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Materia medica · Nr. 972

Carboneum hydrogenisatum

Carbn-h.

In 110 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Carboneum hydrogenisatum, der Kohlenwasserstoff des früheren Leuchtgases, ist ein Mittel, dessen Bild fast vollständig aus Vergiftungsbeobachtungen stammt. Beschrieben wird ein Zustand tiefer Erstarrung: blasses, eingefallenes Gesicht, tiefer Schlaf bis zur Bewusstlosigkeit, rasselnde Atmung, kalte, zitternde Glieder. Eigentümlich und gut kenntlich ist die pendelnde Bewegung der Augäpfel von einer Seite zur anderen und die Empfindung, ins Nichts zu versinken.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionsbild im üblichen Sinn liegt nicht vor. Das Mittel wird nach dem Zustandsbild gewählt: erschöpfte, blasse, kaltschweißige Menschen mit erloschener Reaktionskraft, wie sie die Vergiftungsberichte schildern.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Angaben zeichnen keine Wesensart, sondern einen Erschöpfungszustand: langsame, einsilbige Antworten oder gar keine, Abneigung überhaupt zu sprechen, Benommenheit. Daneben steht als Gegenpol die Angabe einer Verzückung. Ein Temperamentsbild für die Praxis lässt sich daraus nicht ableiten.

Gemütsbild

Empfindung, ins Nichts zu versinken, sich aufzulösenBenommenheit bis zur plötzlichen BewusstlosigkeitLangsame, einsilbige Antworten, Abneigung gegen das AntwortenZustände von Verzückung

Das seelische Bild ist ganz von der Betäubung her gezeichnet. Bestimmend ist die Bewusstlosigkeit, die das Repertorium mit erhöhtem Grad führt und die plötzlich eintreten kann. Zuvor stehen Benommenheit und eine ausgeprägte Verlangsamung: Antworten kommen zögernd, einsilbig oder bleiben ganz aus, weil das Sprechen zu mühsam ist. Als kennzeichnende Wahnvorstellung ist die Empfindung verzeichnet, im Begriff zu sein, in ein Nichts zu versinken - ein Bild von Auflösung und Schwinden, das dem körperlichen Erstickungszustand entspricht. Der Gegenpol der Verzückung gehört in dieselbe Reihe von Bewusstseinsveränderungen. Als Persönlichkeitszeichen sind diese Angaben nicht zu lesen.

Ängste: Empfindung des Vergehens, des Versinkens ins Nichts, Weitere ausgeformte Ängste sind in der Literatur nicht beschrieben

Leitsymptome

Blasses, eingefallenes Gesicht mit spitzen Zügen; graue Blässe - die höchstbewertete Angabe des Mittels
Tiefer, schwer zu unterbrechender Schlaf; Bewusstlosigkeit
Rasselnde, ungleichmäßige und aussetzende Atmung
Pendelnde Bewegung der Augäpfel von Seite zu Seite bei halb geöffneten Lidern
Kalte Glieder, Erschlaffung, Zittern der Hände, Kribbeln in den Beinen
Krämpfe und Lähmungserscheinungen; Ohrensausen; anfallsweiser Husten
Verschlechterung
  • Schlechte, verbrauchte Luft; geschlossene Räume
  • Anstrengung, mit Zunahme der Erschöpfung
Verbesserung
  • Frische Luft - das Verlangen danach ist ausdrücklich verzeichnet
  • Ruhe und Wärme

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach frischer Luft
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände tiefer Benommenheit und ErschöpfungRasselnde Atmung mit SchwächeKrampfanfälleLähmungserscheinungenZustände nach Schlaganfall, in Repertorien geführtAnfallsweiser Husten

Abgrenzung

Carboneum oxygenisatum, das Kohlenmonoxid, teilt die Gruppe der Gasmittel und zeigt ähnliche Betäubungszustände, dort stärker mit Kopfdröhnen und Gedächtnisstörungen. Carbo vegetabilis ist das ungleich bekanntere Mittel des Zusammenbruchs mit Lufthunger, eisiger Kälte und dem Verlangen nach Fächeln; es ist bei den beschriebenen Zuständen zuerst zu bedenken. Opium zeigt den tiefen, schnarchenden Schlaf mit rotem, heißem Gesicht - im Gegensatz zur Blässe von Carboneum hydrogenisatum.

Verwandte Mittel

Carbo vegetabilisCarboneum oxygenisatumOpiumCamphoraAethusa cynapium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.