HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 76

Cannabis indica

Cann-i.

In 2.038 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cannabis indica, der indische Hanf, wird in der Materia medica vor allem wegen seiner ausgeprägten Gemüts- und Wahrnehmungssymptome beschrieben. Kennzeichnend ist eine veränderte Zeit- und Raumempfindung: Sekunden erscheinen als Stunden, kurze Wege als endlos weit. Dazu gehören überschäumende Heiterkeit mit unaufhörlichem Lachen im Wechsel mit qualvoller Angst sowie brennende Beschwerden beim Wasserlassen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben werden empfindsame, leicht erregbare Menschen mit lebhafter Vorstellungskraft.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken führen Heiterkeit, Ausgelassenheit, andauerndes Lachen, hochfliegende Phantasien und zugleich qualvolle Angst, Argwohn und Furcht vor Geisteskrankheit im höchsten Grad. Beschrieben wird ein Mensch, der zwischen Überschwang und Entsetzen hin- und herschwankt und dabei den Bezug zur gewohnten Wirklichkeit verliert.

Gemütsbild

Veränderte Zeit- und Raumempfindung, Augenblicke erscheinen endlosÜberschäumende Heiterkeit mit unaufhörlichem LachenQualvolle Angst im Wechsel mit dem ÜberschwangFurcht, den Verstand zu verlieren, und Furcht vor DunkelheitHochfliegende, angenehme Phantasien und GeistesabwesenheitUnzusammenhängendes Sprechen, Verlieren des Wortes

Bei Cannabis indica ist das Gemütskapitel das mit Abstand am stärksten besetzte. Die Repertorien führen im höchsten Grad Heiterkeit, Ausgelassenheit, andauerndes Lachen, angenehme und hochfliegende Phantasien, Geistesabwesenheit und unzusammenhängende Sprache, daneben aber ebenso qualvolle Angst, Argwohn, Delirium, Bewusstlosigkeit und die Furcht, geisteskrank zu werden. Kennzeichnend ist der rasche Wechsel dieser Gegensätze innerhalb kurzer Zeit. Die klassische Literatur beschreibt vor allem die veränderte Wahrnehmung von Zeit und Entfernung, das Gefühl der Loslösung vom eigenen Körper und ein Bewusstsein, das die eigenen Zustände beobachtet, ohne sie steuern zu können. Vergesslichkeit mitten im Satz und hartnäckig wiederkehrende Gedanken sind ausdrücklich verzeichnet.

Ängste: Furcht, den Verstand zu verlieren oder geisteskrank zu werden, Furcht vor Dunkelheit, Angst im Freien und in offenen Räumen, Qualvolle, kaum benennbare Angst

Leitsymptome

Brennen in der Harnröhre vor, während und nach dem Wasserlassen; häufiger Drang, tropfenweiser Nachlauf, reichlicher farbloser Urin
Kopfgefühl, als öffne und schließe sich der Schädel; Gefühl eines Rucks oder Stoßes im Kopf
Ohrgeräusche mit Klingen und Summen, Völlegefühl und Pulsieren im Ohr
Schweregefühl der Beine, Schwäche beim Gehen, halbseitige Lähmungsgefühle in Armen und Beinen
Ausgeprägte Trockenheit von Mund und Rachen, Zähneknirschen im Schlaf
Gesteigerter Geschlechtstrieb mit anhaltenden, teils schmerzhaften Erektionen; Heißhunger und vermehrter Appetit
Verschlechterung
  • Morgens und beim Erwachen
  • Kaffee, Alkohol und Tabak
  • Dunkelheit
  • Beim Wasserlassen
  • Lachen, das Rückenschmerzen verschlimmert
  • Liegen auf der rechten Seite
Verbesserung
  • Frische Luft
  • Kaltes Wasser
  • Ruhe im Freien
  • Ablenkung und Gesellschaft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Deutlich vermehrter Appetit bis zum Heißhunger
  • Die Literatur nennt Verlangen nach kaltem Wasser
Abneigung
  • In den Rubriken nicht eigens ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei brennenden Beschwerden beim Wasserlassen und häufigem Harndrang aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Zuständen mit veränderter Zeit- und RaumwahrnehmungBei Kopfschmerz mit dem Gefühl, der Schädel öffne und schließe sich, genanntBei Ohrgeräuschen mit Klingen und Summen verzeichnetBei Erregungszuständen mit Lachen und wechselnden Stimmungen in der Literatur beschriebenBei Schwindel mit Schwächegefühl aufgeführt

Abgrenzung

Belladonna zeigt ebenfalls Delirium und Sinnestäuschungen, dort jedoch mit hochrotem Gesicht, glänzenden Augen, Hitze und Heftigkeit, während Cannabis indica kühler und traumverloren bleibt. Stramonium hat furchtsame, gewalttätige Zustände mit Schrecken vor Dunkelheit und Glanz, Cannabis indica dagegen den Wechsel von Überschwang und Angst mit verzerrtem Zeitgefühl. Opium teilt die Benommenheit und die veränderte Wahrnehmung, ist aber schwerfällig, schläfrig und schmerzunempfindlich. Bei den Harnbeschwerden ist Cantharis abzugrenzen, dort steht das unerträgliche Brennen bei stärkster Entzündung im Vordergrund.

Verwandte Mittel

BelladonnaStramoniumOpiumNux moschataHyoscyamus nigerCantharis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.