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Materia medica · Nr. 99

Cicuta virosa

Cic.

In 5.264 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cicuta virosa, der Wasserschierling, steht in den Repertorien vor allem für heftige Krampfzustände: tonisch-klonische Konvulsionen, Opisthotonus, nach hinten gezogener Kopf, verdrehte Augen. Im Gemüt beschreibt die klassische Materia medica ein auffallend kindisches, albernes Verhalten bei gleichzeitigem Misstrauen und dem Wunsch, Menschen aus dem Weg zu gehen. Das Mittel ist klassisch den Folgen von Kopfverletzungen und Gehirnerschütterung zugeordnet.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt; die Literatur beschreibt das Mittel über den Zustand, nicht über die Statur. Häufig geschildert bei Kindern und bei Menschen nach Schädelverletzungen.
Thermalitätfrostig
TemperamentArgwöhnisch und menschenscheu, zugleich kindlich-albern. Die Stimmung schlägt rasch um: Weinen, Schreien, dann wieder unpassende Heiterkeit. Traurige Geschichten und Berichte von Unglücken wirken lange nach.

Gemütsbild

Kindisches, dem Alter unangemessenes BenehmenArgwohn und Abneigung gegen GesellschaftHeftigkeit und ImpulsivitätTiefe Betroffenheit durch traurige GeschichtenVerwirrung nach Kopfverletzung

Die Rubriken nennen mit hohem Grad kindisches Benehmen, Schreien und Weinen sowie das Vermeiden des Anblicks anderer Menschen. Dazu treten Argwohn und ein Impuls zur Heftigkeit. Die klassische Materia medica beschreibt einen Zustand, in dem Vertrautes fremd erscheint und die Umgebung als bedrohlich wahrgenommen wird; Kent hebt hervor, dass der Patient auf Gegenwart und Ansprache mit Erschrecken reagiert. Angst vor der Zukunft ist mit hohem Grad aufgeführt. Insgesamt zeigt sich eine Verfassung zwischen Rückzug, Schreck und Regression.

Ängste: Angst vor der Zukunft, Furcht vor Menschen und deren Anblick, Schreckhaftigkeit nach erlebten Ereignissen

Leitsymptome

Tonisch-klonische Konvulsionen mit Opisthotonus; der Kopf wird nach hinten gezogen, der Körper steif
Krampfhafte Bewegungen, Rucken und Zittern der Glieder, Chorea
Zittern und Zucken der Lider, Schielen, verdrehte oder rollende Augen, Pupillen ohne Lichtreaktion
Epileptische Aura, die im Magen empfunden wird, dazu heftiges Schlucksen
Kiefersperre und Konvulsionen im Gesicht
Ekzem mit dichten, zusammenfließenden Pusteln und Krusten, besonders im Gesicht und hinter den Ohren
Verschlechterung
  • Erschütterung, jeder Tritt beim Auftreten
  • Berührung und Ansprache
  • Nachts
  • Anstrengung der Augen
Verbesserung
  • Liegen im Bett
  • Wärme
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Unverdaulichem, klassisch nach Kohle und Kreide beschrieben
  • In der Literatur zusätzlich Verlangen nach rohen Kartoffeln genannt
Abneigung
  • Abneigung gegen Gesellschaft und gegen den Anblick von Menschen
  • Speisebezogene Abneigungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt

In Repertorien häufig zugeordnet

Krampfzustände mit Opisthotonus, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtFolgen von Kopfverletzungen und GehirnerschütterungNässende, verkrustende GesichtsekzemeAnhaltendes SchlucksenKrampfhafte Beschwerden der Halswirbelsäule mit Steifheit

Abgrenzung

Cuprum metallicum zeigt ebenfalls heftige Krämpfe, dort jedoch mit ausgeprägter Blaufärbung, Beginn an Fingern und Zehen und Besserung durch kaltes Trinken. Strychninum krampft von oben nach unten mit gesteigerten Reflexen, ohne den kindisch-regressiven Gemütszustand. Von Belladonna trennt Cicuta die fehlende brennende Hitze und Rötung; das Kennzeichen von Cicuta bleibt das Rückwärtsziehen des Kopfes mit Verzerrung und die Verschlimmerung durch Erschütterung.

Verwandte Mittel

Cuprum metallicumStrychninumNatrium sulfuricumBelladonnaArtemisia vulgaris

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.