Artemisia cina, der Zitwersamen aus dem Wurmsamenbeifuß, ist in der klassischen Materia medica das bekannteste Kindermittel bei Wurmbeschwerden. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei Beschwerden durch Spulwürmer, bei Bohren und Zupfen an der Nase und bei einer eigentümlichen Launenhaftigkeit: Das Kind verlangt etwas und weist es zurück, sobald es gereicht wird. Kennzeichnend ist die Verbindung von großem Hunger, Gereiztheit und krampfhaftem Husten.
Konstitution
Gemütsbild
Launenhaftigkeit: Gewünschtes wird zurückgewiesen, sobald es kommtAbwehr gegen Zärtlichkeit, Berührung und AngesehenwerdenReizbarkeit und leichte KränkbarkeitUnruhe mit Zupfen an der Bettdecke
Cina zeichnet in der Materia medica das Bild eines Kindes, mit dem nichts recht zu machen ist: Es verlangt nach etwas und weist es sofort zurück, es weint bei Zurechtweisung und will doch keinen Trost. Die Repertorien führen ausdrücklich die Teilnahmslosigkeit gegenüber Zärtlichkeiten sowie die Abwehr gegen Berührung. Kennzeichnend ist die körperliche Unruhe: Das Kind bohrt in der Nase, zupft an ihr und an der Bettdecke, wirft sich im Schlaf herum und knirscht mit den Zähnen. Bei Erwachsenen beschreibt die Literatur eine ähnliche Reizbarkeit mit Verschlechterung durch geistige Arbeit, besonders durch Schreiben. Insgesamt ergibt sich ein Zustand fortdauernder Gereiztheit, den weder Zuwendung noch Nachgeben beruhigen.
Ängste: Angst, die abends zunimmt, schreckliche Träume mit unruhigem Schlaf, Auffahren und Zittern beim Erwachen
Leitsymptome
- Berührung und Druck
- beim, vor und nach dem Husten
- morgens
- Trinken
- Gähnen
- geistige Arbeit, besonders Schreiben
- Neumond
- linke Körperseite
- Bauchlage und Liegen auf dem Bauch, wie die Literatur beschreibt
- Bewegung im Freien
- Ruhe nach dem Anfall
- Getragenwerden bei kleinen Kindern
Verlangen und Abneigungen
- kalte Getränke (Grad 3)
- Süßigkeiten, wie die klassische Literatur beschreibt
- vieles zugleich, ohne dass etwas befriedigt
- Muttermilch, die die Literatur bei Säuglingen nennt
- in den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren hochgradigen Abneigungen vermerkt
In Repertorien häufig zugeordnet
Wurmbeschwerden bei Kindern, klassisch zugeordnetReizbarkeit und Launenhaftigkeit bei KindernKeuchhusten und krampfhafter HustenZähneknirschen und unruhiger SchlafBauchschmerzen um den Nabel mit hartem BauchFieberzustände bei Kindern mit wechselnder GesichtsfarbeKonvulsionen bei Kindern, in den Repertorien geführt
Abgrenzung
Chamomilla teilt die Reizbarkeit und das Zurückweisen des Verlangten, dort steht jedoch die Unerträglichkeit der Schmerzen und das Verlangen, getragen zu werden, im Vordergrund, oft bei Zahnungsbeschwerden. Antimonium crudum zeigt ebenfalls ein Kind, das nicht angesehen und nicht berührt werden will, mit dick belegter Zunge und Magenüberladung als Ursache. Spigelia hat ebenfalls Wurmsymptome, jedoch mit linksseitigem, ausstrahlendem Gesichts- und Herzschmerz im Zentrum.
Verwandte Mittel
ChamomillaAntimonium crudumSpigeliaNatrium phosphoricumIgnatiaSantoninum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.