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Materia medica · Nr. 83

Carduus marianus

Card-m.

In 910 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Carduus marianus, die Mariendistel, ist in der Materia medica das klassische Lebermittel. Kennzeichnend sind Druck, Stechen und Wundheitsgefühl in der Lebergegend, gelbe Verfärbung von Haut und Augen, heller bis tonfarbener Stuhl und dunkler Urin. Beschrieben werden Menschen mit gestauter Leber, Neigung zu Bauchwassersucht und Beschwerden nach langem Alkoholgebrauch.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden Menschen mit vergrößerter, druckempfindlicher Leber und aufgetriebenem Bauch; ein bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen in den vorliegenden Rubriken keine Einträge vor. Die Literatur beschreibt eine mürrische, verdrossene und rasch erschöpfte Verfassung, wie sie bei anhaltenden Leberbeschwerden auftritt.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken keine Gemütssymptome ausgewiesenVerdrossenheit und Missmut im Gefolge der LeberbeschwerdenErschöpfung und AbgeschlagenheitWiderwille gegen jede Anstrengung

Die vorliegenden Rubriken enthalten keine Einträge im Gemütsbereich; das Bild von Carduus marianus ist ganz von den Leber-, Galle- und Verdauungssymptomen bestimmt. Die klassische Materia medica beschreibt eine mürrische, missmutige und rasch ermüdende Verfassung, wie sie bei anhaltender Leberstauung häufig geschildert wird, verbunden mit Abneigung gegen Anstrengung und morgendlicher Verdrossenheit. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild im Sinne der Polychreste liegt für dieses Mittel nicht vor. Es wird in der Praxis überwiegend über die deutlichen Organzeichen bestimmt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Schmerzen in der Lebergegend, drückend, stechend und wie wund; Schwellung, Verhärtung und Vergrößerung der Leber
Gallenkolik mit Schmerz im rechten Rippenbogen; Gefühl von Bewegung im Bauch
Gelbe Verfärbung von Haut, Gesicht und Augen; Gallenfarbstoffe im braunen, scharfen Urin
Heller, tonfarbener oder harter Stuhl; Verstopfung mit ungenügendem Stuhl, im Wechsel mit Durchfall
Bauchwassersucht und innerliche Wassersucht; stechender Brustschmerz an den Seiten
Magenschmerz, drückend, mit grünem Erbrochenem; Verlangen, tief zu atmen
Verschlechterung
  • Liegen auf der linken Seite
  • Bewegung und Erschütterung
  • Nachts, mit Frösteln
  • Nach fetten Speisen und nach Alkohol
Verbesserung
  • Ruhe
  • Wärme
  • Nach Stuhlgang

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Salzige Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Leberschwellung und Schmerzen in der Lebergegend aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Gelbfärbung von Haut und Augen mit hellem StuhlBei Gallenkolik verzeichnetBei Bauchwassersucht und Wasseransammlung genanntBei Verstopfung im Wechsel mit Durchfall aufgeführtBei Beschwerden nach langem Alkoholgebrauch in der Literatur beschrieben

Abgrenzung

Chelidonium majus, das andere große Lebermittel, ist durch den kennzeichnenden Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und die Besserung durch warme Speisen und warme Getränke bestimmt; Carduus zeigt demgegenüber stärker die Stauung mit Wassersucht. Lycopodium teilt die Leberbeteiligung und die Blähungen, ist aber durch die Verschlechterung von 16 bis 20 Uhr und die rechtsseitige Ausbreitung gekennzeichnet. Podophyllum steht bei reichlichem, ausschießendem Morgendurchfall mit Leberbeteiligung. Bryonia, in der Literatur ebenfalls als verwandt geführt, unterscheidet sich durch die Verschlechterung bei jeder Bewegung und großen Durst auf kaltes Wasser.

Verwandte Mittel

Chelidonium majusLycopodiumPodophyllumBryoniaChionanthus virginicaNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.