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Materia medica · Nr. 86

Ceanothus americanus

Cean.

In 79 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ceanothus americanus, der nordamerikanische Säckelblumenstrauch, ist in der Materia medica als das Milzmittel schlechthin bekannt. Die Rubriken sind mit ungewöhnlich hohen Graden auf das linke Hypochondrium gerichtet: Entzündung, Schwellung und stechende Schmerzen in der Milzgegend, Vergrößerung der Milz und eine deutliche Verschlechterung beim Liegen auf der linken Seite. Klassisch wird das Mittel Zuständen nach Malaria und chronischem Wechselfieber zugeordnet.

Konstitution

KörperbauKein eigenes Konstitutionsbild überliefert. Die Literatur beschreibt eher heruntergekommene, blasse Menschen nach langen Fieberzuständen, mit gelblicher Hautfarbe.
Thermalitätfrostig
TemperamentIn der Literatur nicht näher beschrieben. Zu Ceanothus liegen keine Gemütsrubriken vor; die Beschwerden werden als körperlich, zäh und tiefsitzend geschildert.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken überliefertDas Bild ist ganz auf die Milzgegend gerichtetMittelwahl erfolgt nach dem örtlichen Befund und der Vorgeschichte

Ceanothus americanus ist ein Mittel ohne ausgearbeitetes Gemütsbild. In den vorliegenden Rubriken findet sich kein einziger Eintrag aus dem Gemütskapitel, und auch die klassischen Autoren beschränken sich auf das Organbild. Was an Verstimmung geschildert wird, ergibt sich aus der langen Krankheitsgeschichte: Erschöpfung nach wiederholten Fieberanfällen, Frostigkeit und ein Gefühl von Schwere in der linken Seite, das jede Bewegung beschwerlich macht. Die Mittelwahl stützt sich in der Praxis auf den Milzbefund, die Frostigkeit der linken Seite und die Vorgeschichte von Wechselfieber.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine Ängste verzeichnet, In der klassischen Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Entzündung und Schwellung im linken Hypochondrium, in den Rubriken mit den höchsten Graden geführt
Vergrößerung der Milz mit tiefsitzendem, drückendem Schmerz
Stechende und schneidende Schmerzen in der Milzgegend
Zustände nach Malaria und chronischem Wechselfieber
Gelbliche Verfärbung der Haut, Urin mit Gallenbestandteilen, schmutzig belegte Zunge
Durchfall, Schmerzen in der Nierengegend, lautes Atmen
Verschlechterung
  • Liegen auf der linken Seite, in den Rubriken eigens verzeichnet
  • Bewegung und Erschütterung
  • Nach durchgemachter Malaria beziehungsweise Wechselfieber
  • Druck auf die linke Rippenbogengegend
Verbesserung
  • Ruhe
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Besserungen verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Verlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Abneigung verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Beschwerden der Milz mit Vergrößerung und stechendem Schmerz, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtFolgezustände von Malaria und chronischem WechselfieberSchmerzen im linken Hypochondrium, beim Liegen auf der linken Seite schlimmerLebergegend und Gallenfarbstoff im Urin, gelbliche HautfarbeErkrankungen des weißen Blutbildes, klassisch als Leukozythämie aufgeführtBluthochdruck, in einer Rubrik mittleren Grades genannt

Abgrenzung

China officinalis steht dem Mittel durch den Bezug zu Wechselfieber und Milzschwellung am nächsten, zeigt aber die ausgeprägte Schwäche nach Säfteverlust, Berührungsempfindlichkeit und periodische Anfälle. Berberis vulgaris wird Schmerzen zugeordnet, die von der Nierengegend ausstrahlen und den Ort wechseln. Natrium muriaticum, in der Literatur als Antidot genannt, teilt die Milzbeteiligung bei chronischer Malaria, hat aber ein breites Gemüts- und Allgemeinbild. Ceanothus tritt vor allem dann ins Blickfeld, wenn der Milzschmerz links den ganzen Fall bestimmt.

Verwandte Mittel

China officinalisBerberis vulgarisNatrium muriaticumCarduus marianusChininum sulphuricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.