Carboneum sulphuratum, der Schwefelkohlenstoff, war als Lösungsmittel in der Gummi- und Kunstseidenindustrie im Gebrauch und hat dort schwere chronische Vergiftungen verursacht. Aus diesen Beobachtungen stammt sein Arzneibild: ein Mittel der Nervenschädigung mit Taubheitsgefühlen, brennenden Schmerzen und nachlassender Sinneswahrnehmung. Im vorliegenden Datenbestand sind ein drückender Hinterkopfschmerz und grünlicher Auswurf am stärksten gewichtet.
Konstitution
Gemütsbild
Abstumpfung und GleichgültigkeitNachlassende Merk- und DenkfähigkeitReizbarkeit im Wechsel mit TeilnahmslosigkeitErschöpfung nach langer Einwirkung schädigender Stoffe
Das Gemütsbild von Carboneum sulphuratum ist aus den Berichten über chronische Vergiftungen erschlossen. Beschrieben wird ein langsames Nachlassen der geistigen Kräfte: Namen und Zusammenhänge entfallen, das Denken wird mühsam, die Aufmerksamkeit hält nicht mehr. Dazu tritt eine Gleichgültigkeit, die auch nahestehende Menschen einschließt, unterbrochen von Reizbarkeit und plötzlicher Verstimmung. Die Betroffenen sind erschöpft und ziehen sich zurück. Der vorliegende Datenbestand ergänzt einen sykotischen Grundzug, also eine Neigung zu chronischen, wuchernden und absondernden Zuständen. Insgesamt ist es ein Mittel für lange bestehende, zermürbende Verläufe, nicht für akute Erregung.
Ängste: Bedrücktheit mit Zukunftssorgen im Rahmen der Erschöpfung, Weitere Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Kälte und feuchtes Wetter
- Beim Husten, wobei Erbrechen ausgelöst werden kann
- Anhaltende Anstrengung, geistig wie körperlich
- Alkohol und einwirkende Lösungsmittel
- Wärme und Ruhe
- Frische Luft in Maßen
Verlangen und Abneigungen
- In den Berichten wird ein Verlangen nach Alkohol im Rahmen chronischer Zustände genannt
- Weitere Verlangen sind nicht eindeutig belegt
- Keine charakteristischen Speiseabneigungen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Drückender HinterkopfschmerzNervenbeschwerden mit Taubheitsgefühl und Brennen in den GliedernChronische katarrhalische Zustände mit grünlichem AuswurfErschöpfungszustände mit nachlassender MerkfähigkeitBeschwerden nach langer Einwirkung von Lösungsmitteln oder Alkohol
Abgrenzung
Carbo vegetabilis teilt den Kohlenstoffbezug, steht aber für den akuten Zusammenbruch mit eisiger Kälte, Blähung und Lufthunger, während Carboneum sulphuratum den langsamen, chronischen Verfall der Nerven zeigt. Bei Taubheitsgefühl und brennenden Nervenschmerzen sind Acidum phosphoricum bei Erschöpfung nach Verlusten, Plumbum metallicum bei Lähmung mit Abmagerung, Arsenicum album bei brennenden Schmerzen mit Unruhe und Kalium phosphoricum bei nervlicher Erschöpfung zu vergleichen. Innerhalb der Gruppe steht Carboneum, der reine Kohlenstoff, als kaum ausgearbeitetes Randmittel daneben.
Verwandte Mittel
Carbo vegetabilisAcidum phosphoricumPlumbum metallicumKalium phosphoricumArsenicum album
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.