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Materia medica · Nr. 1102

Chlorum

Chlor.

In 703 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chlorum, das elementare Chlorgas, ist ein Mittel der krampfhaften Verengung der Atemwege. Im Vordergrund steht ein Mensch, der um die Ausatmung ringt: Das Einatmen gelingt, das Ausatmen ist erschwert, dazu kommen ein zusammenschnürendes Gefühl am Kehlkopf und erstickungsartige Anfälle. Ein zweiter kennzeichnender Zug ist der heftige, fließende Schnupfen, der von Kopfschmerz begleitet wird.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben. Verzeichnet sind Abmagerung und ein Verfall der Kräfte im Verlauf schwerer, fieberhafter Erkrankungen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Prüfungssymptome betreffen überwiegend die Atemwege und die Schleimhäute; ein ausgearbeitetes Gemütsbild liegt nicht vor. Beschrieben werden Angst und Unruhe, die aus der Atemnot selbst entstehen, mit Ohnmachtsneigung bei stärkerer Beklemmung.

Gemütsbild

Ängstliches Atmen bei drohender ErstickungUnruhe während der AnfälleOhnmachtsneigung bei starker BeklemmungZum Gemüt selbst liegen nur wenige Rubriken vor

Chlorum ist in erster Linie über die körperlichen Rubriken erschlossen; ein eigenständiges Gemütsbild im Sinne der grossen Polychreste fehlt. Die Repertorien verzeichnen ängstliches Atmen sowie Ohnmacht und Kraftlosigkeit, beides unmittelbar an die Atemnot gebunden. Die klassische Materia medica beschreibt den Zustand als eine körperlich erzwungene Angst: Der Kranke ringt um Luft, kann die Luft nicht herauslassen und gerät darüber in Panik. Zwischen den Anfällen ist der Gemütszustand nach der Literatur unauffällig. Bei den schweren Fieberzuständen, denen das Mittel zugeordnet wird, sind Benommenheit und starrer Blick beschrieben.

Ängste: Angst während der Atemnot und der Erstickungsanfälle, Angst vor dem Wiederkehren der Anfälle

Leitsymptome

Erschwerte Ausatmung bei freier Einatmung, in den Repertorien in hohem Grad ausgewiesen
Zusammenschnüren des Kehlkopfes und krampfartiger Verschluss der Stimmritze, mit rauem, krähendem oder pfeifendem Atem; Erstickungsanfälle mit Nach-Luft-Schnappen und Schluchzen
Heftiger fließender Schnupfen, in hohem Grad verzeichnet, begleitet von Kopfschmerz
Zusammenschnürendes Gefühl an der äußeren Körperoberfläche; die Haut ist auffallend empfindlich
Krampfanfälle einschließlich eklamptischer Formen; chronischer Ausfluss aus der Harnröhre nach Tripper
Schwere fieberhafte Verläufe mit Punktblutungen der Haut, Abmagerung und Zuckungen an Sehnen und Muskeln; farbige Lichterscheinungen vor den Augen, reichliche schleimig-eitrige Augenabsonderung mit Tränenfluss
Verschlechterung
  • Ausatmen
  • Anfallsweise auftretende Krämpfe von Kehlkopf und Stimmritze
  • Im Verlauf schwerer Fieberzustände
  • Berührung der empfindlichen Haut
Verbesserung
  • Freie Luft, im Repertorium ausdrücklich als Besserung verzeichnet
  • Ruhe zwischen den Anfällen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Gewürznelken
  • Wein
Abneigung
  • Appetitlosigkeit bis zum völligen Fehlen des Appetits
  • Eine ausgeprägte Abneigung gegen einzelne Speisen ist in der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krampfhafter Verengung von Kehlkopf und Stimmritze aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Atemnot mit erschwerter AusatmungBei heftigem fließendem Schnupfen mit begleitendem Kopfschmerz verzeichnetBei chronischem Ausfluss aus der Harnröhre genanntIn der Literatur bei schweren fieberhaften Zuständen mit Punktblutungen beschriebenBei Krampfanfällen einschließlich eklamptischer Formen aufgeführt

Abgrenzung

Die Verengung der Atemwege teilt Chlorum mit Bromum und Spongia, den anderen Halogenmitteln des Kehlkopfs; Spongia zeigt den trockenen, sägenden Husten mit Besserung durch warme Getränke, Bromum die Verschlimmerung in warmer, feuchter Luft und die Besserung am Meer. Bei Chlorum steht die erschwerte Ausatmung bei freier Einatmung im Vordergrund, während Ipecacuanha die Beklemmung mit Übelkeit und reiner Zunge verbindet und Sambucus die Erstickungsanfälle des Kindes um Mitternacht zeigt. Für Chlorum spricht die Verbindung von Ausatmungshindernis, Kehlkopfkrampf und heftigem fließendem Schnupfen mit Kopfschmerz.

Verwandte Mittel

BromumSpongiaIpecacuanhaSambucus nigraAntimonium tartaricumKalium bichromicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.