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Materia medica · Nr. 1021

Castor equi

Castor-eq.

Auch: Cast-eq

In 245 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Castor equi wird aus der verhornten Hautschwiele am Bein des Pferdes bereitet. Das Mittel hat in der Materia medica einen sehr engen, dafür klar gezeichneten Wirkungskreis: wunde, aufgesprungene und geschwürige Brustwarzen, so empfindlich, dass schon die Berührung der Kleidung kaum zu ertragen ist. Zweites bekanntes Thema ist der Steißbeinschmerz beim Sitzen, dazu ein umschriebenes Kältegefühl am Hinterkopf.

Konstitution

KörperbauKein Konstitutionsbild überliefert. Die Literatur nennt vor allem stillende Frauen mit wunden Brustwarzen; es handelt sich um ein Mittel für ein umgrenztes Beschwerdebild, nicht um ein Konstitutionsmittel.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Beschrieben wird allenfalls die Empfindlichkeit und Berührungsscheu, die aus dem Lokalbefund erwächst. Ein eigenständiges Charakterbild ist in der Literatur nicht näher beschrieben.

Gemütsbild

Berührungsempfindlichkeit bis zum Ausweichen vor jeder NäheErschöpfung durch anhaltende Schmerzen beim StillenGemütsbild in der Literatur nicht näher beschrieben

Castor equi ist ein wenig geprüftes Mittel; die Rubrik Gemüt ist im vorliegenden Repertorium nicht besetzt. Die Materia medica beschränkt sich auf die körperlichen Zeichen und schildert im Wesentlichen den Zustand einer Frau, deren Brustwarzen so wund und rissig sind, dass jede Berührung schmerzt und das Stillen zur Qual wird. Die daraus folgende Anspannung und Erschöpfung ist verständlich, wird aber nicht als eigenes Gemütsthema geführt. Für die Mittelwahl sind daher der Lokalbefund und die Begleitzeichen ausschlaggebend.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Rissige, wunde Brustwarzen mit Geschwürsbildung - der Kern des Mittels und seine höchstbewerteten Rubriken
Die Brustwarzen sind so empfindlich, dass schon die Berührung der Kleidung Schmerz verursacht
Steißbeinschmerz, besonders im Sitzen und abends
Umschriebenes Kältegefühl am Hinterkopf, das von unten aufsteigt
Taubheitsgefühl der Kopfhaut
Schmerzen am Schienbein; Völlegefühl im Magen und Schwindel am Morgen
Verschlechterung
  • Berührung, auch durch Kleidung
  • Sitzen - Steißbeinschmerz
  • Abends
  • Morgens beim Erwachen
Verbesserung
  • Freilegen und Entlasten der betroffenen Stelle
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Vermehrter Hunger, auch nach dem Essen
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

Wunde und rissige Brustwarzen in der StillzeitGeschwürsbildung an den BrustwarzenSteißbeinschmerzenKältegefühl am HinterkopfBrüchige Nägel, wie in der älteren Literatur genannt

Abgrenzung

Graphites wird ebenfalls bei rissigen Brustwarzen genannt, zeigt dort jedoch die zähe, honigartige Absonderung und ein umfassenderes Hautbild. Phytolacca decandra steht bei wunden Brustwarzen mit ausstrahlendem Schmerz beim Anlegen im Vordergrund und betrifft die ganze Brustdrüse. Castor equi ist demgegenüber das engere Lokalmittel für den rein oberflächlichen, geschwürigen Befund der Warze. Beim Steißbeinschmerz ist Silicea die häufig genannte Nachbarschaft.

Verwandte Mittel

GraphitesPhytolacca decandraSiliceaSepiaHydrastis canadensis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.