HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 84

Caulophyllum thalictroides

Caul.

In 662 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Caulophyllum thalictroides, die nordamerikanische Frauenwurzel, verbindet zwei auf den ersten Blick weit entfernte Bereiche: krampfartige Beschwerden der Gebärmutter und rheumatische Schmerzen der kleinen Gelenke. Beschrieben wird meist eine Frau mit erschöpfter, kraftloser Gebärmutter, krampfhaften, sprunghaft wechselnden Schmerzen und dazu steifen, schmerzhaften Fingern und Handgelenken. Kennzeichnend ist der ruhelose, unregelmäßige Charakter aller Schmerzen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden zarte, kraftlose Frauen mit erschlaffter Muskulatur und geringer Ausdauer. Ein ausgeprägter Körperbau-Typ ist nicht überliefert.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken verzeichnen Frösteln vor und während der Regelblutung sowie ein inneres Zittern. Beschrieben wird eine nervöse, leicht erschöpfte Verfassung, in der Reizbarkeit und Kraftlosigkeit zusammentreffen.

Gemütsbild

Nervöse Erregtheit bei körperlicher KraftlosigkeitInneres Zittern und UnruheReizbarkeit im Zusammenhang mit dem ZyklusErschöpfung durch anhaltende krampfartige Schmerzen

Eigene Gemütsrubriken sind für Caulophyllum nur spärlich verzeichnet; das Bild stützt sich überwiegend auf die klassische Materia medica. Dort wird ein nervöser, übererregbarer Zustand beschrieben, der sich unmittelbar aus der körperlichen Not ergibt: Die krampfartigen Schmerzen kommen und gehen unvorhersehbar, springen von Ort zu Ort und lassen den Kranken nicht zur Ruhe kommen. Daraus entsteht eine gereizte Ungeduld, die mit rascher Erschöpfung wechselt. In den Rubriken ist ein Gefühl von innerlichem Zittern verzeichnet, das diesen Zustand gut kennzeichnet. Eine tiefere seelische Ausarbeitung, wie sie bei den großen Frauenmitteln vorliegt, fehlt.

Ängste: Sorge um den Verlauf einer Schwangerschaft bei wiederholten Fehlgeburten, Ausgeprägte Angstformen sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Krampfartige Gebärmutterschmerzen, in hohem Grad ausgewiesen, besonders vor der Regelblutung; anfallsweise, unregelmäßig und sprunghaft wechselnd auftretend
Schmerzen der Finger und Fingergelenke, in hohem Grad verzeichnet, mit Steifigkeit; ziehende Schmerzen in Fingern und Füßen
Wandernde Schmerzen, die von einem Gelenk zum nächsten ziehen; Handgelenke, Knöchel und Zehen betroffen
Neigung zu Fehlgeburt und zu Lageveränderung der Gebärmutter; ausbleibende Empfängnis bei erschlaffter, kraftloser Gebärmutter
Krampfhafte, anfallsweise Blasenschmerzen; kolikartige Brustschmerzen; inneres Zittern
Frösteln, Schwindel und Krämpfe vor und während der Regelblutung; Schweregefühl der Augenlider
Verschlechterung
  • Vor und während der Regelblutung
  • In der Schwangerschaft und unter der Geburt
  • Anfallsweise, in unregelmäßigen Schüben
  • Nachts, in den Rubriken um ein Uhr verzeichnet
  • Kälte
Verbesserung
  • Wärme
  • Ruhe zwischen den Anfällen
  • Wenn die Blutung in Gang kommt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krampfartigen Gebärmutterschmerzen vor der Regelblutung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu unregelmäßigen, sprunghaften WehenBei Neigung zu Fehlgeburt verzeichnetBei rheumatischen Schmerzen der kleinen Gelenke, besonders der Finger, genanntBei wandernden Gelenkschmerzen aufgeführtIn der Literatur bei ausbleibender Empfängnis durch erschlaffte Gebärmutter beschrieben

Abgrenzung

Cimicifuga teilt die krampfartigen Gebärmutterschmerzen und die rheumatische Beteiligung, zeigt jedoch das ausgeprägte Gemütsbild mit Schwarzsehen und dem Gefühl, von einer dunklen Wolke umgeben zu sein, sowie den Schmerz im Nacken statt in den Fingern. Viburnum opulus steht bei krampfhaften Schmerzen mit Neigung zur Fehlgeburt, dort jedoch mit Ohnmacht beim Aufrichten. Pulsatilla teilt die wechselnden, wandernden Schmerzen, hat aber die weinerliche Weichheit, das Verlangen nach frischer Luft und den Durstmangel. Für Caulophyllum spricht die Verbindung von krampfhaften Gebärmutterbeschwerden mit steifen, schmerzhaften kleinen Gelenken.

Verwandte Mittel

Cimicifuga racemosaPulsatillaSepiaViburnum opulusGelsemiumSecale cornutum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.