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Materia medica · Nr. 1017

Castoreum

Cast.

In 1.046 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Castoreum, das Bibergeil aus den Drüsensäcken des Bibers, gehört zu den alten Mitteln der nervösen Erschöpfung. Beschrieben wird ein übererregbarer, zugleich kraftloser Zustand, wie er nach durchgemachten Krankheiten und in der Erholungszeit auftritt, wenn die Kräfte nicht zurückkehren. Kennzeichnend sind schmerzhafte Blähungen vor dem Stuhlgang, ein Kribbeln und Kriechen auf der Haut sowie die auffällige Besserung durch Berührung und Druck auf den Bauch.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden zarte, rasch erschöpfte Menschen, häufig Frauen, mit blasser Haut und geringer Widerstandskraft.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken verzeichnen eine als neuropathisch bezeichnete Anlage, nervöse Erregtheit, übermäßige Empfindlichkeit und Nervenschwäche. Beschrieben wird eine reizbare, leicht erschütterbare Verfassung, in der Empfindsamkeit und Kraftlosigkeit nebeneinander bestehen.

Gemütsbild

Nervöse Erregtheit bei gleichzeitiger ErschöpfungÜbermäßige, gesteigerte EmpfindlichkeitMangel an Reaktion, besonders in der ErholungszeitMattigkeit, die vor allem morgens hervortrittBedürfnis nach Berührung und ruhigem Beistand

Das Gemütsbild ist über die allgemeinen Rubriken gut fassbar. Verzeichnet sind eine neuropathisch genannte Grundanlage, nervöse Erregung, Nervenschwäche und eine gesteigerte, übermäßige Empfindlichkeit gegenüber Eindrücken. Kennzeichnend ist der ausdrücklich aufgeführte Mangel an Reaktion während der Genesung: Der Kranke bleibt nach einer überstandenen Erkrankung matt, kommt nicht wieder zu Kräften und reagiert weder auf Anstrengung noch auf Zuspruch angemessen. Die klassische Materia medica beschreibt daneben unruhige, wechselnde Beschwerden bei empfindsamen Frauen im Zusammenhang mit dem Zyklus. Bemerkenswert ist die in den Rubriken hoch bewertete Besserung durch Berührung, die diesem Mittel unter den Nervenmitteln ein eigenes Gepräge gibt.

Ängste: Ängstliche Unruhe bei Erschöpfung, Schreckhaftigkeit durch die gesteigerte Empfindlichkeit

Leitsymptome

Schmerzhafte Blähungen vor dem Stuhlgang, in den Repertorien in hohem Grad aufgeführt; kolikartige, schneidende Schmerzen um den Nabel mit Auftreibung des Bauches, besonders nachmittags
Ausgeprägte Besserung durch Berührung, in hohem Grad ausgewiesen; Besserung der Bauchbeschwerden durch Druck auf den Bauch und durch Zusammenkrümmen
Kribbeln, Kitzeln und Kriechen auf der Haut und in den äußeren Teilen; Zucken in der Zunge
Begleitbeschwerden während der Regelblutung im Hals, im Bauch, im Gesicht und am Kopf; Schweregefühl der Oberschenkel während der Blutung
Mattigkeit und Kraftlosigkeit, besonders morgens und nachmittags; ausbleibende Erholung in der Genesungszeit
Häufiges Wasserlassen; Zusammenschnüren hinter dem Brustbein; Verschlimmerung des Atmens beim Liegen auf der rechten Seite
Verschlechterung
  • Morgens
  • Nachmittags, besonders die Auftreibung des Bauches
  • Nach durchgemachten Krankheiten, in der Erholungszeit
  • Während der Regelblutung
  • Liegen auf der rechten Seite
  • Nachts, mit Schmerzen im Oberarm
Verbesserung
  • Berührung, ausdrücklich in hohem Grad verzeichnet
  • Druck auf den Bauch
  • Zusammenkrümmen
  • Warme Speisen und warme Getränke
  • Abgang von Winden

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Warme Speisen
  • Warme oder heiße Getränke
Abneigung
  • Kalte Speisen und kalte Getränke, die schlecht vertragen werden
  • Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei nervöser Erschöpfung und Nervenschwäche aufgeführtKlassisch zugeordnet zu ausbleibender Erholung nach durchgemachten KrankheitenBei schmerzhaften Blähungen vor dem Stuhlgang verzeichnetBei Begleitbeschwerden während der Regelblutung genanntBei Kribbeln und Kriechen auf der Haut aufgeführtIn der Literatur bei übererregbaren, empfindsamen Zuständen beschrieben

Abgrenzung

Moschus und Asa foetida gehören derselben Gruppe der alten Nervenmittel an; Moschus zeigt stärker ausgeprägte Ohnmachtsanfälle und Erstickungsgefühl, Asa foetida das aufsteigende Kloßgefühl und übelriechende Absonderungen. Valeriana teilt die nervöse Übererregtheit mit wechselnden Beschwerden, ohne die ausgeprägte Reaktionslosigkeit in der Genesung. China officinalis steht ebenfalls bei Schwäche nach durchgemachter Krankheit, mit Auftreibung des Bauches, jedoch mit Verschlimmerung durch leichte Berührung, während Castoreum sich durch Berührung bessert. Für Castoreum spricht die Verbindung von Erschöpfung in der Erholungszeit, schmerzhaften Blähungen vor dem Stuhl und der Besserung durch Berührung.

Verwandte Mittel

MoschusAsa foetidaValeriana officinalisChina officinalisIgnatiaAmbra grisea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.