HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1075

Chenopodium anthelminticum

Chen-a.

In 156 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chenopodium anthelminticum, der amerikanische Wurmsame aus der Familie der Gänsefußgewächse, ist ein kleines, aber scharf umrissenes Mittel. Sein bekanntestes Merkmal ist eine eigentümliche Störung des Gehörs: Die menschliche Stimme wird schlecht verstanden, während Geräusche von Fahrzeugen und tiefe Töne auffallend deutlich wahrgenommen werden. Dazu treten ein bohrender Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und Beschwerden, die von Ort zu Ort springen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben; das Mittel wird über seine charakteristischen Einzelsymptome bestimmt, nicht über den Körperbau.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken verzeichnen hysterische Zustände sowie Wortfindungsstörungen bis hin zur Aphasie und den Gebrauch falscher Wörter. Beschrieben wird eine Verfassung mit innerer Unruhe und Schaudern, in der die Verständigung mit der Umgebung erschwert ist. Ein ausgearbeitetes chronisches Gemütsbild liegt nicht vor.

Gemütsbild

Erschwerte Verständigung: falsche Wörter, WortverlustHysterische ErregungszuständeInnere Unruhe mit SchaudernReizbarkeit gegenüber Sprache und Stimmen

Das Gemütsbild von Chenopodium anthelminticum ist in den Repertorien schmal ausgeführt. Verzeichnet sind hysterische Zustände sowie Fehler beim Sprechen, insbesondere das Gebrauchen falscher Wörter, bis hin zur Aphasie. Die klassische Materia medica stellt diese Sprachstörung in einen Zusammenhang mit Zuständen nach Schlaganfall, bei denen das Verstehen und Bilden von Worten gestört ist, während das übrige Bewusstsein erhalten bleibt. Hinzu kommt eine allgemeine Unruhe, die in den Empfindungsrubriken als Schaudern und Zittern auftaucht. Wer das Mittel prüft, wird ein Bild finden, das stärker vom Körperlichen als vom Seelischen her erschlossen ist.

Ängste: Innere Beunruhigung im Zusammenhang mit den Anfällen von Schwäche und Schwindel, Bedrängnis durch das Nichtverstehen des Gesprochenen

Leitsymptome

Auffällige Verschiebung des Gehörs: schlechtes Verstehen der menschlichen Stimme bei gleichzeitig überempfindlicher Wahrnehmung von Fahrzeuggeräuschen und tiefen Tönen - das kennzeichnendste Symptom des Mittels
Ohrgeräusche, besonders Klingeln, dazu ein flatterndes Gefühl in den Ohren
Schmerz zwischen den Schulterblättern, ausdrücklich unter dem rechten Schulterblatt, im höchsten Grad verzeichnet
Schmerzen, die von einer Stelle zur anderen springen; ebenso über Kreuz auftretende Beschwerden (links oben und rechts unten)
Aufstoßen und Wasserzusammenlaufen im Mund als deutlich hervorgehobene Magensymptome
Käsige Pfröpfe in den Mandeln, die ausgehustet werden, mit Vergrößerung und Entzündung der Mandeln
Drückender Kopfschmerz am Scheitel; stechende Schmerzen im unteren rechten Brustbereich mit Ausstrahlung zum Schulterblatt
Verschlechterung
  • Sprechen und Zuhören, wegen der Gehörstörung
  • Bewegung des rechten Arms und Schulterbereichs
  • Feuchtes Wetter
  • Unterdrückte oder ausbleibende Regelblutung
Verbesserung
  • Ruhe
  • Warme Anwendungen auf dem Rücken
  • Aufstoßen, das den Druck im Magen erleichtert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Ohrgeräuschen mit Klingeln und bei der beschriebenen Verschiebung der Hörwahrnehmung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Schmerzen unter dem rechten SchulterblattBei Sprachstörungen mit falschem Wortgebrauch nach Schlaganfall genanntBei käsigen Pfröpfen und Vergrößerung der Mandeln verzeichnetBei wandernden, von Ort zu Ort springenden Schmerzen aufgeführtBei weißem Ausfluss anstelle der Regelblutung beschrieben

Abgrenzung

Chelidonium teilt den Schmerz unter dem rechten Schulterblatt, dort jedoch in enger Verbindung mit Leber- und Gallensymptomen, gelblicher Haut und Zungenbelag. Kali carbonicum hat den Rückenschmerz eher im Kreuz und ein deutliches Bild von Schwäche, Frostigkeit und nächtlicher Verschlimmerung gegen drei Uhr. Bei Gehörstörungen mit Ohrgeräuschen sind China und Causticum zu erwägen; charakteristisch für Chenopodium ist die paradoxe Kombination aus schlechtem Sprachverstehen und geschärfter Wahrnehmung tieferer Geräusche.

Verwandte Mittel

Chelidonium majusKali carbonicumAnacardium orientaleCausticumChina officinalisBaryta carbonica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.