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Materia medica · Nr. 1081

Chenopodium vulvaria

Chen-v.

In 29 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chenopodium vulvaria, der Stinkende Gänsefuß, ist ein kleines Pflanzenmittel mit zwei überlieferten Schwerpunkten: dem nächtlichen Einnässen krampfartiger Prägung und einem scharf umschriebenen Schmerz unter dem linken Schulterblatt. Dazu kommt anfallsweiser Hinterkopfschmerz. Mit 29 niedrig bewerteten Rubriken ist die Datenlage schmal, das Bild aber in seinen wenigen Zügen deutlich lokalisiert.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp ist nicht ausgearbeitet. Die überlieferten Angaben beziehen sich auf umschriebene Beschwerden, nicht auf einen bestimmten Körperbau; das Einnässen wird vor allem bei Kindern beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine Repertoriumsangaben vor. Chenopodium vulvaria wird in der Literatur über den körperlichen Befund gefunden, insbesondere über das Einnässen und den linksseitigen Schulterblattschmerz. Ein Gemütsbild ist nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

Kein Gemütsbild überliefertZuordnung erfolgt über umschriebene körperliche BeschwerdenBei Kindern mit Einnässen steht die Scham über das Bettnässen im Hintergrund

Die Datenbasis enthält für dieses Mittel keine Gemütsrubriken, und auch die klassische Materia medica beschreibt Chenopodium vulvaria ausschließlich körperlich. Es zählt zu den Mitteln, die über ein einzelnes, gut lokalisierbares Symptom gefunden werden - hier vor allem über den Schmerz unter dem linken Schulterblatt und über das krampfartige nächtliche Einnässen. Was sich an seelischer Begleitung nennen lässt, gilt für Bettnässen allgemein und nicht für dieses Mittel im Besonderen: die Beschämung des Kindes und die Anspannung, mit der es dem Abend entgegensieht. Ein durchgezeichnetes Gemütsporträt liegt nicht vor.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine charakteristischen Ängste überliefert

Leitsymptome

Unwillkürlicher Harnabgang in der Nacht, im Repertorium ausdrücklich als krampfartiges Einnässen geführt
Schmerz im Rücken unter dem linken Schulterblatt - die charakteristischste Lokalisation des Mittels
Anfallsweise auftretender Hinterkopfschmerz
Schmerz in der Milzgegend
Verstopfung
Kühl empfundener Speichel im Mund - eine eigentümliche, selten verzeichnete Angabe
Verschlechterung
  • Nachts im Schlaf, wenn der Harn unwillkürlich abgeht
  • Anfallsweises Auftreten des Kopfschmerzes ohne erkennbaren äußeren Anlass
Verbesserung
  • Ruhe zwischen den Anfällen
  • Keine weiteren belastbaren Modalitäten überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Nächtliches Einnässen krampfartiger PrägungSchmerz unter dem linken SchulterblattAnfallsweiser HinterkopfschmerzSchmerz in der MilzgegendVerstopfung

Abgrenzung

Nicht zu verwechseln mit Chenopodium anthelminticum, dem Wurmsamen-Gänsefuß, dessen Bild von Ohr- und Gehörbeschwerden geprägt ist - dort werden hohe Töne schlecht, tiefe dagegen gut gehört, dazu gehört ein Schmerz zwischen den Schulterblättern rechts. Chelidonium majus zeigt den ausgearbeiteten Schmerz unter dem rechten Schulterblatt mit Leberbeteiligung, also die seitengespiegelte Entsprechung. Bei nächtlichem Einnässen sind Causticum mit dem Harnabgang im ersten Schlaf, Equisetum hiemale und Kreosotum ungleich ausführlicher beschrieben.

Verwandte Mittel

Chenopodium anthelminticumChelidonium majusCausticumEquisetum hiemaleKreosotum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.