Cicuta virosa, der Wasserschierling, steht in den Repertorien vor allem für heftige Krampfzustände: tonisch-klonische Konvulsionen, Opisthotonus, nach hinten gezogener Kopf, verdrehte Augen. Im Gemüt beschreibt die klassische Materia medica ein auffallend kindisches, albernes Verhalten bei gleichzeitigem Misstrauen und dem Wunsch, Menschen aus dem Weg zu gehen. Das Mittel ist klassisch den Folgen von Kopfverletzungen und Gehirnerschütterung zugeordnet.
Konstitution
Gemütsbild
Kindisches, dem Alter unangemessenes BenehmenArgwohn und Abneigung gegen GesellschaftHeftigkeit und ImpulsivitätTiefe Betroffenheit durch traurige GeschichtenVerwirrung nach Kopfverletzung
Die Rubriken nennen mit hohem Grad kindisches Benehmen, Schreien und Weinen sowie das Vermeiden des Anblicks anderer Menschen. Dazu treten Argwohn und ein Impuls zur Heftigkeit. Die klassische Materia medica beschreibt einen Zustand, in dem Vertrautes fremd erscheint und die Umgebung als bedrohlich wahrgenommen wird; Kent hebt hervor, dass der Patient auf Gegenwart und Ansprache mit Erschrecken reagiert. Angst vor der Zukunft ist mit hohem Grad aufgeführt. Insgesamt zeigt sich eine Verfassung zwischen Rückzug, Schreck und Regression.
Ängste: Angst vor der Zukunft, Furcht vor Menschen und deren Anblick, Schreckhaftigkeit nach erlebten Ereignissen
Leitsymptome
- Erschütterung, jeder Tritt beim Auftreten
- Berührung und Ansprache
- Nachts
- Anstrengung der Augen
- Liegen im Bett
- Wärme
- Ruhe
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Unverdaulichem, klassisch nach Kohle und Kreide beschrieben
- In der Literatur zusätzlich Verlangen nach rohen Kartoffeln genannt
- Abneigung gegen Gesellschaft und gegen den Anblick von Menschen
- Speisebezogene Abneigungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
In Repertorien häufig zugeordnet
Krampfzustände mit Opisthotonus, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtFolgen von Kopfverletzungen und GehirnerschütterungNässende, verkrustende GesichtsekzemeAnhaltendes SchlucksenKrampfhafte Beschwerden der Halswirbelsäule mit Steifheit
Abgrenzung
Cuprum metallicum zeigt ebenfalls heftige Krämpfe, dort jedoch mit ausgeprägter Blaufärbung, Beginn an Fingern und Zehen und Besserung durch kaltes Trinken. Strychninum krampft von oben nach unten mit gesteigerten Reflexen, ohne den kindisch-regressiven Gemütszustand. Von Belladonna trennt Cicuta die fehlende brennende Hitze und Rötung; das Kennzeichen von Cicuta bleibt das Rückwärtsziehen des Kopfes mit Verzerrung und die Verschlimmerung durch Erschütterung.
Verwandte Mittel
Cuprum metallicumStrychninumNatrium sulfuricumBelladonnaArtemisia vulgaris
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.