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Materia medica · Nr. 1074

Chelone glabra

Chelo.

In 13 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chelone glabra, die Schlangenkopfblume aus Nordamerika, ist ein kleines Lebermittel der eklektischen Tradition, das über Boericke in die homöopathische Materia medica gelangt ist. Der Schwerpunkt liegt bei träger Leber mit Gelbsucht, bei der Auszehrung nach wiederkehrendem Wechselfieber und bei allgemeiner Schwäche. Wurmbeschwerden werden ausdrücklich mit aufgeführt.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden matte, blutarme Menschen mit gelblichem Hautton und geschwächtem Ernährungszustand, häufig nach durchgemachten Wechselfiebern; ein durchgezeichneter Konstitutionstyp fehlt.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Literatur beschreibt vor allem die körperliche Erschöpfung; ein charakteristisches Temperament ist nicht ausgearbeitet. Kennzeichnend ist die durchgängige Schwäche, die das Repertorium als allgemeine Angabe führt und die den Kranken zu jeder Anstrengung unwillig macht.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in der LiteraturErschöpfung und AntriebslosigkeitMattigkeit bei Leberträgheit und Blutarmut

Das Repertorium verzeichnet für Chelone glabra keine Gemütsrubriken; im Vordergrund steht die allgemeine Schwäche. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel als Leberarznei und geht auf das seelische Bild nicht ein. Was sich beschreiben lässt, ist die Verdrossenheit und Antriebslosigkeit, die zu einem chronisch erschöpften, blutarmen Zustand gehört; sie ist jedoch nicht mittelspezifisch. Eine weitergehende Zeichnung des Gemüts wäre nicht belegt. Die Bestimmung des Mittels erfolgt über die Verbindung von Leberbeteiligung, Gelbsucht, Wechselfieberanamnese und Wurmbeschwerden.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Allgemeine Schwäche und Kraftlosigkeit - die führende Allgemeinangabe des Mittels
Trägheit der Leber, Beschwerden in der Lebergegend
Gelbliche Verfärbung der Haut, Gelbsucht
Chronisches Wechselfieber, malariaartige Fieberzustände
Malariabedingte Auszehrung (Kachexie)
Wurmbeschwerden, in den Repertorien ausdrücklich verzeichnet
Verschlechterung
  • Feuchte, sumpfige Gegenden, feuchtkalte Witterung
  • Körperliche Anstrengung bei bestehender Schwäche
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • In der Literatur sonst nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Appetitmangel bei Leberträgheit wird allgemein erwähnt
  • Charakteristische Speiseabneigungen sind nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

LeberträgheitGelbsuchtChronisches WechselfieberAuszehrung nach WechselfieberWurmbeschwerdenAllgemeine Schwächezustände

Abgrenzung

Chelidonium majus ist das breit ausgearbeitete Lebermittel mit dem kennzeichnenden Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und der Besserung durch warme Getränke. China officinalis deckt Wechselfieber und die Folgen von Säfteverlusten mit periodischem Verlauf und Blähung umfassender ab. Ostrya virginica steht Chelone glabra sehr nahe, betont jedoch den dumpfen Kopfschmerz mit Taubheitsgefühl. Cina wird bei Wurmbeschwerden mit ausgeprägter Reizbarkeit und Nasenbohren geführt und ist dort deutlich besser belegt.

Verwandte Mittel

Chelidonium majusChina officinalisOstrya virginicaCarduus marianusCina

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.