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Materia medica · Nr. 81

Carboneum sulfuratum

Carb-s.

In 356 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Carboneum sulfuratum, der Schwefelkohlenstoff, wurde am Bild der gewerblichen Vergiftung erschlossen, wie sie bei dauernder Einwirkung des Lösungsmittels auftrat. Kennzeichnend ist ein Zustand aus geistiger Erschöpfung mit Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche, Taubheitsgefühlen und Missempfindungen der Gliedmaßen sowie hartnäckigen Hautleiden und Unterschenkelgeschwüren. Das Bild ist das eines vorzeitig verbrauchten, matten und schwermütigen Menschen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden blasse, verbrauchte Menschen mit schlechter Gewebebeschaffenheit, unreiner Haut und Neigung zu Krampfadern und schlecht heilenden Geschwüren an den Unterschenkeln.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Repertorien zeichnen eine schwermütige, reizbare und antriebsarme Verfassung. Gedächtnis und Konzentration lassen nach, die Stimmung ist gedrückt bis weinerlich. Der Kranke wirkt müde, gleichgültig und leicht erschöpfbar.

Gemütsbild

Schwermut, Traurigkeit und gedrückte StimmungGedächtnisschwäche und VergesslichkeitKonzentration fällt schwerReizbarkeit bei gleichzeitiger Antriebsarmut und FaulheitVerwirrung wie im RauschWeinerlichkeit

Das Gemütsbild ist ausgeprägt und in den Rubriken durchgehend hoch bewertet. Im Vordergrund steht die geistige Erschöpfung: Vergesslichkeit, Gedächtnisschwäche und die Unfähigkeit, die Gedanken zusammenzuhalten. Dazu kommt eine benommene Verwirrung, die als Zustand wie nach dem Genuss von Alkohol beschrieben wird. Die Stimmung ist schwermütig und traurig, mit Neigung zu Tränen; daneben verzeichnen die Repertorien allgemeines Angstgefühl und konkrete Furcht sowie Reizbarkeit. Antriebslosigkeit und Trägheit gehören zum Bild. Die klassische Materia medica beschreibt diesen Zustand als Folge langdauernder Einwirkung des Stoffes und stellt ihn in die Nähe der Folgen chronischen Alkoholgebrauchs.

Ängste: Allgemeines Angstgefühl ohne bestimmten Gegenstand, Konkrete Furcht, in den Rubriken gesondert aufgeführt, Sorge um die eigene geistige Leistungsfähigkeit

Leitsymptome

Taubheitsgefühl und Pelzigsein einzelner Teile, besonders der Arme, mit brennenden, stechenden und reißenden Schmerzen innen wie außen
Große Mattigkeit, Müdigkeit und Neigung, sich hinzulegen, bis zum Zusammenbrechen der Kräfte; Blutwallungen
Brennende Geschwüre an den Unterschenkeln mit übelriechender Absonderung, dazu Krampfadern und kalte, schweißige Füße
Hartnäckige Hautleiden: nässende und verkrustende Ausschläge, Juckreiz, Herpes, Nesselsucht, ungesunde Haut
Augenentzündungen mit Lichtscheu, brennenden Schmerzen, Gerstenkörnern und morgens verklebten Lidern
Ohrensausen und Schwerhörigkeit; Blutandrang zum Kopf mit Schwere, Völlegefühl in der Stirn und Zusammenschnüren im Hinterkopf; Blähungen und Völlegefühl im Bauch
Verschlechterung
  • Nachts, hinsichtlich Fieber, Husten und Atemnot
  • Morgens, mit verklebten Lidern
  • Geistige Anstrengung
  • Während der Menstruation
  • Kälte und Nässe
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • Frische Luft bei Kopfbeschwerden
  • Liegen und Schonung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche mit Erschöpfung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Taubheitsgefühlen und Missempfindungen der GliedmaßenBei brennenden Geschwüren an den Unterschenkeln und Krampfadern verzeichnetBei hartnäckigen, nässenden und verkrustenden Hautausschlägen mit Juckreiz genanntBei Augenentzündungen mit Lichtscheu und verklebten Lidern beschriebenBei Ohrensausen und nachlassendem Gehör aufgeführtBei Folgezuständen langdauernder Einwirkung von Lösungsmitteln und bei chronischen Erschöpfungszuständen in der Literatur genannt

Abgrenzung

Carbo vegetabilis teilt die Mattigkeit, die Blähungen und die schlechte Gewebedurchblutung, ohne die ausgeprägten Nervenzeichen und die Gedächtnisschwäche. Causticum steht bei Lähmigkeit, Schwäche und Brennen ebenfalls nahe, zeigt jedoch stärker die Kontrakturneigung und die Besserung durch feuchtes Wetter. China teilt die Erschöpfung nach Säfteverlust. Sulfur zeigt die Hautzeichen und die Blutwallungen, ohne die geistige Abstumpfung. Für Carboneum sulfuratum spricht das Zusammentreffen von geistiger Erschöpfung, Taubheitsgefühlen der Glieder und Unterschenkelgeschwüren.

Verwandte Mittel

Carbo vegetabilisCausticumChina officinalisSulfurTuberculinumPhosphorus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.