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Materia medica · Nr. 973

Carboneum oxygenisatum

Carbn-o.

In 269 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Carboneum oxygenisatum ist die homöopathische Zubereitung des Kohlenmonoxids. Ihr Bild stammt aus der Toxikologie der Rauchgas- und Ofenvergiftung: plötzliche Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, tiefer, kaum weckbarer Schlaf und ein Zustand wie berauscht. Die Repertorien führen das Mittel außerdem bei Beschwerden nach unterdrückten Hautausschlägen und nach unterdrücktem Geschlechtstrieb sowie bei auffallender Trockenheit sonst feuchter innerer Teile.

Konstitution

KörperbauKein eigenes Konstitutionsbild überliefert; die Kennzeichen stammen aus akuten Vergiftungsbildern, nicht aus einer Konstitutionsprüfung.
Thermalitätfrostig
TemperamentBeschrieben wird ein umnebelter, benommener Zustand: Der Betroffene wirkt wie betrunken, verwirrt, mit gedämpfter Wahrnehmung und schwerem Kopf. Dazu tritt eine unbestimmte Angst, oft in der Herzgegend empfunden. Ein Temperament im Sinne eines Charakterbildes ist nicht überliefert - das Mittel wird nach Zustandsbildern gewählt.

Gemütsbild

Benommenheit, Gefühl wie berauscht oder betrunkenPlötzliche Bewusstlosigkeit ohne VorwarnungBeklemmende Angst in der HerzgegendVerwirrung mit erschwerter Orientierung

Das Gemüt zeigt sich vor allem als Bewusstseinstrübung. Die Repertorien führen Verwirrung mit dem Gefühl, betrunken zu sein, und plötzliche, unvermittelt eintretende Bewusstlosigkeit. Dazu tritt Angst, die häufig körperlich in der Brust und Herzgegend lokalisiert wird. Die Wahrnehmung ist abgestumpft, auch die Augen wirken unempfindlich und schwach. Charakteristisch ist die Verschlimmerung durch Schlafmangel und nächtliches Aufwachen - fehlender Schlaf verstärkt das gesamte Zustandsbild deutlich. Insgesamt handelt es sich um ein Zustandsmittel für Erschöpfungs- und Betäubungsbilder, nicht um ein ausdifferenziertes Charakterporträt.

Ängste: Angst mit Beklemmung in der Herzgegend, Unbestimmte Angst ohne klaren Anlass

Leitsymptome

Plötzliche Bewusstlosigkeit und Ohnmacht, oft ohne Vorboten
Krämpfe, die durch Berührung ausgelöst werden - ein hervorstechendes Zeichen; klonisch, tonisch bis zur tetanischen Starre
Auffallende Trockenheit sonst feuchter innerer Teile - eine der bestbewerteten Angaben
Umschriebene Kälte einzelner Körperstellen, besonders der Nasenspitze, auch der Knie
Tiefer, schwer unterbrechbarer Schlaf; deutliche Verschlechterung durch Schlafmangel
Zusammenschnürung und Beklemmung der Brust mit Herzklopfen und kaltem Schweiß
Verschlechterung
  • Schlafmangel und nächtliches Wachliegen
  • Berührung - löst Krämpfe aus
  • Unterdrückte Hautausschläge
  • Unterdrückter Geschlechtstrieb
  • Vormittags - Zittern und Schwäche
Verbesserung
  • Frische Luft und ausreichender Schlaf
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein charakteristisches Verlangen überliefert
Abneigung
  • Appetitlosigkeit ohne besondere Speiseabneigung

In Repertorien häufig zugeordnet

Folgezustände nach Rauchgas- oder KohlenmonoxidvergiftungKrampfzustände, die durch Berührung ausgelöst werdenOhnmachts- und KollapsneigungBeschwerden nach unterdrückten HautausschlägenBeklemmung und Angstgefühl in der Herzgegend

Abgrenzung

Innerhalb der Kohlenstoff-Gruppe steht Carbo vegetabilis für den kalten, kollabierten Zustand mit Lufthunger und Blähung, Carboneum sulphuratum für Nervenschädigung mit Taubheit und Sehstörungen. Carboneum oxygenisatum ist demgegenüber stärker durch plötzliche Bewusstlosigkeit, berührungsempfindliche Krämpfe und die Trockenheit innerer Teile gekennzeichnet. Gegenüber Opium, das ebenfalls bei tiefer Betäubung genannt wird, fehlt hier das Bild der roten, heißen Schlafsucht mit Schnarchen.

Verwandte Mittel

Carbo vegetabilisCarboneum sulphuratumOpiumCuprum metallicumLaurocerasus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.