Chlorum, das elementare Chlorgas, ist ein Mittel der krampfhaften Verengung der Atemwege. Im Vordergrund steht ein Mensch, der um die Ausatmung ringt: Das Einatmen gelingt, das Ausatmen ist erschwert, dazu kommen ein zusammenschnürendes Gefühl am Kehlkopf und erstickungsartige Anfälle. Ein zweiter kennzeichnender Zug ist der heftige, fließende Schnupfen, der von Kopfschmerz begleitet wird.
Konstitution
Gemütsbild
Ängstliches Atmen bei drohender ErstickungUnruhe während der AnfälleOhnmachtsneigung bei starker BeklemmungZum Gemüt selbst liegen nur wenige Rubriken vor
Chlorum ist in erster Linie über die körperlichen Rubriken erschlossen; ein eigenständiges Gemütsbild im Sinne der grossen Polychreste fehlt. Die Repertorien verzeichnen ängstliches Atmen sowie Ohnmacht und Kraftlosigkeit, beides unmittelbar an die Atemnot gebunden. Die klassische Materia medica beschreibt den Zustand als eine körperlich erzwungene Angst: Der Kranke ringt um Luft, kann die Luft nicht herauslassen und gerät darüber in Panik. Zwischen den Anfällen ist der Gemütszustand nach der Literatur unauffällig. Bei den schweren Fieberzuständen, denen das Mittel zugeordnet wird, sind Benommenheit und starrer Blick beschrieben.
Ängste: Angst während der Atemnot und der Erstickungsanfälle, Angst vor dem Wiederkehren der Anfälle
Leitsymptome
- Ausatmen
- Anfallsweise auftretende Krämpfe von Kehlkopf und Stimmritze
- Im Verlauf schwerer Fieberzustände
- Berührung der empfindlichen Haut
- Freie Luft, im Repertorium ausdrücklich als Besserung verzeichnet
- Ruhe zwischen den Anfällen
Verlangen und Abneigungen
- Gewürznelken
- Wein
- Appetitlosigkeit bis zum völligen Fehlen des Appetits
- Eine ausgeprägte Abneigung gegen einzelne Speisen ist in der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei krampfhafter Verengung von Kehlkopf und Stimmritze aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Atemnot mit erschwerter AusatmungBei heftigem fließendem Schnupfen mit begleitendem Kopfschmerz verzeichnetBei chronischem Ausfluss aus der Harnröhre genanntIn der Literatur bei schweren fieberhaften Zuständen mit Punktblutungen beschriebenBei Krampfanfällen einschließlich eklamptischer Formen aufgeführt
Abgrenzung
Die Verengung der Atemwege teilt Chlorum mit Bromum und Spongia, den anderen Halogenmitteln des Kehlkopfs; Spongia zeigt den trockenen, sägenden Husten mit Besserung durch warme Getränke, Bromum die Verschlimmerung in warmer, feuchter Luft und die Besserung am Meer. Bei Chlorum steht die erschwerte Ausatmung bei freier Einatmung im Vordergrund, während Ipecacuanha die Beklemmung mit Übelkeit und reiner Zunge verbindet und Sambucus die Erstickungsanfälle des Kindes um Mitternacht zeigt. Für Chlorum spricht die Verbindung von Ausatmungshindernis, Kehlkopfkrampf und heftigem fließendem Schnupfen mit Kopfschmerz.
Verwandte Mittel
BromumSpongiaIpecacuanhaSambucus nigraAntimonium tartaricumKalium bichromicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.