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Materia medica · Nr. 98

Cholesterinum

Chol.

In 25 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cholesterinum ist ein Sarkode, gewonnen aus Cholesterin, wie es sich in Gallensteinen findet. In der homöopathischen Literatur, vor allem bei Burnett und Boericke, ist es klassisch dem Leber- und Gallenbereich zugeordnet: Gallensteinkolik, Leberschwellung, Gelbsucht. Das Repertorium ergänzt Bindehautentzündungen und Trübungen im Auge. Mit 25 Rubriken ist die Datenbasis schmal; das Mittel wird als organbezogene Arznei geführt, nicht als Konstitutionsmittel.

Konstitution

KörperbauKein festgelegter Konstitutionstyp; die Literatur beschreibt Cholesterinum als Mittel für Leber- und Gallenzustände unabhängig vom Körperbau.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine Prüfungsangaben vor. Cholesterinum wurde nicht im klassischen Sinne an Gesunden geprüft, sondern aus der klinischen Erfahrung heraus eingeführt. Ein Wesensbild ist daher nicht überliefert.

Gemütsbild

kein eigenständiges Gemütsbild überliefertdas Mittel ist aus klinischer Erfahrung, nicht aus einer Arzneimittelprüfung entstandenBeeinträchtigung durch wiederkehrende Koliken

Für Cholesterinum sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Als Sarkode wurde es nicht in einer klassischen Prüfung an Gesunden erarbeitet, sondern über die Beobachtung am Krankenbett in den Arzneischatz aufgenommen. Entsprechend fehlt jene Schicht feiner seelischer Symptome, die geprüfte Mittel auszeichnet. Was an Beeinträchtigung genannt werden kann, ergibt sich aus den Beschwerden selbst: die Erschöpfung nach heftigen Koliken und die Belastung durch wiederkehrende Anfälle.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden

Leitsymptome

Schmerz in der Lebergegend, kolikartig, wie bei Gallensteinen
Gelbliche Verfärbung der Haut, Gelbsucht
Bindehautentzündung — die im Repertorium am stärksten besetzte Rubrik
Trübung der Hornhaut und des Glaskörpers
Erschwertes Schlucken
Kopfschmerz in den Schläfen
In der älteren Literatur auch bei Lebergeschwülsten aufgeführt
Verschlechterung
  • nach fettem Essen, das die Gallentätigkeit fordert
  • durch Erschütterung während der Kolik
  • Weitere Verschlimmerungsmodalitäten sind nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • durch Wärme auf der Lebergegend
  • durch Ruhe
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
Abneigung
  • Fette Speisen werden schlecht vertragen, wie es die Literatur für Gallenzustände beschreibt

In Repertorien häufig zugeordnet

Gallensteinkolik und Beschwerden der GallenwegeLeberschwellung und LeberschmerzGelbsuchtBindehautentzündungTrübungen von Hornhaut und GlaskörperSchläfenkopfschmerz

Abgrenzung

Chelidonium majus ist das bekannteste Lebermittel mit dem charakteristischen Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und der Besserung durch warme Getränke — beides ist für Cholesterinum nicht überliefert. Berberis vulgaris zeigt strahlende Schmerzen aus der Gallenblasengegend. Lycopodium clavatum trägt das ausgearbeitete Gesamtbild mit Blähungen und Nachmittagsverschlimmerung. Cholesterinum bleibt demgegenüber ein schmales, klinisch begründetes Organmittel.

Verwandte Mittel

Chelidonium majusBerberis vulgarisLycopodium clavatumCalcarea carbonicaFel tauri

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.