Chininum arsenicosum verbindet die Züge der Chinarinde mit denen des Arsens: periodisch wiederkehrende Beschwerden, tiefe Erschöpfung nach Säfteverlusten und eine ausgeprägte Reizbarkeit aller Sinne. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Überempfindlichkeit, besonders gegen Geräusche, sowie bei nächtlichem Durchfall und Durchfall nach dem Essen auf. Kennzeichnend ist die Regelmäßigkeit, mit der die Beschwerden wiederkehren.
Konstitution
Gemütsbild
Überempfindlichkeit aller Sinne, besonders gegen GeräuscheAngst, die sich abends verschlimmertRuhelosigkeit in den frühen MorgenstundenLebensüberdruss und Verzweiflung durch anhaltende SchmerzenWortfindungsstörungen und Vergesslichkeit beim Sprechen
Das Gemütsbild wird von einer außerordentlichen Reizempfindlichkeit beherrscht, die in den Repertorien im höchsten Grad ausgewiesen ist: Geräusche werden als schmerzhaft erlebt und lösen sogar Kopfschmerz aus. Die Angst nimmt gegen Abend zu, die Ruhelosigkeit erreicht ihren Höhepunkt gegen drei Uhr nachts, was das Mittel in die Nähe von Arsenicum album rückt. Beschrieben werden ferner Abscheu vor dem Leben und Verzweiflung, wenn die Schmerzen nicht nachlassen, sowie Furcht vor schwerer Krankheit. Auffällig sind Vergesslichkeit und das Suchen nach Worten beim Sprechen als Zeichen der geistigen Erschöpfung. Der Kranke sitzt still, weil jede Bewegung ihn mehr ermüdet. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit ist fachliche Begleitung angezeigt.
Ängste: Angst, die sich abends verschlimmert, Furcht vor Krebs oder schwerer Erkrankung, Verzweiflung durch anhaltende Schmerzen
Leitsymptome
- In regelmäßigen zeitlichen Abständen, mit ausgeprägter Periodizität
- Nach dem Essen und nach Obst
- Nachts und gegen drei Uhr
- Durch Geräusche und Gefühlserregung
- Durch kalte Luft und beim Trinken
- An frischer Luft
- In Ruhe und Stille
- Durch Wärme
- Beim Sitzen ohne Bewegung
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Süßigkeiten
- Abneigung gegen fette und schwere Speisen
- Obst und Eier verschlimmern die Beschwerden
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei periodisch wiederkehrenden Beschwerden mit tiefer Erschöpfung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Zuständen nach Säfteverlust und nach zehrenden KrankheitenBei nächtlichem Durchfall und Durchfall nach dem Essen verzeichnetBei Atemnot mit Verlangen nach frischer Luft genanntIn der Literatur bei Überempfindlichkeit gegen Geräusche beschriebenBei reichlichem kaltem Schweiß mit Frost aufgeführt
Abgrenzung
Von China officinalis, dem Grundmittel der Verbindung, unterscheidet Chininum arsenicosum die stärkere Unruhe, die nächtliche Verschlimmerung gegen drei Uhr und die brennende Qualität der Beschwerden. Arsenicum album teilt Unruhe, Frostigkeit und die Zeitangabe, zeigt aber ausgeprägtere Todesangst und Besserung durch warme Getränke. Chininum sulfuricum ist ausdrücklicher auf periodische Neuralgien und Ohrgeräusche bezogen. Carbo vegetabilis ähnelt in der Schwäche und dem Verlangen nach Luft, ohne die Periodizität.
Verwandte Mittel
China officinalisArsenicum albumChininum sulfuricumCarbo vegetabilisFerrum metallicumOenanthe crocata
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.