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Materia medica · Nr. 1071

Cheiranthus cheiri

Cheir.

Auch: Cheri-ch.

In 4 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cheiranthus cheiri, der Goldlack, ist ein Kreuzblütler mit stark duftenden gelben oder braunroten Blüten. In der Homöopathie ist es ein kleines, aber ungewöhnlich klar umrissenes Mittel: Die Literatur führt es bei Beschwerden, die mit dem Durchbruch der Weisheitszähne einhergehen, und bei Schwerhörigkeit. Genau diese beiden Angaben bilden auch den schmalen Repertoriumsbestand.

Konstitution

KörperbauEin charakteristischer Körperbau ist nicht überliefert; das Mittel wird nach der Situation und dem örtlichen Befund gewählt.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentZum Temperament liegen keine gesicherten Angaben vor. Cheiranthus cheiri gehört zu den kleinen, situativ verwendeten Mitteln ohne ausgearbeitetes Konstitutionsbild. Was sich beschreiben lässt, ist der Zustand selbst: ein junger Mensch, der über Wochen von Beschwerden im Kiefer geplagt wird und darüber angespannt und gereizt ist.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertAnspannung und Gereiztheit als Folge anhaltender KieferbeschwerdenIn der Literatur überwiegend situativ und organbezogen geführt

Im Repertorium sind zu Cheiranthus cheiri keine Gemütsrubriken besetzt; die Angaben liegen bei Gehör und Zähnen. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel entsprechend über den Zusammenhang mit dem Durchbruch der Weisheitszähne: eine Phase, in der Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwerhörigkeit und Beschwerden im Kiefer zusammentreffen können. Seelische Züge werden dabei nicht als eigenes Bild gezeichnet; sie ergeben sich, wenn überhaupt, aus der Dauer und Hartnäckigkeit der Beschwerden. Ein weiterreichendes Gemütsbild wird hier nicht ergänzt.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Beschwerden durch den Durchbruch der Weisheitszähne - die kennzeichnendste Zuordnung des Mittels
Schwerhörigkeit bis zum Hörverlust, im Repertorium ausdrücklich geführt
Beschwerden des Gehörs allgemein als übergeordnete Zuordnung
Die Literatur beschreibt daneben Ohrenlaufen und Schmerzen im Ohr im Zusammenhang mit dem Zahndurchbruch
Genannt werden ferner Gesichts- und Kopfschmerzen, die vom Kiefer ausgehen
Verschlechterung
  • Während des Durchbruchs der Weisheitszähne
  • Kauen und Bewegung des Kiefers
Verbesserung
  • Keine gesicherten Modalitäten überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Angaben zu Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • Keine Angaben zu Speiseabneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Beschwerden beim Durchbruch der WeisheitszähneSchwerhörigkeitOhrenschmerzen und OhrenlaufenVom Kiefer ausgehende Kopfschmerzen

Abgrenzung

Bei Zahnungsbeschwerden ist Chamomilla das breit belegte Mittel, dort jedoch überwiegend bei kleinen Kindern und mit der kennzeichnenden Unerträglichkeit der Schmerzen. Magnesium phosphoricum steht bei blitzartigen Zahnschmerzen mit Besserung durch Wärme im Vordergrund, Plantago major bei Zahnschmerz mit Ohrenbeteiligung. Bei Schwerhörigkeit sind Pulsatilla pratensis, Kalium muriaticum und Silicea die klassisch geführten Mittel. Cheiranthus cheiri hebt sich durch die ausdrückliche Verbindung von Weisheitszahndurchbruch und Hörminderung ab, bleibt aber ein Mittel mit sehr schmalem Bestand.

Verwandte Mittel

ChamomillaMagnesium phosphoricumPlantago majorPulsatilla pratensisKalium muriaticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.