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Materia medica · Nr. 1143

Cinchoninum sulphuricum

Cinch.

In 32 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cinchoninum sulphuricum, das schwefelsaure Salz des Chinarindenalkaloids Cinchonin, steht in der Literatur im Umfeld von China und Chininum sulphuricum, ist aber weit weniger geprüft. Die Repertorien führen es vor allem bei nachmittäglicher Schwäche, bei wunder, reizbarer Wirbelsäule und bei Haarausfall auf. Auffällig ist ein gesteigertes sexuelles Verlangen bei gleichzeitiger Erschöpfung.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Beschrieben werden nervös erschöpfte, geschwächte Menschen, wie sie nach durchgemachten Fiebern oder Säfteverlusten geschildert werden.
Thermalitätfrostig
TemperamentReizbare Nervenschwäche bestimmt das Bild: Der Betroffene ist am Nachmittag matt und kraftlos, dabei innerlich unruhig und übererregt. Die Rubriken verzeichnen ein gesteigertes sexuelles Verlangen bei Frau und Mann, das im Widerspruch zur allgemeinen Erschöpfung steht — ein Zug, der die Reizüberempfindlichkeit dieses Mittels kennzeichnet.

Gemütsbild

Nachmittägliche Schwäche und KraftlosigkeitReizbare Übererregung der NervenGesteigertes sexuelles Verlangen trotz ErschöpfungKein breit ausgearbeitetes Gemütsbild in der Literatur

Eigentliche Gemütsrubriken liegen zu Cinchoninum sulphuricum nicht vor. Was sich aus den Allgemein- und Genitalrubriken ergibt, ist der Gegensatz von Erschöpfung und Erregung: Die Kraft lässt am Nachmittag deutlich nach, während das sexuelle Verlangen gesteigert bleibt. Zusammen mit der wunden, reizbaren Wirbelsäule ergibt das ein Bild nervöser Übererregbarkeit auf geschwächtem Grund. Weitergehende seelische Züge sind in der klassischen Materia medica nicht näher beschrieben; die Zuordnung erfolgt über die Schwäche, den Zeitpunkt und die Rückenzeichen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Ängste verzeichnet, Beklommenheit bei nachmittäglicher Kraftlosigkeit

Leitsymptome

Schwäche am Nachmittag, in den Allgemeinrubriken eigens verzeichnet
Wundheitsschmerz der Wirbelsäule mit Reizbarkeit des Rückenmarks
Stechender Rückenschmerz, der zur Rippengegend zieht, beim Liegen und Husten schlimmer, im Stehen oder Sitzen gebessert
Ausfallen der Haare
Kopfschmerz
Gesteigertes sexuelles Verlangen bei Frau und Mann
Nasenbluten
Sodbrennen, Wechsel von Verstopfung und Durchfall
Sehschwäche ohne erkennbaren Augenbefund
Verschlechterung
  • Nachmittags, mit deutlicher Schwäche
  • Liegen und Husten, für den stechenden Rückenschmerz
  • Erschütterung und Druck auf die Wirbelsäule
Verbesserung
  • Stehen und Sitzen, für den zur Rippengegend ziehenden Schmerz
  • Ruhe und Wärme
  • Frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine charakteristischen Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Schwächezustände mit nachmittäglicher VerschlimmerungWunde, reizbare WirbelsäuleHaarausfallKopfschmerzen bei ErschöpfungNasenblutenVerdauungsbeschwerden mit Sodbrennen und wechselndem StuhlSehschwäche ohne erkennbaren Augenbefund

Abgrenzung

China officinalis ist das große Mittel der Schwäche nach Säfteverlust, mit Blähung ohne Erleichterung, Berührungsempfindlichkeit und Periodizität. Chininum sulphuricum wird der Fieberperiodizität mit Ohrensausen und Wirbelsäulenempfindlichkeit zugeordnet und steht Cinchoninum am nächsten. Picricum acidum zeigt die Erschöpfung nach geistiger Arbeit mit brennendem Rückenschmerz und gesteigertem Verlangen — ein Bild, das sich hier stark überschneidet. Cinchoninum sulphuricum bleibt das schwächer geprüfte der Chinaalkaloide.

Verwandte Mittel

China officinalisChininum sulphuricumChininum arsenicosumPicricum acidumPhosphoricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.