HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 97

Chloroformium

Chlf.

In 153 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chloroformium ist das homöopathisch aufbereitete Chloroform, ein flüchtiges Lösungsmittel, das früher zur Narkose diente. Das Arzneimittelbild trägt die Handschrift dieser Herkunft: Betäubung und Krampf stehen nebeneinander. Die Repertorien führen das Mittel bei krampfartigen Zuständen, bei Koliken in der Lebergegend, bei Schluckauf und Erbrechen sowie bei tiefer, komatöser Benommenheit auf.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp wird nicht beschrieben; das Mittel gehört zu den akut wirkenden Arzneien und wird über den Zustand, nicht über den Körperbau bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentVerzeichnet sind Delirium bis hin zum Delirium tremens, Singen und unsinniges Reden. Beschrieben wird ein Zustand zwischen Erregung und Betäubung, wie er unter der Einwirkung des Stoffes selbst auftritt: erst Enthemmung mit Reden und Singen, dann zunehmende Bewusstseinstrübung.

Gemütsbild

Delirium, auch im Sinne des Delirium tremensUnsinniges RedenSingen im Zustand der EnthemmungÜbergang von Erregung in BetäubungVerlust der Kontrolle über Sprache und Bewegung

Das Gemütsbild von Chloroformium ist akut und flüchtig, kein dauerhaftes Charakterbild. Die Rubriken verzeichnen Delirium, ausdrücklich auch das Delirium tremens des Alkoholentzugs, dazu Singen und sinnloses Sprechen. Die Materia medica beschreibt eine zunächst enthemmte, ausgelassene Phase, in der Worte ohne Zusammenhang hervorkommen, gefolgt von Gleichgültigkeit und schließlich komatöser Bewusstlosigkeit. Der Schlaf ist als komatös verzeichnet - ein Schlaf, aus dem der Kranke kaum zu wecken ist. Für die chronische Fallaufnahme gibt das Mittel wenig her; seine Bedeutung liegt in akuten Zustandsbildern und in Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer Narkose stehen.

Ängste: Beklemmung und Bedrängnis in der Brust bei erschwerter Atmung, Weitere Ängste sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Leitsymptome

Krämpfe der Gliedmaßen, auch Zustände mit Kiefersperre; in den klinischen Rubriken zusammen mit Wundstarrkrampf und Krämpfen im Wochenbett verzeichnet
Kolik in der Lebergegend, ausdrücklich als Gallenkolik geführt; dazu ein Gefühl wie von einem Fremdkörper im Bauch
Erbrechen, kennzeichnend sobald das getrunkene Wasser im Magen warm geworden ist; auch Erbrechen während des Kopfschmerzes
Hartnäckiger Schluckauf
Komatöser Schlaf, aus dem der Kranke schwer zu wecken ist
Blaue Verfärbung der Fingernägel, blasses Gesicht; Blutaustritte in die Haut und kleine Knötchen
Krampfartiger Husten, veränderte Stimme, Beklemmung in der Brust
Rheumatische Gelenkschmerzen und wundes, zerschlagenes Gefühl in Knöcheln und Armen; Knacken in den Gelenken
Verschlechterung
  • Trinken, besonders sobald die Flüssigkeit im Magen erwärmt ist
  • Während des Kopfschmerzes
  • Einwirkung des Stoffes selbst, etwa nach einer Narkose
  • Bewegung der schmerzenden Gelenke
Verbesserung
  • Kühle, frische Luft
  • Ruhe und ungestörtes Liegen
  • Kalte Getränke in kleinen Mengen, solange sie nicht im Magen erwärmen
  • Strecken der Glieder

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach kaltem Wasser, das jedoch wieder erbrochen wird, sobald es sich erwärmt
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krampfartigen Zuständen, auch im Wochenbett, aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Koliken in der LebergegendBei Erbrechen, das eintritt sobald das Wasser im Magen warm wird, verzeichnetBei hartnäckigem Schluckauf genanntBei komatöser Benommenheit und Delirium beschriebenBei Beschwerden im Anschluss an eine Narkose in der Literatur erwähnt

Abgrenzung

Phosphorus zeigt ebenfalls das Erbrechen, sobald das Getrunkene im Magen warm geworden ist, dort aber eingebettet in ein weites Bild von Blutungsneigung, Empfindlichkeit für Eindrücke und großem Verlangen nach kalten Getränken. Cuprum metallicum steht bei krampfartigen Zuständen mit blauer Verfärbung und Krämpfen, die an Fingern und Zehen beginnen. Aethusa und Opium sind bei tiefer Benommenheit zu erwägen, Opium besonders bei Bewusstlosigkeit mit rotem, heißem Gesicht und Schnarchen. Für Chloroformium spricht der unmittelbare Bezug zur Substanz und die Verbindung von Krampf, Schluckauf und komatösem Zustand.

Verwandte Mittel

PhosphorusCuprum metallicumOpiumAethusa cynapiumNux vomicaBelladonna

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.