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Materia medica · Nr. 100

Cimicifuga racemosa

Cimic.

In 3.256 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cimicifuga racemosa, die Traubensilberkerze, wird in der Materia medica als Frauenmittel mit ausgeprägter Beziehung zu Nacken, Rücken und Gemüt beschrieben. Kennzeichnend ist ein Wechsel zwischen seelischen und körperlichen Beschwerden: Sobald die Schmerzen nachlassen, tritt die Schwermut hervor, und umgekehrt. Dazu gehören steife, schmerzende Nackenmuskeln, ein Scheitel- und Hinterkopfschmerz sowie krampfartige Regelschmerzen.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei Frauen mit rheumatischer Neigung; ein bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken heben Schwermut, Ruhelosigkeit und Seufzen im höchsten Grad hervor, dazu die Furcht, geisteskrank zu werden. Beschrieben wird eine redselige, sprunghafte und zugleich tief niedergedrückte Verfassung mit dem Gefühl, von einer dunklen Wolke umgeben zu sein.

Gemütsbild

Schwermut und Traurigkeit, wie unter einer dunklen WolkeFurcht, den Verstand zu verlierenRuhelosigkeit und Nervosität mit SeufzenRedseligkeit mit schnellem ThemenwechselWechsel zwischen seelischen und körperlichen Beschwerden

Das Gemütsbild ist bei diesem Mittel besonders deutlich ausgeprägt. Die Repertorien führen Schwermut, Ruhelosigkeit, Seufzen und die Wahnidee, geisteskrank zu werden, im höchsten Grad auf; daneben stehen Todesfurcht, Furcht vor Geisteskrankheit und die Furcht, ermordet zu werden. Kennzeichnend ist die ausdrücklich verzeichnete Beobachtung, dass geistige und körperliche Symptome einander abwechseln: Solange der Körper schmerzt, ist das Gemüt ruhiger, und sobald die Schmerzen nachlassen, kehrt die Niedergeschlagenheit zurück. Hinzu kommen Redseligkeit mit raschem Themenwechsel, Beschwerden nach unglücklicher Liebe und eine Neigung zu selbstzerstörerischen Gedanken, die in den Repertorien ausgewiesen ist. In schweren Fällen wird ein rasendes Delirium beschrieben.

Ängste: Furcht vor dem Tod, Furcht, geisteskrank zu werden oder den Verstand zu verlieren, Furcht, ermordet zu werden

Leitsymptome

Steifheit und Spannung im Nacken mit ziehenden Schmerzen der Halswirbelsäule, oft bis in die Schultern; Schweregefühl in der Lendenregion
Kopfschmerz im Hinterkopf und im Scheitel, drückend und wie wundgeschlagen, durch Bewegung verschlimmert; Gefühl, der Kopf sei vergrößert
Schmerzhafte Regelblutung: Je stärker die Blutung, desto heftiger die Schmerzen; krampfartige, wehenartige Schmerzen quer durch den Unterbauch
Rheumatische Schmerzen in Rücken und Gliedern mit Wundheitsgefühl der Muskulatur
Zittern und unwillkürliche Bewegungen; in den Repertorien auch bei Veitstanz aufgeführt, besonders linksseitig
Beklemmung und Schmerzen in der Herzgegend, die in die linke Hand ausstrahlen; Herzklopfen bei Bewegung
Verschlechterung
  • Kalte, feuchte Luft
  • Bewegung
  • Während der Menses, mit zunehmender Blutungsstärke
  • Morgens
  • Bei seelischer Erregung und nach Kummer
Verbesserung
  • Wärme und warmes Einhüllen
  • Ruhe
  • Essen
  • Frische Luft in Maßen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei schmerzhafter Regelblutung mit krampfartigen Unterbauchschmerzen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Nacken- und Rückensteifheit mit rheumatischen SchmerzenBei Kopfschmerzen im Scheitel- und Hinterkopfbereich genanntBei Niedergeschlagenheit im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus und den Wechseljahren verzeichnetBei Beschwerden nach unglücklicher Liebe und nach Kummer in der Literatur beschriebenBei unwillkürlichen Bewegungen und Zittern aufgeführt

Abgrenzung

Von Pulsatilla, das ebenfalls bei Zyklusbeschwerden mit wechselnder Stimmung genannt wird, unterscheidet Cimicifuga die dunklere, angstvollere Schwermut und die ausgeprägte Nackensteifheit; Pulsatilla sucht Trost und bessert sich im Freien. Sepia teilt die Erschöpfung und Niedergeschlagenheit der Frau, zeigt aber Gleichgültigkeit gegenüber Angehörigen und ein Herabdrängen im Becken. Ignatia ähnelt in den Folgen von Kummer und im widersprüchlichen Gemütsbild, ohne die rheumatische Komponente. Für Cimicifuga spricht der ausdrückliche Wechsel zwischen geistigen und körperlichen Beschwerden.

Verwandte Mittel

PulsatillaIgnatiaSepiaGelsemiumAgaricus muscariusBryonia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.