Castoreum, das Bibergeil aus den Drüsensäcken des Bibers, gehört zu den alten Mitteln der nervösen Erschöpfung. Beschrieben wird ein übererregbarer, zugleich kraftloser Zustand, wie er nach durchgemachten Krankheiten und in der Erholungszeit auftritt, wenn die Kräfte nicht zurückkehren. Kennzeichnend sind schmerzhafte Blähungen vor dem Stuhlgang, ein Kribbeln und Kriechen auf der Haut sowie die auffällige Besserung durch Berührung und Druck auf den Bauch.
Konstitution
Gemütsbild
Nervöse Erregtheit bei gleichzeitiger ErschöpfungÜbermäßige, gesteigerte EmpfindlichkeitMangel an Reaktion, besonders in der ErholungszeitMattigkeit, die vor allem morgens hervortrittBedürfnis nach Berührung und ruhigem Beistand
Das Gemütsbild ist über die allgemeinen Rubriken gut fassbar. Verzeichnet sind eine neuropathisch genannte Grundanlage, nervöse Erregung, Nervenschwäche und eine gesteigerte, übermäßige Empfindlichkeit gegenüber Eindrücken. Kennzeichnend ist der ausdrücklich aufgeführte Mangel an Reaktion während der Genesung: Der Kranke bleibt nach einer überstandenen Erkrankung matt, kommt nicht wieder zu Kräften und reagiert weder auf Anstrengung noch auf Zuspruch angemessen. Die klassische Materia medica beschreibt daneben unruhige, wechselnde Beschwerden bei empfindsamen Frauen im Zusammenhang mit dem Zyklus. Bemerkenswert ist die in den Rubriken hoch bewertete Besserung durch Berührung, die diesem Mittel unter den Nervenmitteln ein eigenes Gepräge gibt.
Ängste: Ängstliche Unruhe bei Erschöpfung, Schreckhaftigkeit durch die gesteigerte Empfindlichkeit
Leitsymptome
- Morgens
- Nachmittags, besonders die Auftreibung des Bauches
- Nach durchgemachten Krankheiten, in der Erholungszeit
- Während der Regelblutung
- Liegen auf der rechten Seite
- Nachts, mit Schmerzen im Oberarm
- Berührung, ausdrücklich in hohem Grad verzeichnet
- Druck auf den Bauch
- Zusammenkrümmen
- Warme Speisen und warme Getränke
- Abgang von Winden
Verlangen und Abneigungen
- Warme Speisen
- Warme oder heiße Getränke
- Kalte Speisen und kalte Getränke, die schlecht vertragen werden
- Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei nervöser Erschöpfung und Nervenschwäche aufgeführtKlassisch zugeordnet zu ausbleibender Erholung nach durchgemachten KrankheitenBei schmerzhaften Blähungen vor dem Stuhlgang verzeichnetBei Begleitbeschwerden während der Regelblutung genanntBei Kribbeln und Kriechen auf der Haut aufgeführtIn der Literatur bei übererregbaren, empfindsamen Zuständen beschrieben
Abgrenzung
Moschus und Asa foetida gehören derselben Gruppe der alten Nervenmittel an; Moschus zeigt stärker ausgeprägte Ohnmachtsanfälle und Erstickungsgefühl, Asa foetida das aufsteigende Kloßgefühl und übelriechende Absonderungen. Valeriana teilt die nervöse Übererregtheit mit wechselnden Beschwerden, ohne die ausgeprägte Reaktionslosigkeit in der Genesung. China officinalis steht ebenfalls bei Schwäche nach durchgemachter Krankheit, mit Auftreibung des Bauches, jedoch mit Verschlimmerung durch leichte Berührung, während Castoreum sich durch Berührung bessert. Für Castoreum spricht die Verbindung von Erschöpfung in der Erholungszeit, schmerzhaften Blähungen vor dem Stuhl und der Besserung durch Berührung.
Verwandte Mittel
MoschusAsa foetidaValeriana officinalisChina officinalisIgnatiaAmbra grisea
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.