Chloroformium ist das homöopathisch aufbereitete Chloroform, ein flüchtiges Lösungsmittel, das früher zur Narkose diente. Das Arzneimittelbild trägt die Handschrift dieser Herkunft: Betäubung und Krampf stehen nebeneinander. Die Repertorien führen das Mittel bei krampfartigen Zuständen, bei Koliken in der Lebergegend, bei Schluckauf und Erbrechen sowie bei tiefer, komatöser Benommenheit auf.
Konstitution
Gemütsbild
Delirium, auch im Sinne des Delirium tremensUnsinniges RedenSingen im Zustand der EnthemmungÜbergang von Erregung in BetäubungVerlust der Kontrolle über Sprache und Bewegung
Das Gemütsbild von Chloroformium ist akut und flüchtig, kein dauerhaftes Charakterbild. Die Rubriken verzeichnen Delirium, ausdrücklich auch das Delirium tremens des Alkoholentzugs, dazu Singen und sinnloses Sprechen. Die Materia medica beschreibt eine zunächst enthemmte, ausgelassene Phase, in der Worte ohne Zusammenhang hervorkommen, gefolgt von Gleichgültigkeit und schließlich komatöser Bewusstlosigkeit. Der Schlaf ist als komatös verzeichnet - ein Schlaf, aus dem der Kranke kaum zu wecken ist. Für die chronische Fallaufnahme gibt das Mittel wenig her; seine Bedeutung liegt in akuten Zustandsbildern und in Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer Narkose stehen.
Ängste: Beklemmung und Bedrängnis in der Brust bei erschwerter Atmung, Weitere Ängste sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Leitsymptome
- Trinken, besonders sobald die Flüssigkeit im Magen erwärmt ist
- Während des Kopfschmerzes
- Einwirkung des Stoffes selbst, etwa nach einer Narkose
- Bewegung der schmerzenden Gelenke
- Kühle, frische Luft
- Ruhe und ungestörtes Liegen
- Kalte Getränke in kleinen Mengen, solange sie nicht im Magen erwärmen
- Strecken der Glieder
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach kaltem Wasser, das jedoch wieder erbrochen wird, sobald es sich erwärmt
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei krampfartigen Zuständen, auch im Wochenbett, aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Koliken in der LebergegendBei Erbrechen, das eintritt sobald das Wasser im Magen warm wird, verzeichnetBei hartnäckigem Schluckauf genanntBei komatöser Benommenheit und Delirium beschriebenBei Beschwerden im Anschluss an eine Narkose in der Literatur erwähnt
Abgrenzung
Phosphorus zeigt ebenfalls das Erbrechen, sobald das Getrunkene im Magen warm geworden ist, dort aber eingebettet in ein weites Bild von Blutungsneigung, Empfindlichkeit für Eindrücke und großem Verlangen nach kalten Getränken. Cuprum metallicum steht bei krampfartigen Zuständen mit blauer Verfärbung und Krämpfen, die an Fingern und Zehen beginnen. Aethusa und Opium sind bei tiefer Benommenheit zu erwägen, Opium besonders bei Bewusstlosigkeit mit rotem, heißem Gesicht und Schnarchen. Für Chloroformium spricht der unmittelbare Bezug zur Substanz und die Verbindung von Krampf, Schluckauf und komatösem Zustand.
Verwandte Mittel
PhosphorusCuprum metallicumOpiumAethusa cynapiumNux vomicaBelladonna
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.