Chelidonium majus, das Schöllkraut, ist in der klassischen Materia medica das Lebermittel schlechthin. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Schmerzen in der Lebergegend, bei Lebererkrankungen und bei gelber Gesichts- und Hautfarbe. Kennzeichnend ist die deutliche Rechtsseitigkeit der Beschwerden und die Besserung durch warme Getränke.
Konstitution
Gemütsbild
Trägheit und Abneigung gegen geistige Arbeitverdrossene, matte GrundstimmungUnlust und Antriebslosigkeit bei körperlichem UnwohlseinReizbarkeit als Begleiterscheinung der Leberbeschwerden
Das Gemütsbild ist im Vergleich zur körperlichen Symptomatik knapp beschrieben. Die Repertorien führen Abneigung gegen geistige Arbeit und Faulheit im höchsten Grad: Denken strengt an, Aufgaben werden aufgeschoben, das Interesse an der Umgebung ist gering. Die klassische Literatur schildert eine verdrossene, missmutige Verfassung, die eng an das körperliche Befinden gekoppelt ist und sich bessert, sobald die Verdauung entlastet ist. In schweren fieberhaften Zuständen führen die Rubriken auch Delirium. Ein eigenständiges, ausgearbeitetes Gemütsthema wie bei den großen Konstitutionsmitteln wird in der Literatur nicht beschrieben.
Ängste: Beklemmung und Angst bei der Atemnot, die das Mittel begleitet, Sorge um die eigene Gesundheit bei anhaltenden Oberbauchbeschwerden, darüber hinaus sind in den vorliegenden Rubriken keine kennzeichnenden Ängste geführt
Leitsymptome
- Bewegung
- rechte Körperseite
- morgens, klassisch gegen 4 Uhr beschrieben
- Berührung der Lebergegend, enge Kleidung
- Wetterwechsel
- warme Getränke, besonders heiße Milch – ein klassisches Kennzeichen
- nach dem Essen
- Wärme und warmes Zimmer
- fester Druck auf die schmerzende Stelle
Verlangen und Abneigungen
- heiße Getränke, besonders heiße Milch, die die Beschwerden erleichtert
- warme Speisen allgemein
- Appetitlosigkeit bis zum vollständigen Fehlen des Appetits (Rubrik Grad 3)
- Käse und fette Speisen werden in der Literatur als schlecht bekömmlich beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Leber- und Gallenbeschwerden mit rechtsseitigem OberbauchschmerzGelbsucht mit gelblicher Haut und hellem Stuhlrechtsseitige Kopf- und Gesichtsschmerzenrechtsseitige Lungenentzündung und RippenfellbeteiligungVerdauungsbeschwerden mit bitterem Geschmack und Übelkeitrheumatische Beschwerden der Knie und Hüften, durch Bewegung verschlechtert
Abgrenzung
Lycopodium hat ebenfalls rechtsseitige Beschwerden und Leberbezug, dort jedoch mit Blähungen, Nachmittagsverschlimmerung und Verlangen nach Süßem. Bryonia teilt die Verschlimmerung durch Bewegung und die Leberbeteiligung, hat aber großen Durst auf große Mengen und trockene Schleimhäute. Nux vomica zeigt Verdauungsbeschwerden mit Reizbarkeit und Überempfindlichkeit, wo Chelidonium die Trägheit und die deutliche Rechtsseitigkeit kennzeichnet.
Verwandte Mittel
LycopodiumBryoniaNux vomicaKalium bichromicumMercurius solubilisCarduus marianus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.