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Materia medica · Nr. 94

Chininum sulfuricum

Chin-s.

Auch: chinin-s

In 2.648 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chininum sulfuricum ist das schwefelsaure Salz des Chinins, des Alkaloids der Chinarinde. Die homöopathische Literatur beschreibt es als ausgesprochenes Mittel periodisch wiederkehrender Beschwerden: Fieber- und Frostanfälle mit uhrzeitgenauer Regelmäßigkeit, dazu heftiges Ohrensausen und pulsierende Kopfschmerzen. Kernthema ist die Periodizität, das verlässliche Wiederkehren zur gleichen Stunde.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden blasse, geschwächte Menschen, oft nach durchgemachten fieberhaften Erkrankungen oder Säfteverlusten; das Gesicht wirkt leidend und ängstlich.
Thermalitätfrostig
TemperamentAußerordentlich empfindlich gegen Berührung, Erschütterung und Geräusche. Die Repertorien führen eine ausgeprägte Überempfindlichkeit und zugleich Entmutigung und Teilnahmslosigkeit gegenüber Vergnügungen.

Gemütsbild

Angst vor der Zukunft und vor drohendem UnheilÜberempfindlichkeit gegen Berührung und ReizeEntmutigung und FreudlosigkeitUnruhe im Hitzestadium des FiebersIdeenreichtum bei nächtlicher Wachheit

Die Repertorien zeichnen ein ängstlich gespanntes Gemüt. Verzeichnet sind Angst vor der Zukunft, Furcht vor Unheil und Angst während des Fiebers, dazu eine Überempfindlichkeit, die alle Sinne betrifft: Berührung, Geräusche und Erschütterung werden schlecht ertragen. Der Gesichtsausdruck wird als ängstlich und leidend beschrieben. Daneben stehen Entmutigung, eine nachmittags verstärkte Schwermut und Teilnahmslosigkeit gegenüber Dingen, die sonst Freude machen. Als Gegenbewegung führen die Repertorien einen auffälligen Ideenreichtum, der besonders in wachen Nachtstunden auftritt. Die klassische Literatur verbindet dieses Bild mit Erschöpfung nach langen fieberhaften Verläufen.

Ängste: Angst vor der Zukunft, Furcht, es werde ein Unheil geschehen, Angst während des Fiebers, verbunden mit Ruhelosigkeit

Leitsymptome

Deutlich periodisch wiederkehrende Beschwerden, oft zur gleichen Tagesstunde, teils in mehrtägigem Rhythmus
Frost, der nachmittags gegen 15 Uhr beginnt, mit Schüttelfrost und anschließender Hitze und reichlichem Schweiß
Heftige Ohrgeräusche: Klingen, Sausen, Summen und Rauschen, oft zusammen mit Schwindel
Pulsierender, hämmernder Kopfschmerz mit Blutandrang, periodisch wiederkehrend
Ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit, besonders der Wirbelsäule; wunder Schmerz entlang der Wirbelsäule mit Schweiß
Schwäche, Milzvergrößerung und Schmerzen in der Milzgegend
Verschlechterung
  • Zu bestimmten Tageszeiten, besonders nachmittags gegen 15 Uhr
  • Durch Berührung und Druck auf die Wirbelsäule
  • Durch Bewegung und Erschütterung
  • In regelmäßigen Abständen, teils dreiwöchentlich
  • Nachmittags und abends (Schwermut, Gesichtsschmerz)
Verbesserung
  • Durch Ruhe und ungestörtes Liegen
  • Durch Wärme und Zudecken im Froststadium
  • Nach dem Schweißausbruch

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Vermehrter Appetit, besonders nachts
  • Zu weiteren Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
Abneigung
  • Berührung und Untersuchung
  • Zu ausgeprägten Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei periodisch wiederkehrenden Fieber- und Frostzuständen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Ohrgeräuschen mit Schwindel und SchwerhörigkeitGenannt bei pulsierenden, periodischen KopfschmerzenVerzeichnet bei ausgeprägter Empfindlichkeit der Wirbelsäule gegen BerührungAufgeführt bei Schwächezuständen mit Blässe und Milzvergrößerung

Abgrenzung

China officinalis, das Ausgangsmittel, teilt Periodizität und Schwäche nach Säfteverlust, zeigt aber die kennzeichnende Besserung durch starken Druck und die Verschlimmerung durch leiseste Berührung des ganzen Körpers. Bei Chininum sulfuricum ist die Uhrzeitbindung schärfer und die Wirbelsäulenempfindlichkeit ausgeprägter. Natrium muriaticum zeigt ebenfalls periodische Kopfschmerzen, dort typisch mit Beginn am Vormittag und Verschlimmerung durch Sonne; Cedron wird bei besonders uhrzeitgenauen Neuralgien genannt.

Verwandte Mittel

China officinalisNatrium muriaticumCedronArsenicum albumFerrum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.