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Materia medica · Nr. 1065

Cetraria islandica

Cetr.

In 14 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cetraria islandica, das Isländische Moos, ist eine Flechte, die traditionell als schleimreiches Nähr- und Reizlinderungsmittel verwendet wurde und in der Homöopathie mit einem schmalen, aber deutlich umrissenen Bild geführt wird. Der Schwerpunkt liegt bei zehrenden, chronischen Zuständen: Abmagerung, Drüsenschwund und Schleimhautkatarrhe bei geschwächten Menschen. Es ist ein kleines Mittel, das vor allem aus der klinischen Anwendung heraus beschrieben wird und nicht über ein ausgearbeitetes Gemütsbild verfügt.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden herabgekommene, magere Menschen mit schwacher Ernährungslage; das Repertorium führt Abmagerung, auch skrofulöse Abmagerung, und Drüsenschwund als Kennzeichen.
Thermalitätfrostig
TemperamentEin charakteristisches Temperament ist für Cetraria islandica nicht überliefert. Die Literatur zeichnet das Mittel körperlich und beschreibt eher den Zustand allgemeiner Schwäche und Erschöpfung als eine seelische Eigenart. Wer es erwägt, geht vom Ernährungs- und Schleimhautbild aus.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in der LiteraturSchwäche und Erschöpfung als allgemeiner HintergrundMittel wird über körperliche Zeichen bestimmt

Das Repertorium verzeichnet für Cetraria islandica keine Gemütsrubriken. Auch die klassische Materia medica bei Boericke und Clarke beschreibt das Mittel ausschließlich über den Ernährungszustand, die Schleimhäute und die Lunge. Was sich indirekt abzeichnen lässt, ist der Zustand chronischer Auszehrung mit Kraftlosigkeit, wie er zehrenden Erkrankungen eigen ist. Eine seelische Charakterisierung darüber hinaus wäre nicht belegt und wird hier bewusst nicht ergänzt. Die Bestimmung des Mittels erfolgt in der Praxis über die körperlichen Angaben.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Abmagerung und Auszehrung, auch bei skrofulöser Anlage - der Kern der Repertoriumsangaben
Schwund der Drüsen, allgemeiner Kräfteverfall
Lungenschwindsucht (Phthisis pulmonalis) ist dem Mittel klassisch zugeordnet, ebenso chronische Lungenkatarrhe
Nasenkatarrh mit reichlicher Schleimabsonderung
Chronischer Durchfall bei geschwächten Menschen
Hautgeschwüre und skorbutartige Zustände
Verschlechterung
  • Kalte, feuchte Witterung
  • Zehrende, langdauernde Erkrankungen
  • Unzureichende Ernährung
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • In der Literatur sonst nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • Appetitmangel bei Auszehrung wird allgemein erwähnt

In Repertorien häufig zugeordnet

Abmagerung und AuszehrungSkrofulöse Zustände mit DrüsenschwundChronische LungenkatarrheChronischer NasenkatarrhChronischer DurchfallHautgeschwüre

Abgrenzung

China officinalis wird bei ähnlicher Schwäche und Abmagerung geführt, dort jedoch nach Säfteverlusten und mit ausgeprägter Blähung und Überempfindlichkeit. Calcarea phosphorica und Silicea decken die skrofulöse Anlage mit Drüsenbeteiligung breiter ab und verfügen über ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild, das Cetraria islandica fehlt. Stannum metallicum und Tuberculinum stehen den Lungenangaben nahe, sind aber durch eigene Modalitäten und ein deutliches Gemütsbild unterschieden.

Verwandte Mittel

China officinalisCalcarea phosphoricaSiliceaStannum metallicumSticta pulmonaria

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.