Chelone glabra, die Schlangenkopfblume aus Nordamerika, ist ein kleines Lebermittel der eklektischen Tradition, das über Boericke in die homöopathische Materia medica gelangt ist. Der Schwerpunkt liegt bei träger Leber mit Gelbsucht, bei der Auszehrung nach wiederkehrendem Wechselfieber und bei allgemeiner Schwäche. Wurmbeschwerden werden ausdrücklich mit aufgeführt.
Konstitution
Gemütsbild
Kein eigenständiges Gemütsbild in der LiteraturErschöpfung und AntriebslosigkeitMattigkeit bei Leberträgheit und Blutarmut
Das Repertorium verzeichnet für Chelone glabra keine Gemütsrubriken; im Vordergrund steht die allgemeine Schwäche. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel als Leberarznei und geht auf das seelische Bild nicht ein. Was sich beschreiben lässt, ist die Verdrossenheit und Antriebslosigkeit, die zu einem chronisch erschöpften, blutarmen Zustand gehört; sie ist jedoch nicht mittelspezifisch. Eine weitergehende Zeichnung des Gemüts wäre nicht belegt. Die Bestimmung des Mittels erfolgt über die Verbindung von Leberbeteiligung, Gelbsucht, Wechselfieberanamnese und Wurmbeschwerden.
Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Feuchte, sumpfige Gegenden, feuchtkalte Witterung
- Körperliche Anstrengung bei bestehender Schwäche
- Wärme und Ruhe
- In der Literatur sonst nicht näher beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- Keine charakteristischen Verlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Appetitmangel bei Leberträgheit wird allgemein erwähnt
- Charakteristische Speiseabneigungen sind nicht überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
LeberträgheitGelbsuchtChronisches WechselfieberAuszehrung nach WechselfieberWurmbeschwerdenAllgemeine Schwächezustände
Abgrenzung
Chelidonium majus ist das breit ausgearbeitete Lebermittel mit dem kennzeichnenden Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und der Besserung durch warme Getränke. China officinalis deckt Wechselfieber und die Folgen von Säfteverlusten mit periodischem Verlauf und Blähung umfassender ab. Ostrya virginica steht Chelone glabra sehr nahe, betont jedoch den dumpfen Kopfschmerz mit Taubheitsgefühl. Cina wird bei Wurmbeschwerden mit ausgeprägter Reizbarkeit und Nasenbohren geführt und ist dort deutlich besser belegt.
Verwandte Mittel
Chelidonium majusChina officinalisOstrya virginicaCarduus marianusCina
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.