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Materia medica · Nr. 1068

Chaparro amargoso

Chap.

In 3 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Chaparro amargoso, ein dorniger Strauch aus Nordmexiko und dem Südwesten der Vereinigten Staaten (Castela, Simaroubaceae), liefert eine ausgesprochen bittere Droge, die in der dortigen Volksheilkunde bei Durchfall und Ruhr gebräuchlich war. In der Homöopathie ist er ein kleines, kaum geprüftes Mittel; die vorliegenden Rubriken folgen genau dieser Verwendung und nennen Mastdarm, Durchfall und ruhrartige Zustände. Ein ausgearbeitetes Arzneimittelbild besteht nicht.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Konstitutionsbild ist für Chaparro amargoso nicht überliefert. Das Mittel ist über die volksheilkundliche Verwendung der bitteren Rinde in die Sammlungen gelangt und nicht über eine Arzneimittelprüfung, aus der sich ein Wesensbild ergeben hätte. Angaben zu Temperament oder Körperbau wären hier ohne Grundlage.

Gemütsbild

keine gesicherten Gemütssymptome überliefertMattigkeit bei anhaltendem DurchfallGleichgültigkeit gegenüber der Umgebung im geschwächten Zustand

In OpenHomeopath sind für Chaparro amargoso keine Rubriken aus dem Gemütskapitel verzeichnet. Die knappe Literatur beschreibt das Mittel ausschließlich über den Darm. Was sich an seelischer Beteiligung sagen lässt, ist unspezifisch und gilt für langdauernde Durchfallzustände allgemein: Erschöpfung, Antriebsarmut und Rückzug. Für die Mittelwahl trägt das nichts bei; maßgeblich sind die Darmzeichen. Wie bei anderen Bitterdrogen der Simaroubaceen steht die Wirkung auf die Verdauung im Vordergrund.

Ängste: keine charakteristischen Ängste überliefert, in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Durchfall — die deutlichste verzeichnete Zuordnung, entsprechend der überlieferten Verwendung der Bitterdroge
Ruhrartige Zustände mit schleimigen, blutigen Stühlen, in den Rubriken eigens als Dysenterie geführt
Beschwerden des Mastdarms allgemein, als übergeordnete Zuordnung
Chronisch gewordene Durchfälle mit Abmagerung, wie sie die ältere Literatur der Droge zuschreibt, ohne Rubrikbeleg in der vorliegenden Datenbasis
Verschlechterung
  • keine gesicherten Verschlechterungsmodalitäten überliefert
  • in der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • keine gesicherten Besserungsmodalitäten überliefert
  • in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • keine charakteristischen Verlangen überliefert
Abneigung
  • keine charakteristischen Abneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Durchfall, in Repertorien Chaparro amargoso zugeordnetruhrartige DarmzuständeBeschwerden des Mastdarms allgemein

Abgrenzung

Chaparro amargoso ist ein Randmittel mit sehr schmaler Symptombasis; für die Wahl bleibt praktisch nur die Darmrichtung. Bei ruhrartigem Durchfall mit anhaltendem Tenesmus ist Mercurius corrosivus das ausgearbeitete Mittel, bei blutig-schleimigem Stuhl mit Zusammenkrümmen Colocynthis, bei Erschöpfung nach langem Säfteverlust China officinalis. Von Simaruba, der nächstverwandten Bitterrinde, ist Chaparro amargoso auf der vorliegenden Grundlage kaum zu unterscheiden; beide sind über dieselbe volksheilkundliche Verwendung in die Materia medica gelangt.

Verwandte Mittel

SimarubaChina officinalisMercurius corrosivusColocynthisPodophyllum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.