Cannabis sativa, der Hanf, ist in den Repertorien vor allem bei Beschwerden der Harnröhre und der Blase stark vertreten: Brennen beim Wasserlassen, tropfenweise Entleerung, gonorrhoische Absonderungen. Daneben beschreibt die klassische Materia medica einen traumartigen, verlangsamten Geisteszustand mit verschobenem Zeit- und Raumempfinden. Der typische Patient wirkt geistig abwesend, verliert den Faden und schildert seine Empfindungen in ungewöhnlichen, bildhaften Vergleichen.
Konstitution
Gemütsbild
Traumartiger Zustand, wie zwischen Wachen und SchlafenVerwirrte Sprache, Gedanken verschwinden mitten im SatzVerzerrtes Zeit- und RaumempfindenAngst, die aus der Magengegend aufzusteigen scheint
Die Rubriken zeichnen einen Menschen, der wie im Traum lebt: Gedanken schwinden, die Sprache gerät durcheinander, beim Schreiben unterlaufen Fehler. Die klassische Materia medica ergänzt Halluzinationen und ein Gefühl von Doppelexistenz, dazu die Empfindung, Sekunden dauerten Stunden. Schwermut wird ausdrücklich als vormittags verschlimmert aufgeführt. Charakteristisch ist, dass Furcht und Bangigkeit nicht in der Brust, sondern im Magen lokalisiert werden. Insgesamt beschreibt die Literatur weniger dramatische Erregung als eine benommene, in sich gekehrte Verfassung.
Ängste: Furcht, die scheinbar aus dem Magen aufsteigt, Angst im Zusammenhang mit den halluzinatorischen Zuständen
Leitsymptome
- Während, vor und nach dem Urinieren
- Vormittags
- Bewegung, Laufen, Aufstehen
- Berührung
- Nach dem Essen
- Stehen
- Kratzen (beim Juckreiz der Haut)
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
- Die Literatur nennt gelegentlich Verlangen nach Wasser
- Keine charakteristische Abneigung in den vorliegenden Rubriken
- Bitteres und scharfes Aufstoßen wird beschrieben, ohne dass eine Abneigung genannt wäre
In Repertorien häufig zugeordnet
Entzündliche Zustände von Harnröhre und Blase, in Repertorien mit hohen Graden aufgeführtHarnverhaltung und erschwerte BlasenentleerungZustände mit traumartiger Benommenheit und Verwirrung der SpracheBeschwerden der männlichen Genitalien mit schmerzhaften ErektionenTrübsehen und Hornhauttrübungen
Abgrenzung
Von Cantharis unterscheidet sich Cannabis sativa durch das langsamere, mehr tropfenweise Bild der Blasenentleerung ohne die rasende Unruhe und den unstillbaren Drang der Cantharis. Gegenüber Thuja fehlt die tiefe sykotische Belastung mit Warzenbildung, gegenüber Apis die ödematöse Schwellung und die Stichempfindung. Der traumartige Geisteszustand mit verzerrtem Zeitempfinden trennt Cannabis sativa von den rein lokal wirkenden Harnmitteln.
Verwandte Mittel
CantharisThuja occidentalisApis mellificaKalium nitricumCannabis indica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.