausgeprägten Zahnbeschwerden. Thuja occidentalis wird bei Warzen und Kondylomen häufiger genannt und ist dort das umfassendere Mittel; Cinnabaris wirkt örtlich enger begrenzt auf die äußeren Geschlechtsteile. Nitricum acidum zeigt splitterartige Schmerzen und Risse an den Übergängen von Haut und Schleimhaut. Für Cinnabaris spricht der bogenförmige Stirnkopfschmerz zusammen mit den Augen- und Genitalsymptomen.

Verwandte Mittel

Mercurius solubilisThuja occidentalisNitricum acidumHepar sulphuris calcareumSabinaKalium bichromicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.