Chininum sulfuricum ist das schwefelsaure Salz des Chinins, des Alkaloids der Chinarinde. Die homöopathische Literatur beschreibt es als ausgesprochenes Mittel periodisch wiederkehrender Beschwerden: Fieber- und Frostanfälle mit uhrzeitgenauer Regelmäßigkeit, dazu heftiges Ohrensausen und pulsierende Kopfschmerzen. Kernthema ist die Periodizität, das verlässliche Wiederkehren zur gleichen Stunde.
Konstitution
Gemütsbild
Angst vor der Zukunft und vor drohendem UnheilÜberempfindlichkeit gegen Berührung und ReizeEntmutigung und FreudlosigkeitUnruhe im Hitzestadium des FiebersIdeenreichtum bei nächtlicher Wachheit
Die Repertorien zeichnen ein ängstlich gespanntes Gemüt. Verzeichnet sind Angst vor der Zukunft, Furcht vor Unheil und Angst während des Fiebers, dazu eine Überempfindlichkeit, die alle Sinne betrifft: Berührung, Geräusche und Erschütterung werden schlecht ertragen. Der Gesichtsausdruck wird als ängstlich und leidend beschrieben. Daneben stehen Entmutigung, eine nachmittags verstärkte Schwermut und Teilnahmslosigkeit gegenüber Dingen, die sonst Freude machen. Als Gegenbewegung führen die Repertorien einen auffälligen Ideenreichtum, der besonders in wachen Nachtstunden auftritt. Die klassische Literatur verbindet dieses Bild mit Erschöpfung nach langen fieberhaften Verläufen.
Ängste: Angst vor der Zukunft, Furcht, es werde ein Unheil geschehen, Angst während des Fiebers, verbunden mit Ruhelosigkeit
Leitsymptome
- Zu bestimmten Tageszeiten, besonders nachmittags gegen 15 Uhr
- Durch Berührung und Druck auf die Wirbelsäule
- Durch Bewegung und Erschütterung
- In regelmäßigen Abständen, teils dreiwöchentlich
- Nachmittags und abends (Schwermut, Gesichtsschmerz)
- Durch Ruhe und ungestörtes Liegen
- Durch Wärme und Zudecken im Froststadium
- Nach dem Schweißausbruch
Verlangen und Abneigungen
- Vermehrter Appetit, besonders nachts
- Zu weiteren Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
- Berührung und Untersuchung
- Zu ausgeprägten Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei periodisch wiederkehrenden Fieber- und Frostzuständen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Ohrgeräuschen mit Schwindel und SchwerhörigkeitGenannt bei pulsierenden, periodischen KopfschmerzenVerzeichnet bei ausgeprägter Empfindlichkeit der Wirbelsäule gegen BerührungAufgeführt bei Schwächezuständen mit Blässe und Milzvergrößerung
Abgrenzung
China officinalis, das Ausgangsmittel, teilt Periodizität und Schwäche nach Säfteverlust, zeigt aber die kennzeichnende Besserung durch starken Druck und die Verschlimmerung durch leiseste Berührung des ganzen Körpers. Bei Chininum sulfuricum ist die Uhrzeitbindung schärfer und die Wirbelsäulenempfindlichkeit ausgeprägter. Natrium muriaticum zeigt ebenfalls periodische Kopfschmerzen, dort typisch mit Beginn am Vormittag und Verschlimmerung durch Sonne; Cedron wird bei besonders uhrzeitgenauen Neuralgien genannt.
Verwandte Mittel
China officinalisNatrium muriaticumCedronArsenicum albumFerrum metallicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.