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Materia medica · Nr. 1019

Castoreum canadense

Castm.

In 1 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Castoreum canadense wird aus dem Bibergeil gewonnen, dem Drüsensekret des Bibers - einem alten Arzneistoff, den die Volksmedizin lange bei Krampf- und Nervenleiden verwendete. In der homöopathischen Literatur ist Castoreum ein kleines, hauptsächlich von Allen und Clarke überliefertes Mittel, das bei nervöser Erschöpfung und krampfartigen Unterleibsbeschwerden erschöpfter Frauen beschrieben wird. In OpenHomeopath liegt nur eine einzige Rubrik vor - die Zuordnung zur Sykose -, sodass das Bild hier sehr schmal bleibt.

Konstitution

KörperbauDie Literatur beschreibt geschwächte, blasse und leicht ermüdbare Menschen, häufig Frauen nach Wochenbett, langem Stillen oder anhaltender Pflegearbeit. Ein eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert.
Thermalitätfrostig
TemperamentÜberliefert wird eine reizbare Schwäche: leicht erschöpft, empfindlich gegen Lärm und Aufregung, dabei unruhig und schreckhaft. Die ältere Materia medica ordnet Castoreum den sogenannten hysterischen Zuständen zu, worunter man damals nervöse Übererregbarkeit bei gleichzeitiger Kraftlosigkeit verstand.

Gemütsbild

Nervöse Übererregbarkeit bei gleichzeitiger ErschöpfungSchreckhaftigkeit und Empfindlichkeit gegen LärmNiedergeschlagenheit nach körperlicher Auszehrung

Ein eigenes, geprüftes Gemütsbild liegt für Castoreum kaum vor; die Angaben stammen aus Beobachtungen der älteren Materia medica. Beschrieben wird ein Zustand, in dem Reizbarkeit und Kraftlosigkeit dicht beieinanderliegen: Betroffene fahren bei jedem Geräusch zusammen, weinen leicht und fühlen sich zugleich zu schwach für den Alltag. Die Zustände treten typischerweise nach Erschöpfung durch Geburt, Stillzeit oder langes Wachen auf. Das Repertorium führt das Mittel im vorliegenden Datenbestand nur unter der Sykose, also einer der klassischen Miasmen-Zuordnungen Hahnemanns, was über das Gemüt nichts aussagt.

Ängste: Schreckhaftigkeit ohne benennbaren Anlass, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Zuordnung zur Sykose - die einzige im Repertorium verzeichnete Angabe des Mittels
Krampfartige Leibschmerzen, klassisch bei Regelbeschwerden beschrieben
Nervöse Erschöpfung nach Geburt, Stillzeit oder langem Wachen
Übererregbarkeit mit Zittern und Schreckhaftigkeit
Schwäche mit kalten Händen und Füßen
Verschlechterung
  • Nach körperlicher Auszehrung und Schlafmangel
  • Durch Lärm und Aufregung
Verbesserung
  • Ruhe und Wärme
  • Weitere Modalitäten sind nicht gesichert überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Verlangen im Repertorium verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine Abneigungen im Repertorium verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Sykotische Zuordnung - einzige RepertoriumsrubrikKrampfartige Unterleibsbeschwerden, klassisch bei Regelschmerzen aufgeführtNervöse Erschöpfungszustände nach Wochenbett und StillzeitÜbererregbarkeit mit Schreckhaftigkeit

Abgrenzung

Moschus teilt mit Castoreum die Herkunft aus einem tierischen Drüsensekret und die Zuordnung zu krampfartig-nervösen Zuständen, ist dort aber weit breiter geprüft und durch Ohnmachtsneigung und heftige Erregung gekennzeichnet. Asa foetida wird ebenfalls bei nervösen Krampfzuständen mit Auftreibung geführt. Von Sepia, die die Erschöpfung nach Geburten und Stillzeit ebenfalls kennt, unterscheidet Castoreum die fehlende eigenständige Gemütszeichnung.

Verwandte Mittel

MoschusAsa foetidaValeriana officinalisSepiaIgnatia amara

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.