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Materia medica · Nr. 1093

Chininum muriaticum

Chinin-m.

Auch: Chin-m.

In 21 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chininum muriaticum ist das salzsaure Chinin, eine Verbindung des Chinarindenalkaloids. Innerhalb der Chinin-Salze ist es dasjenige mit dem deutlichsten Bezug zum Auge: Die homöopathische Literatur führt es bei Entzündungen von Hornhaut, Regenbogenhaut und Lederhaut sowie bei Nervenschmerzen im Bereich des Auges. Der Bestand von 21 Rubriken steht durchweg im niedrigsten Grad, ist aber thematisch klar geordnet.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Die Literatur beschreibt die Chinin-Salze allgemein bei geschwächten, blutarmen Menschen nach längeren Krankheiten oder Säfteverlusten, ohne dass für Chininum muriaticum ein eigener Typ umrissen wäre.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie einzige Gemütsangabe des Repertoriums betrifft die Trunksucht. Damit ist ein Zustand gemeint, in dem das Verlangen nach Alkohol übermächtig wird, und kein Charakterzug. Weitere Aussagen über Temperament oder Wesensart wären nicht belegt.

Gemütsbild

Zuordnung zur Trunksucht als einzige GemütsangabeEmpfindlichkeit gegen TabakKein weiteres Gemütsbild überliefert

Das Gemütskapitel von Chininum muriaticum umfasst im Repertorium eine einzige Rubrik: die Trunksucht. Solche Eintragungen stammen aus der klinischen Praxis des 19. Jahrhunderts, in der Chinin-Verbindungen bei Entzugs- und Erschöpfungszuständen nach übermäßigem Alkoholgenuss verwendet wurden. Sie beschreiben einen Zustand und keinen Wesenszug. Dazu passt unter den Allgemeinsymptomen die Verschlechterung durch Tabak - eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Genussmittel, die sich mit dem Bild des überreizten und zugleich erschöpften Nervensystems verbindet. Ein ausgearbeitetes Seelenbild besteht für dieses Mittel nicht; es wird über die Augenbeschwerden und die Neuralgien erwogen.

Ängste: Keine benannten Ängste überliefert, Im Repertorium nicht verzeichnet

Leitsymptome

Entzündung der Hornhaut, der Regenbogenhaut und der Lederhaut - der Schwerpunkt des Mittels
Nervenschmerz im Bereich des Auges, klassisch als Ziliarneuralgie beschrieben
Körnige Lidbindehaut und Gefäßeinsprossung in die Hornhaut
Neuralgische Schmerzen allgemein
Kopfschmerz
Magenentzündung; deutliche Verschlechterung durch Tabak
Verschlechterung
  • Tabak und Tabakrauch
  • Weitere Modalitäten sind im Repertorium nicht verzeichnet
Verbesserung
  • Im Repertorium sind keine Besserungsumstände verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Alkohol, aus der Zuordnung zur Trunksucht abzuleiten
  • Weitere Speiseverlangen sind nicht überliefert
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Tabak
  • Weitere Speiseabneigungen sind nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Entzündliche Erkrankungen von Hornhaut und RegenbogenhautNervenschmerzen im Bereich des AugesNeuralgien allgemeinKopfschmerzBeschwerden durch TabakgenussMagenentzündung

Abgrenzung

Innerhalb der Chinin-Verbindungen ist China officinalis das umfassend ausgearbeitete Mittel mit der Schwäche nach Säfteverlusten, der Blähung und den periodisch wiederkehrenden Beschwerden. Chininum sulphuricum betont die Periodizität und das Ohrensausen, Chininum arsenicosum die tiefe Erschöpfung. Chininum muriaticum ist unter ihnen das Augenmittel. Für Regenbogenhautentzündung mit Nervenschmerz liegen ferner Rhus toxicodendron, Mercurius corrosivus und Spigelia anthelmia nahe, letzteres besonders für den Schmerz hinter dem Auge.

Verwandte Mittel

China officinalisChininum sulphuricumRhus toxicodendronMercurius corrosivusSpigelia anthelmia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.