Carboli acidum, die Karbolsäure, ist ein aus dem Steinkohlenteer gewonnener Stoff, der früher als Desinfektionsmittel verwendet wurde. In der Materia medica wird sie als Mittel bei Zerfalls- und Fäulniszuständen beschrieben: übler Geruch aller Ausscheidungen, dunkler Urin, schwärzliche Zunge und ein Gefühl, als sei der Kopf von einem festen Band umschnürt. Kennzeichnend ist die außergewöhnliche Empfindlichkeit gegen Gerüche.
Konstitution
Gemütsbild
Angst, die durch Anstrengung schlechter wirdAusgeprägte Empfindlichkeit gegen GerücheReizbarkeit und Gleichgültigkeit in der Literatur beschriebenBenommenheit mit dumpfem Denken
Das Kapitel Gemüt ist bei Carboli acidum nur mit einem Eintrag besetzt: Angst, die sich durch Anstrengung verschlimmert. Damit liegt zum seelischen Bild wenig Belastbares vor. Die klassische Materia medica beschreibt eine dumpfe, benommene Verfassung mit Reizbarkeit und Gleichgültigkeit gegen die Umgebung sowie eine auffallende Überempfindlichkeit gegen Gerüche, die auch bei den körperlichen Beschwerden eine Rolle spielt. Weitergehende Aussagen zum Wesen des Mittels sind in der Literatur nicht näher beschrieben; die Verordnung stützt sich üblicherweise auf die körperlichen Kennzeichen, insbesondere den Fäulnisgeruch und das Umschnürungsgefühl am Kopf.
Ängste: Angst, die durch Anstrengung zunimmt, Beklommenheit bei Übelkeit und Schwindel
Leitsymptome
- Gerüche, auch schwache
- Fahren im Wagen und Bewegung im Fahrzeug
- Anstrengung
- Erschütterung, besonders bei Rückenschmerzen
- Morgens
- Ruhe und Liegen
- Reiben, besonders bei Kopfschmerz
- Frische Luft in Ruhe
- Wärme
Verlangen und Abneigungen
- In den Rubriken nicht eigens ausgewiesen
- Die Literatur nennt Verlangen nach Alkohol und nach anregenden Getränken
- Abneigung gegen Tee ist verzeichnet
- In der Literatur genannt: Abneigung gegen Speisen bei gleichzeitiger Übelkeit
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Zuständen mit fauligem Geruch aller Ausscheidungen aufgeführtKlassisch zugeordnet zum Kopfschmerz mit Umschnürungsgefühl wie durch ein BandBei Übelkeit und Erbrechen durch Bewegung im Fahrzeug und bei Seekrankheit genanntBei Geschwüren und Reizzuständen der Magenschleimhaut verzeichnetBei übelriechendem Scheidenausfluss aufgeführtIn der klassischen Literatur bei schweren, mit Zerfall einhergehenden Erkrankungen als begleitendes Mittel beschrieben
Abgrenzung
Kreosotum teilt die scharfen, übelriechenden Absonderungen und die Neigung zu Zerfall, zeigt jedoch stärker die brennenden, wundmachenden Sekrete und Zahnverfall. Carbo vegetabilis ähnelt in der Hinfälligkeit mit Blähungen und Luftbedürfnis, hat aber ausgeprägtes Verlangen nach frischer, bewegter Luft und eisige Kälte des Körpers. Arsenicum album steht ebenfalls bei erschöpfenden Zuständen mit übelriechenden Ausscheidungen, kennzeichnend sind dort brennende Schmerzen, Ruhelosigkeit und Todesfurcht. Das Umschnürungsgefühl am Kopf und die Empfindlichkeit gegen Gerüche sprechen für Carboli acidum.
Verwandte Mittel
KreosotumCarbo vegetabilisArsenicum albumBaptisia tinctoriaPyrogeniumNitricum acidum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.